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© Balkan Campers
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Caravaning-Urlaub immer beliebter – auch unabhängig von Corona

Der Caravaning-Urlaub verspricht eine derzeit besonders beliebte Kombination: Urlaub trotz Kontaktbeschränkungen. Caravaning bedeutet die Freiheit, in die Ferne zu reisen, ohne sich dicht gedrängt durch große Menschenansammlungen stellen zu müssen. Obwohl oder gerade weil die Corona-Maßnahmen derzeit weltweit gelockert werden, achten noch viele Menschen auf körperliche Distanz. Anders als in Bus, Bahn oder Flugzeug ist dies über Wohnmobile einfach zu bewerkstelligen.

Doch schon bevor die meisten das Ausmaß des Corona-Ausbruchs erkannten, hatten die Deutschen haben zunehmend Lust auf Camping verspürt. Laut einer aktuellen Meldung des Caravaning Industrie Verbands (CIVD) wurden in der Saison 2019/2020 54.938 Wohnmobile und 27.199 Caravans neu zugelassen. Das waren so viele wie nie zuvor. In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach Campingfahrzeugen stetig gestiegen, wie die Statista-Grafik zeigt.

Ein Grund für das Wachstum ist laut CIVD, dass nun noch mehr schadstoffarme Modelle angeboten werden, die den Emissionsstandard Euro 6d-TEMP erfüllen. Als umweltfreundliche Alternative zu Flugreisen erlebt der Caravaning-Urlaub gerade sein Comeback. Daneben werden zunehmend luxuriöse Modelle angeboten, die auch auf dem Campingplatz jeglichen Komfort ermöglichen.

Infografik: Caravaning boomt | Statista

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Caravaning-Urlaub bedeutet auch: ausreichend Vorbereitung

Immer mehr Komfort versprechen auch die Campingplätze. Moderne Anlagen haben mit den einfachen Zeltplätzen aus früheren Jahrzehnten nicht mehr viel gemein. In manchem Bereich gleicht der eine oder andere Camping-Platz einer bestens ausgestatteten Urlaubsanlage. Doch für diese Art von Anlage fallen entsprechend hohe Gebüren an. Und die hohe Nachfrage führt dazu, dass sich bereits früh bewerben muss, wer noch einen Stellplatz für den nächsten Urlaub haben möchte. Das gilt für Camping-Abenteuer im Ausland wie für den Stellplatz in Deutschland gleichermaßen. Caravaning-Urlaub in Corona-Zeiten, das gehe in Deutschland nur auf Reservierung, hält aktuell auch der SWR fest.

Ebenso wie bei anderen Formen des Reisens müssen auch Caravaning-Urlauber zurzeit besonders darauf achten, ob und wie sie in ein anderes Land kommen können. Auch innerhalb der EU gilt zunächst: Die Staaten haben ihre je eigenen Regelungen, was Einreise und Aufenthalt in der Urlaubssaison angeht. Zumal sich der Verlauf der Pandemie noch immer plötzlich ändern kann. Also muss auch in dieser Hinsicht muss dem Caravaning-Urlaub also eine gewissenhafte Planung vorausgehen. Die Europäische Kommission informiert hier über neueste Bestimmungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Eine aktuelle Länderübersicht speziell für den Caravaning-Urlaub bietet der Campingplatz-Führer Freeontour.

TÜV Rheinland empfiehlt umfangreiche Prüfung

Gewissenhafte Vorbereitung betrifft auch das Fahrzeug selbst. Um unliebsamen Überraschungen im Urlaub vorzubeugen, sollten Besitzer ihren Camper gründlich prüfen. Für den Komfort spielt dabei die oftmals verbaute Flüssiggasanlage eine Hauptrolle. Sie liefert Energie für Herd, Heizung sowie Kühlschrank und sorgt für warmes Wasser. Dieter Lauffs vom TÜV Rheinland warnt allerdings vor Eigenbau. „Von der Technik der Flüssiggasanlage sollten Laien in jedem Fall fernbleiben, da jedes Leck zur Explosion führen kann“, so Lauffs. Die Bauteile der Anlage werden bei TÜV Rheinland alle zwei Jahre im Rahmen der Hauptuntersuchung geprüft. Außerdem bietet die Prüforganisation jederzeit an seinen Servicestationen Kontrollen für 40 Euro an. Im Schadensfall haben Halter durch das Gutachten einen Nachweis über die korrekte Wartung. Zudem ist der Prüfungsbeleg auf manchen Campingplätzen verpflichtend vorzulegen.

Reifen werden besonders beansprucht

Mit Rat und Tat stehen die Experten von TÜV Rheinland auch denjenigen zur Seite, die ein Fahrzeug oder einen Anhänger in Eigenregie zu einem Caravan oder Wohnmobil umbauen möchten. „Wer sich bei Um- oder Anbauten frühzeitig von uns beraten lässt, kann Geld und Zeit sparen. Wir wissen, was für eine Zulassung beachtet werden muss, und können dementsprechend auch beraten“, sagt Lauffs.

Ob Caravan oder Wohnmobil, das Hauptaugenmerk sollten Halter stets auf die Reifen legen. Die Beladung stresst das Fahrzeug hier besonders. Bei Rissen, Beulen und porösen Stellen sind die Reifen dringend auszutauschen. Das gilt auch nach spätestens sechsjähriger Nutzung – selbst, wenn die Pneus noch ausreichend Profil, mindestens zwei Millimeter, aufweisen.