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© Mihai Tufa

„Reisen war für mich etwas Exotisches – etwas, das nur den Wohlhabenden vorbehalten war“

Als Mihai Tufa das erste Mal in seinem Leben sein Geburtsland verließ, wusste er noch nicht, wohin ihn die Reise führt. Mittlerweile erkundet er mit seiner Partnerin in einem Wohnwagen die Welt. Wie es dazu kam, ein Leben als digitaler Nomade zu führen, warum er sich für Geflüchtete und Migranten engagiert und in welcher Stadt er sich ein sesshaftes Leben vorstellen kann, verrät er im Expat-News-Interview.

Expat News: Warum hast du vor mehr als zehn Jahren dein Heimatland Rumänien verlassen?

Mihai: Ich verließ das Land im Jahr 2009, nachdem die Wirtschaftskrise des letzten Jahrzehnts auf dem Arbeitsmarkt ihren Tribut gefordert hatte. Ich arbeitete bis dahin als Redakteur für verschiedene Zeitungen und hatte bereits ein Faible für die Fotografie. Wie viele andere Rumänen auch habe ich einige Verwandte, die im Ausland leben und arbeiten, und eine meiner Tanten lebt in North Yorkshire, England. Bis zu meinem 25. Lebensjahr war ich nie außerhalb Rumäniens, nicht einmal für die kleinsten Trips. Reisen war für mich etwas sehr Exotisches und eine Sache, die nur den Wohlhabenden vorbehalten war. Also ging ich nach England, wo meine Tante lebte, und fing an, Geschirr und Hotelzimmer zu putzen, später wurde ich Kellner, dann Rezeptionist in einem Hotel.

Irgendwann kam der große Durchbruch, ich begann mit einem Fotostudio in Harrogate zu arbeiten. Also siedelte ich ganz mit meiner damaligen Freundin nach England über und wir heirateten. Drei Monate nach der Hochzeit beschloss sie jedoch, sich von mir zu trennen. Es folgte ein großer Tiefpunkt, an dessen Ende klar war, dass ich etwas brauchte, das mich aus dieser Depression herausholte. Ich spielte sogar mit dem Gedanken, meinem Leben ein Ende zu setzen, aber dann dachte ich mir: Hey, das kann ich eigentlich jederzeit tun, also verschiebe ich es und in der Zwischenzeit mache ich einfach das, was ich immer machen wollte. Und das war, um die Welt zu reisen… zu Fuß.

„Bis zu meinem 25. Lebensjahr war ich nie außerhalb Rumäniens“

Expat News: Wann hast du diesen Wunsch in die Tat umgesetzt?

Mihai: Das war im Januar 2012. Mit meinen wenigen Ersparnissen, etwa 1.000 Euro, unternahm ich einen Monat nach dieser Zäsur die ersten zaghaften Schritte. So gründete ich einen Blog, theworldphototour.com, wo die Leute meinen Geschichten und Erlebnissen folgen und die Fotos dazu sehen und mich sogar unterstützen können, wenn sie mögen. Mein Plan war es, sieben Jahre lang durch die Welt zu spazieren, aber dazu kam es nicht.

Mihai Tufa

Mihai auf dem Wanderweg in England (© Mihai Tufa)

Als ich nämlich in Hamburg war, verliebte ich mich in den Menschen, mit dem ich immer noch mein Leben teile – Fritzi. Sie ist der Grund, warum ich mich im Dezember 2012, nachdem ich etwa 4.500 Kilometer in rund zehn Monaten gereist war, in Hamburg niederließ. Im Jahr 2015 beschlossen wir schließlich, dass wir an einem sonnigeren Ort leben wollten und entschieden uns für Lissabon als neuen Lebensmittelpunkt. Dort fanden wir Freunde und bauten uns ein neues Leben auf. Grundsätzlich können wir uns gut vorstellen, für immer in Lissabon zu leben. Aber seit Fritzi und ich uns kennen, träumen wir davon, dass wir eines Tages zusammen in einem Wohnmobil umherziehen würden, was wir jetzt gerade in diesem Moment auch tun.

