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Fernreisen
© Danilo Sandoval – Unsplash

Fernreisen: Mit Covid-19-Test weiterhin möglich

Während in Deutschland und Europa die Corona-Infektionen im Herbst wieder ansteigen, stellt sich die Situation für Fernreisen in bestimmte außereuropäische Länder besser dar.

So hat das Auswärtige Amt kürzlich u. a. die Reisewarnungen für die Seychellen, Mauritius, Sri Lanka, Thailand, Kanada, Australien, Neuseeland, Kuba und für rund zwanzig weitere Ziele in der Karibik, Asien und Afrika aufgehoben, berichtet die Zeitschrift REISE & PREISE in ihrer neuen Ausgabe.

Malediven gefragtes Reiseziel für Fernreisen

Einige beliebte Fernreisedestinationen heißen Touristen wieder willkommen. Die Malediven öffneten ihre Grenzen bereits im Sommer, obwohl die Reisewarnung bis heute nicht aufgehoben wurde. Trotzdem avancierte das Inselreich in der Corona-Krise zu einem der gefragtesten Fernreiseziele. Das Risiko ist kalkulierbar: Touristen verbringen den gebuchten Traumurlaub auf den etwa 90 Resortinseln weitestgehend abgeschirmt von der Außenwelt.

Voraussetzungen für die Einreise sind bei fast allen Destinationen außerhalb von Europa ein negativer COVID-19-Test, der nicht älter sein darf als 72 Stunden, sowie eine Krankenversicherung, die Corona-Risiken abdeckt. Ein Nachteil ist, dass Reiseversicherungen bei bestehender Reisewarnung etwa bei einer wegen eines Corona-Falls angeordneten Quarantäne nicht einspringen.

Airlines wie Emirates und Etihad sind zur Selbsthilfe übergegangen: Fluggäste sind zunächst bis zum Jahresende weltweit gegen Corona-Folgen abgesichert. Ebenso reagiert hat Costa Rica. Das Land bietet Reisenden vor Ort und über hiesige Reiseveranstalter eine entsprechende Reiseversicherung an.

Weitere mögliche Destinationen für Fernreisen

Die Seychellen erlauben die Einreise aus Ländern mit niedrigem und mittlerem COVID-19-Risiko, zu denen auch Deutschland zählt, nach Vorlage eines Corona-Tests und einer Buchungsbestätigung für Hotelübernachtungen.

In Namibia wird nach fünf Tagen ein zweiter Test anberaumt, das Ergebnis wird Reisenden spätestens zwei Tage später telefonisch mitgeteilt. Dabei müssen Route und Übernachtungen zuvor festgelegt werden. Auf Mauritius werden Urlauber am siebten und am 14. Tag nach Ankunft erneut getestet.

Auf Kuba ist die Region Varadero wieder geöffnet, am 31. Oktober fliegt Condor erstmals wieder auf die Karibikinsel. Bei Ankunft wird ein kostenloser PCR-Test vorgenommen, die Auslastung der Flüge ist laut Aussage der Airline gut.

Auf Barbados werden Urlauber nach Ankunft erneut getestet und in die gebuchte Unterkunft überführt. Liegt das Ergebnis vor (telefonisch innerhalb von 24 Std.) darf man sich frei auf der Insel bewegen. Nach 4 bis 5 Tagen ist ein zweiter Test zu absolvieren. Zudem sollen Neuankömmlinge in den ersten sieben Tagen täglich die Körpertemperatur messen und telefonischen Kontakt zu einem Gesundheitsbeamten halten.

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Thailand aktuell nur schwer erreichbar

Aktuell ist Thailand für Deutsche nur schwer erreichbar, da Deutschland in Thailand ein „Mid-Risk Land“ ist. Laut Germany, Trade & Invest müssen Touristen und Geschäftsreisende direkt in eine der Quarantäneeinrichtungen. Einreisende werden nach Ankunft am Flughafen in Fahrzeugen mit Isolierzellen abgeholt. Diese bringen die Inländer direkt in eine 15 Nächte dauernde, kostenfreie Quarantäne. Ausländer und die Thailänder, die es sich leisten wollen, werden in eines der vorab zu buchenden alternativen, kostenpflichtigen Quarantänehotels gefahren.

