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© Vanlife
© indiecampers.de

Vanlife: Diese Tipps sollten Anfänger beherzigen

Urlaub in der freien Natur steht nicht erst seit Coronazeiten ganz oben auf der Liste vieler Menschen. Mobil und frei unterwegs sein, erfreut sich seit Jahren enormer und zunehmender Beliebtheit und ist unter dem Begriff  Vanlife zu einem Trend geworden. Vanlife steht steht auch für Entschleunigung, Nachhaltigkeit und Selbstbestimmung. 

Einfach drauflosfahren, in den Tag hineinleben, spontan stehen bleiben, wo es schön ist, der Natur ganz nahe sein und erst dann weiterziehen, wenn einen die Wanderlust packt. Campen ist so angesagt wie nie zuvor: In der ersten Jahreshälfte 2020 wurden in Deutschland fast 40.000 Reisemobile neu zugelassen. Das ist mit 12 Prozent mehr als im Vorjahr ein neues Allzeithoch.

Dabei dient der Campervan schon lange nicht mehr nur als Vehikel für den Urlaub, sondern wird sogar für Weltreisen genutzt. Die Reisenden – auch „Vanlifer“ genannt geben auf dem sozialen Netzwerk Instagram spannende Einblicke in ihre abenteuerlichen Roadtrips.

Das Unternehmen Jochen Schweizer GmbH hat Vanlife-Tipps zusammengestellt für all jene, die sich mit dem Gedanken tragen, mit Wohnmobil, Camper und Co. die Welt zu erkunden.

Das richtige Gefährt finden: Camper, Van, Wohnwagen oder Zelt auf dem Dach?

Die Wahl des richtigen Fahrzeuges für den Campingurlaub ist entscheidend. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die zu den individuellen Reiseplänen passen. Für alle, die länger an einem zentralen Ort bleiben und von dort aus die Umgebung erkunden möchten, eignet sich ein Wohnwagen. Der kann abgestellt werden, das Auto steht für Tagestouren zur Verfügung. Ist der Plan ein Roadtrip mit ständig wechselnden Stellplätzen, beispielsweise entlang der Küste, dann ist ein Camper, bei dem Fahrerkabine und Wohnraum zusammenhängen, die bequemste Wahl. Besonders beliebt sind hier nach wie vor VW-Busse. Mit den wendigen Vans ist man auch in engen Gassen und kurvigen Straßen flexibel unterwegs. Eine weitere Möglichkeit ist ein Dachzelt. Dieses lässt sich auf das eigene Autodach montieren.

Mieten oder Kaufen?

Beides hat seine Vor- und Nachteile, im Endeffekt muss jeder selbst entscheiden, ob es ein eigenes oder geliehenes Gefährt sein soll. Für Campinganfänger empfiehlt es sich, erstmal zu leihen und zu testen: Passt das Vanlife überhaupt zum eigenen Reisestil? Mieten kann man sich beispielsweise bei Indiecampers. Angaben des Unternehmens zufolge verzeichnet dieses einen Anstieg an Wohnmobilvermietungen von 824 Prozent gegenüber dem Vorjahr. F

Wer es klassisch mag, der kann sich beispielsweise einen alten VW T2  mit einem vollausgestatteten Camper inklusive Stand Up Paddle Board losziehen. Aber auch für die Autozelt-Variante gibt es ausgestattete Mietmodelle, beispielsweise inklusive Slackline, Fahrradträger, Tischtennis-Set, Beachball und Crossboule.

Immer mehr Menschen entscheiden sich zu investieren und sich einen eigenen Van anzuschaffen, den sie dann nach ihren individuellen Wünschen ausbauen. Für den Umbau ist es ratsam, etwas mehr Zeit und Budget einzuplanen. Sebastian: „Wir haben uns einen Iveco Transporter für 6.000 Euro gekauft. Wir dachten der Umbau wird drei Wochen dauern, daraus wurden vier Monate. Budget- und zeittechnisch haben wir uns da ziemlich verschätzt. Wir hatten sowas davor auch noch nie gemacht. Aber mit ein bisschen Ausprobieren und vielen Fehlversuchen sind wir fertig geworden.“, sagt Sebastian, der auf seinem Instagram-Kanal @sebastian_schieren über sein Leben als Vanlifer berichtet.