Nach vier Jahren Sparen und einem glücklichen Alltag in Lissabon kamen wir im Dezember letzten Jahres nach Hamburg, um einen Wohnwagen zu kaufen und unsere bevorstehende Reise zu organisieren. Dazu gehörte auch, dass Fritzi ihren Führerschein machen konnte. Ursprünglich wollten wir nur zwei bis drei Monate in Hamburg bleiben, doch dann kam die Corona-Pandemie auf, so dass aus zwei bis drei Monaten sieben wurden. Seitdem das Reisen wieder möglich ist, sind wir mit unserem Wohnmobil unterwegs. Zuerst schnell nach Portugal, um Freunden Hallo und Auf Wiedersehen zu sagen und um ein bisschen die Natur Portugals im Sommer zu genießen, dann ging es direkt nach Italien. Spanien und Frankreich ließen wir aus, da diese Länder im Moment einen enormen Anstieg an Covid-19-Fällen verzeichnen. Jetzt sind wir also hier auf unserem Weg und versuchen, unseren Traum zu verwirklichen, mit ein paar pandemischen Hindernissen, sozusagen.

Expat News: Wann wurdest du zu einem sogenannten digitalen Nomaden?

Mihai: Ich glaube, da gab es zwei Wendungen – zum einen die Weltreise und zum anderen meine Freelancer-Tätigkeit beim EXPAT NEWS, für den ich unter anderem Videos erstelle und Layout-Jobs mache wie zum Beispiel dieses Journal hier. Während meiner Weltreise konnte ich auf keine sichere oder stabile Einkommensquelle zurückgreifen, aber für meine Webseite theworldphototour.com erhielt ich von einigen Menschen Unterstützung, so dass ich auch die Verpflichtung fühlte, sie am Laufen zu halten und regelmäßig zu aktualisieren. Dies war die einzige Möglichkeit, etwas zurückzugeben für das, was ich von den Menschen erhielt, die mir halfen.

„Wir fuhren mit unserer Vespa von Sizilien nach Hamburg“

Später, als ich in Hamburg lebte, musste ich sozusagen bei Null anfangen, mit allen möglichen Gelegenheitsjobs, da ich zu Beginn überhaupt kein Deutsch konnte, aber nach zweieinhalb Jahren kam ich zum Auslandsspezialisten BDAE und hatte einen Job, bei dem ich zunächst regelmäßig in der Niederlassung war, manchmal aber auch von zu Hause arbeiten konnte. Im Sommer 2015 schmiedeten Fritzi und ich bereits Pläne, irgendwo in den Süden zu ziehen. Wir konnten uns nicht zwischen Lissabon und Sizilien entscheiden. Um beide Orte besser kennenzulernen, kauften wir in jenem August zwei Helme, stiegen in ein Flugzeug und flogen nach Catania, Sizilien. Dort kauften wir eine Vespa und fuhren innerhalb eines Monats mit ihr zurück nach Hamburg – und genossen unser kleines Abenteuer.

Mihai Tufa

Mit Freundin Fritzi fuhr Mihai auf einer Vespa von Italien nach Deutschland (hier in den Alpen) (Foto: Mihai Tufa)

Während dieser Zeit musste ich immer noch ab und zu arbeiten, was erstaunlich gut funktionierte. Als wir in Hamburg ankamen, erhielt Fritzi eine Zusage von einem Europäischen Freiwilligendienst in Lissabon. Sie wollte das Angebot gerne annehmen und ich wollte sie gerne begleiten. Also fragte ich meine Chefin beim BDAE, ob es in Ordnung wäre, weiterhin für das Unternehmen zu arbeiten, auch wenn ich es aus Lissabon täte. Sie war damit einverstanden und so bin ich irgendwie schleichend und ohne Absicht zum digitalen Nomaden geworden, was sich als großes Glück herausstellte.

Expat News: Inwieweit hat die Coronapandemie dein (Arbeits-)Leben verändert?

Mihai: Eigentlich nicht viel. Zumindest was das Arbeitsleben geht. Was mein Nicht-Arbeitsleben betrifft, vermisse ich viele Dinge – das beginnt dabei, Leute spontan in einem Park zu treffen, bis hin zu Festivals und Partys, die ich zurzeit nicht besuchen kann. Aber das ist alles harmlos im Vergleich zu den Entbehrungen, die andere Menschen in Kauf nehmen müssen.