Mitte Oktober 2020 waren für die alternative Quarantäne 90 Einrichtungen in Bangkok und außerhalb der Hauptstadt lizenziert. Diese sogenannten Alternative State Quarantine (ASQ) Hotels haben ihre Zimmer gemäß ASQ-Hygienevorschriften umgebaut, kooperieren mit einem Krankenhaus und haben das Personal für die Quarantäne geschult. Die ASQ-Hotelliste und Preise für die Unterkunft sind unter http://www.hsscovid.com abrufbar.

Ausländer können sich nach der Quarantäne innerhalb des Landes frei bewegen. Die thailändischen Fluggesellschaften haben zahlreiche Inlandsverbindungen wieder aktiviert. Bei Überlandfahrten mit Bahn, Bussen und Pkw sind Gesundheitskontrollen aufgehoben. Falls Corona-Fälle wieder auftreten, werden Behörden betroffene Regionen aber schnell absperren, um eine Verbreitung zu verhindern.

Reisende berichten allerdings, dass man auch mit einem negativen Coronatest derzeit nicht einreisen kann. So gebe es das neue Longstay Visum Thailand Longstay Company, aber es wird aktuell nicht für Deutsche ausgegeben und bis auf das Elite Visa oder ein gültiges Business Visa gebe es derzeit keine echte Möglichkeit der Einreise, erst recht nicht für „normale Touristen“, die nur zwei bis drei Wochen Urlaub machen wollen. „Und wenn man endlich mit dem Longstay Visa einreisen kann, benötigt man vorab einen Test und dann während der 14 Tagen Quarantäne müssen einige weitere Tests durchgeführt werden und es muss täglich Fieber gemessen werden usw. Auch werden feste Quarantänehotels vorgeschrieben, eine passende Auslandsreisekrankenversicherung und noch vieles mehr“, berichtet ein deutsches Auswanderer-Paar, das Ende Oktober in Thailand einreisen wollte und bislang nicht ins Land durfte.

Welche Länder die meisten Coronatest durchführen

Eine Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie sind Coronavirus-Tests. Die Statista-Grafik auf Basis von Daten der Seite Worldometer zeigt, wie viel in ausgewählten Ländern weltweit auf COVID-19 getestet wird.

In Deutschland wurden bisher im Schnitt 229.847 Tests je eine Million Einwohner durchgeführt (Stand: 22. Oktober 2020). Weltweit an der Spitze steht Dänemark, mit 812.925 Tests je eine Million Einwohner, gefolgt von Großbritannien und den USA. Vergleichsweise wenige Tests durchgeführt haben Brasilien und Indien. Die Daten wurden von den jeweiligen Gesundheitsbehörden der Länder herausgegeben.

 

Infografik: So oft wird auf COVID-19 getestet | Statista

Deutlich weniger Fernreisen im Jahr 2020

Der internationale Tourismus leidet stark unter dem Coronavirus. Im Zeitraum von Januar bis Mai 2020 ist die Zahl der internationalen Touristenankünfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum weltweit um 56 Prozent eingebrochen. Den stärksten Rückgang verzeichnete die asiatisch-pazifische Region, wie aktuelle Daten der Weltorganisation für Tourismus UNWTO zeigen: Dort gab es in diesem Zeitraum 60 Prozent weniger internationale Touristenankünfte als im Vorjahreszeitraum. Auch in Europa (-58 Prozent) und im Nahen Osten (-52 Prozent) nahmen die internationalen Reisebewegungen stark ab, wie die Statista-Grafik zeigt.

Der jüngste Anstieg der Neuinfektionen in Europa und den Vereinigten Staaten stellt den ohnehin schon angeschlagenen Tourismussektor vor große Herausforderungen und lässt Millionen Menschen um ihren Lebensunterhalt bangen – insbesondere in Ländern, die wirtschaftlich stark von internationalen Touristen abhängig sind.

Infografik: Weltweit deutlich weniger Reisen wegen Corona | Statista

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