Tipps für das Do-it-yourself-Projekt Van-Ausbau

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Ein Wohnmobil kann den individuellen Bedürfnissen entsprechend umgebaut werden (© Jochen Schweizer)

Die wichtigsten Voraussetzungen für den Ausbau sind: handwerkliches Geschick, Geduld, Kompromissbereitschaft und Spaß am Rumprobieren. Beim Budget sollte ein Puffer von 20 Prozent einkalkuliert werden. Beim Fahrzeug gibt es grundlegend zwei Wahlmöglichkeiten: einen großen Kastenwagen mit Stehhöhe, beispielsweise einen Fiat Ducato, oder einen kompakten Transporter wie den VW T6. Passende Modelle sind auf dem Gebrauchtmarkt zwischen 5.000 und 10.000 Euro zu finden. Ein genauer Fahrzeug-Check lohnt sich, denn Reparaturen können teuer werden. Sanierungsmaßnahmen, beispielsweise Rostbeseitigung, sollten vor dem Ausbau angegangen werden. Außerdem sollten potenzielle Vanlife-Abenteurer klären, wo der Ausbau stattfinden wird, wer bei Schwierigkeiten hilft und welches Werkzeug und Material benötigt wird.

Eine wichtige Frage für die Gestaltung des Innenraums ist die bevorzugte Urlaubsweise: Fährt man meist auf Campingplätze mit kompletter Infrastruktur oder möchte man nach dem Motto “wild & free” möglichst frei in der Natur campen, wo es erlaubt ist? Wer letzteres möchte, benötigt umso mehr Technik im Fahrzeug. Das fängt an bei der Stromversorgung geht über genügend Wasser- und Gasreserven bis hin zur Küchen- und Sanitärausstattung. 

Vanlife in Zahlen: 

Der Boom bei Reisemobilen und Caravans nach dem Corona-„Lockdown“ erreichte im Juli 2020 neu Höhen, berichtet der Caravaning Industrieverband i.V.. Die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen stiegen auf unglaubliche 16.112 Einheiten. Das sind exorbitante 85,6 Prozent mehr als im Juli 2019. Es ist das beste jemals gemessene Ergebnis für einen einzelnen Monat. Seit Jahresbeginn wurden damit bereits mehr als 70.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen.

Die Caravan-Neuzulassungen stiegen um herausragende 61,7 Prozent und erreichten mit 5.169 Fahrzeugen das beste Juli-Ergebnis in der Geschichte. Auf das Kalenderjahr 2020 gesehen ist der Corona-bedingte Einbruch damit fast vollständig aufgeholt.

Die Neuzulassungen von Reisemobilen verdoppelt sich sogar im Vergleich zum Juli des Vorjahres. 10.943 Fahrzeuge sind der höchste jemals erreichte Wert für einen einzelnen Monat. Seit Jahresbeginn wurde damit fast ein Viertel mehr Reisemobile neuzugelassen als zum selben Zeitpunkt des Rekord-Vorjahres.

 

 

Richtig packen: Weniger ist mehr beim Vanlife

Im Van ist weniger Platz und dadurch kommt nur das mit, was man auch wirklich braucht. Das kann unglaublich befreiend wirken. „Das ist das gute am Vanlife: Man braucht wirklich nicht viel! Wir kaufen alle paar Tage im Supermarkt ein und sind ansonsten komplett autark. Ich mag es einfach alles dabei zu haben was ich brauche. Dann kann ich jeden Morgen einen Kaffee trinken und entscheiden, wo es als nächstes hingeht“, berichtet Sebastian. 

Insbesondere für Vanlife-Anfänger muss die Ausstattung nicht perfekt sein, oftmals zeigt sich erst auf Tour, was wirklich benötigt wird. Konkrete Packlisten für den ersten Campingurlaub gibt es zu genüge im Internet, hier lohnt es sich die Liste laufend zu ergänzen und somit von Trip zu Trip die perfekte Packstrategie zu entwickeln. Während der Tour lohnt es sich dann, Liste führen, auf der alle Dinge gesammelt werden, die in der Campingausstattung noch fehlen und bei Gelegenheit angeschafft werden sollten. Es ist sinnvoll, eine “Grundausstattung” an Koch- und Schlafutensilien und haltbaren Lebensmitteln parat zu haben. So ist der Camper jederzeit startklar für einen spontanen Trip. Frische Lebensmittel und Getränke können dann unterwegs nach Bedarf eingekauft werden. Tipp: regionale Märkte besuchen und so auf Reisen die Spezialitäten des jeweiligen Landes entdecken.