Expat News: Wie bist du mit der „erzwungenen“ Sesshaftigkeit während des „Lockdown“ umgegangen?

Mihai: Filme, Filme, Arbeit, Arbeit, Filme. Ich bin es ohnehin gewöhnt, Zeit allein zu verbringen und ich habe immer etwas zu tun, etwas zu lesen oder ich arbeite an einer Sache für meine persönlichen Projekte. Insofern hat mir diese Zeit sogar geholfen, endlich viele Dinge umzusetzen, die ich vorher immer für einen „ruhigen“ Moment aufgeschoben hatte. Diese ruhigen Momente hatte ich im „Lockdown“ sozusagen im Überfluss.

„Ohne die Pandemie würden wir wahrscheinlich gemächlicher reisen“

Expat News: Angenommen, wir hätten keine Pandemie – wie würden dann deine Pläne aussehen?

Mihai: Nicht viel anders. Vielleicht würden wir gemächlicher und sorgloser reisen. Als wir zum Beispiel vor einer Woche Portugal verlassen haben, dachten wir darüber nach, mit unserem Van auf einer Fähre von Barcelona nach Sardinien überzusetzen, um Aufenthalte in Frankreich und Spanien zu vermeiden. Also buchten wir die Fähre und freuten uns darauf, an einen Ort zu fahren, an dem wir noch nie gewesen sind. Aber dann wurde uns von einem Tag auf den anderen auferlegt, bei der Ankunft auf der Insel einen negativen PCR-Test vorzuweisen und dann noch einen weiteren, wenn man die Insel verlässt. Wir hatten nicht die Muße all das zu organisieren und uns damit auseinanderzusetzen, denn hinzu kam, dass diesbezüglich nur spärliche Informationen vorhanden waren und diese manchmal auch noch widersprüchlich. Also fuhren wir auf dem Festland nach Italien, verloren 150 Euro, da die Fährgesellschaft entschied, dass es in Ordnung ist, unser Geld zu behalten. Eigentlich hätte ich es gerne langsam angehen wollen. Aber so müssen wir die Zahl der Coronafälle im Auge behalten und unsere Route entsprechend planen.

Expat News: Glaubst du, es ist wichtig, als digitaler Nomade irgendwo einen „Ankerpunkt“ zu haben?

Mihai: Ich denke, es ist schön, einen sicheren Hafen zu haben, einen Ort, auf den man sich freut und vorstellen kann, sich dort niederzulassen. Ich habe das Glück, jetzt zwei davon zu haben – Hamburg und Lissabon. Und natürlich ist es toll zu wissen, dass es einen Ort gibt, an dem man sich wohlfühlt, an dem man sich nicht wie ein Fremder, wie ein Ausländer fühlt. Aber selbst dieses Gefühl ist etwas, das ich zunehmend unwichtiger finde. Es ist zwar auch nicht so, dass ich mich überall zu Hause fühlen würde, aber ich kann nicht wirklich sagen, dass ich aus diesem oder jenem Land komme, denn das habe ich mir nicht ausgesucht.

 

Fritzi und Mihai Tufa

Fritzi und Mihai in der Speicherstadt in Hamburg

Niemand hat sich aktiv ausgesucht, hier oder dort geboren worden zu sein, weder heute noch vor 500 Jahren oder irgendwann in der Zukunft. Genauso wenig entscheidet man sich, in einer reichen oder armen Familie geboren zu werden, oder im Körper eines Mannes oder einer Frau. Niemand hat sich überhaupt für die Existenz entschieden. In diesem Sinne betrachte ich diesen Planeten als eine Heimat für den Augenblick. Zumindest versuche ich es. Mir ist klar, dass diese Betrachtungsweise nicht allen Menschen liegt und auch die Politik sie nicht teilt.

Expat News: Als Nomade erwarten einen jede Menge ungeplanter Ereignisse. Was war unterwegs dein skurrilstes Erlebnis?

Mihai: Ich würde es nicht unbedingt „skurril“‘ nennen und tatsächlich lag fast jeder Tag vor mir ohne einen bestimmten Plan vor Augen, aber es gab öfter Momente, in denen ich in eine prekäre Situation geriet auf meiner Reise, und nach einem ermüdenden Tag, hat der gute Wille des Universums mir ein freundliches Gesicht, einen schönen Platz zum Zeltaufbau, oder ein Bett geschenkt. Ich versuche mit der Grundeinstellung durch das Leben zu gehen, dass Menschen generell überall herzlich sind. Zum Beispiel, als ich Buxtehude erreichte an einem Sonntagabend und Geld abheben wollte, schluckte der Geldautomat meine Karte. Glücklicherweise, nachdem ich einem Mann meine Situation geschildert hatte, lud dieser mich zu sich nach Hause ein. Dies war der Anfang einer Reihe von Ereignissen, die dazu führten, dass ich länger in Hamburg blieb als gedacht und dadurch Fritzi kennenlernte. Daher, nicht alle Tiefen sind tatsächlich Tiefen in Retrospektive, und eine bestimmte Gelassenheit in solchen Situationen mit dem Wissen darüber tut gut.

„Die perfekte Stadt der Welt wäre eine Mischung aus Hamburg und Lissabon“

Expat News: Wenn du aber irgendwann einmal sesshaft werden wolltest, wo könnte das sein?

Mihai: Nach allem, was ich im Moment weiß, entweder Lissabon oder Hamburg. Aber das ist eine wirklich schwierige Entscheidung. Hamburg liebe ich für die elektronische Musikszene, seine gute Infrastruktur, die Stadtatmosphäre und das Bildungssystem. Wenn ich daran denke, dass wir nach unserer Reise gerne ein Kind hätten, dann bietet sich Hamburg dafür an. Lissabon liebe ich wegen unserer Freunde, aufgrund des Wetters, wegen der Natur und der Möglichkeit, dass unser Kind am Strand planschen könnte. Daher kann ich darauf keine klare Antwort geben, vielleicht beides mit der Zeit. Ich scherze manchmal, dass die perfekte Stadt der Welt eine sehr fein gewählte Mischung zwischen Hamburg und Lissabon wäre.

Expat News: Was macht das Leben in verschiedenen Ländern so aufregend, was stört dich manchmal?

„Die Menschen verbindet mehr als sie trennt“

Mihai: Für mich ist es vor allem die Tatsache, dass ich sehen kann, wie wenig unterschiedlich die Menschen in Wirklichkeit sind, wie viele Dinge uns mehr verbinden als trennen. Und was mich manchmal stört, ist, wenn die Leute darauf bestehen, dich durch diese Brille von „Woher kommst du“ zu sehen und dich nicht wirklich kennenlernen wollen, zumindest nicht außerhalb dessen, was über die Klischees der eigenen Kultur und Herkunft hinausgeht.

Expat News: Welche Stereotype über Deutsche hattest du vor deinem Aufenthalt in Hamburg und welche davon haben sich (nicht) bestätigt?

Mihai: Meine Vorurteile betrafen weniger die Deutschen selbst als ihre Sprache. Als ich klein war, hatte ich nur dieses Bild von jenem schlimmen Diktator vor Augen, der vor Menschenmassen Gift versprühte, und so blieb mir irgendwie im Gedächtnis haften, dass Deutsch eine sehr raue Sprache ist und dass in meiner naiven Konsequenz die Menschen rau sind. Als Erwachsener in Deutschland, erinnerte ich mich an dieses Bild, das ich als Kind hatte und dekonstruierte dieses Vorurteil, wie schön Deutsch eigentlich klingt und wie leicht es möglich ist, diese Sprache sogar lieblich klingen zu lassen. Zudem hatte ich auch den Eindruck, dass in Deutschland alles perfekt läuft, die deutsche Präzision und so weiter und es ist irgendwie beruhigend zu sehen, dass auch hier die Dinge eigentlich nicht so perfekt sind und wir alle doch nur Menschen sind. Was ich besonders zu schätzen gelernt habe, ist der Umgang miteinander, den ich sehr offen, direkt und ehrlich finde. Man sagt, dass die Menschen im Norden kalt und im Süden offener sind. Ich habe bisher öfter das Gegenteil erfahren. Aber andererseits möchte ich auch nicht verallgemeinern.

Expat News: Du engagierst dich für Geflüchtete und Migrantenund bist einer der Initiatoren von HuBB – Humans Before Borders. Was ist euer Anliegen und wie wollt ihr die Menschen erreichen?

Mihai: Ich habe die Sorge, dass die Politik im Umgang mit Geflüchteten und/oder Migrant/innen auf der Ausnutzung von Angst und Hass zum Vorteil dieses oder jenes machthungrigen Politikers beruht und damit nur einen Teufelskreis von Diskriminierung und Armut aufrechterhält, in den diese Menschen, manchmal über Generationen hinweg, hineingezogen werden können. Um diese Situation zu ändern, wie die Regierungen der Europäischen Union mit Migrant/innen und Geflüchteten umgehen, müssen wir die Politik ändern. Und um die Politik zu ändern, müssen wir die Probleme mit Ruhe, Willen und Hoffnung angehen. Und das alles muss geschehen auf der Grundlage von Wissen und Information und mit der Aufrechterhaltung von Menschenrechten.

 

Mihai Tufa

Eine Aktion von HuBB – Humans Before Borders Aktion in Lissabon, September 2020

Und weil das Recht auf Asyl ein Menschenrecht ist, ist es wichtig zu wissen, dass dieses Recht von den Regierungen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union nicht respektiert wird. Schlimmer noch, als Eskalation auf den Widerwillen anderer EU-Staaten, Geflüchtete aufzunehmen, reagiert die Italienische Regierung mit der Kriminalisierung von zivilen Seenotretter/innen und der Blockierung ihres Schiffes, der Iuventa. Traurigerweise, während dieser politischen Machtspiele und Kalkül, sterben immer noch tausendfach Menschen an den europäischen Außengrenzen.

„HuBB und ich persönlich sind der Meinung, dass die Rettung auf See eine Pflicht und niemals ein Verbrechen ist“

Als wir in Portugal ankamen, stellten Fritzi und ich fest, dass die Debatte über solche Themen in Deutschland zwar sehr präsent war, in der politischen und öffentlichen Debatte in Portugal aber fast nicht stattfand, und das wollten wir ändern. Wir begannen, kleine Gedenkaktionen auf öffentlichen Plätzen zu organisieren, um auf die Menschen aufmerksam zu machen, die beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, ums Leben kamen. So haben wir Miguel Duarte kennengelernt, eines der zehn Mitglieder des zivilen Seenotrettungsschiffs Iuventa, das von der italienischen Regierung festgesetzt wurde und dessen Besatzung kriminalisiert wird. HuBB und ich persönlich sind der Meinung, dass die Rettung auf See eine Pflicht und niemals ein Verbrechen ist. Gemeinsam mit Miguel und anderen Menschen, die dieser Überzeugung nahestehen, haben wir im September 2018 HuBB – Humans Before Borders initiiert.

Expat News: Wie setzt ihr dieses Vorhaben konkret um?

Mihai: Bislang haben wir Debatten, Filmvorführungen, Ausstellungen, Proteste, Gedenkfeiern organisiert und zahlreiche E-Mails an Mitglieder des Europäischen Parlaments verschickt. Ein großer Erfolg war eine Kampagne zur Finanzierung der mit der Verteidigung der Iuventa10 verbundenen Gerichtskosten. Wir hatten uns vorgenommen, 5.000 Euro aufzubringen, und nach einem Monat war die Kampagne so erfolgreich, dass wir den 11-fachen Betrag erreichen konnten.

Expat News: Wohin geht deine Reise als nächstes?

Mihai: Im Moment fahren wir nach Sizilien an die tyrrhenische Küste, dann geht es weiter nach Kroatien an der Adria, dann auf den Balkan und nach Griechenland und Rumänien. Aber wir werden sehen, was die Ausbreitung des Virus zulässt. So oder so, sind wir glücklich in unserem kleinen Eigenheim auf rollenden Rädern.

Wo Mihai Tufa gefunden werden kann

The World Photo Tour

Granada - Mihai TufaEine stetig wachsende Kollektion von Fotos aus aller Welt, die mit einem 4.300 km langem Spaziergang begann.

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HuBB – Humans Before Borders

Mihai Tufa - HuBBEine Plattform für Aktionen gegen die inhumane und illegale Behandlung von Migranten und Geflüchteten.

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Eigen:wahrnehmung

Eigenwahrnehmung - Mihai TufaEine interaktive Galerie von Erkundungen und Perspektiven im Zusammenhang mit Identität, dem Selbst und Anderen.

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