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Ferienmietwagen sind derzeit wieder etwas günstiger.
© Erik Odiin, Unsplash

Ferienmietwagen im Herbst wieder günstiger

Ferienmietwagen kosten diesen September im weltweiten Durchschnitt etwa 230 Euro weniger als im August, ein Minus von 19 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Analyse der ADAC Autovermietung. Kostete ein Mietwagen für eine Woche im beliebtesten Ferienmonat noch etwa 1.212 Euro, sind es im September 982 Euro. In den USA, dem Top-Reiseziel außerhalb Europas, liegt der Durchschnittspreis für die Buchung eines Mietwagens für eine Woche bei etwa 1.114 Euro. Im Vergleich zum August (1.281 Euro) sind das 167 Euro weniger. Wie die ADAC Autovermietung aufzeigt, entspannt sich also die Lage auf dem Markt für Ferienmietwagen, zumindest aktuell. 

Damit schließt sich die Preisentwicklung im September an den Vormonat an. Denn auch Check24 stellte einen Preisrückgang bei Ferienmietwagen fest, und dies bereits für den August. So kostete ein Fahrzeug für die Herbstferien über CHECK24 in der Kalenderwoche 31 (1. bis 7. August) im Schnitt zwölf Prozent weniger als vier Wochen zuvor.

Ferienmietwagen vor allem in Kroatien günstiger

Unter den zehn meistgebuchten Destinationen ist laut CHECK24 der Preisrückgang in Kroatien am größten. Reisende zahlten dort bei einer Buchung für den Zeitraum der Herbstferien Anfang August 31 Prozent weniger als noch Anfang Juli. Pro Tag zahlten Mieterinnen und Mieter in der Kalenderwoche 31 im Schnitt 24,17 Euro. Kroatien hatte zum Zeitpunkt der Messung damit die niedrigsten Mietwagenpreise der beliebtesten Destinationen.

Mit Spanien (minus 19 Prozent), Frankreich (minus 13 Prozent), USA (minus sieben Prozent) und Griechenland (minus sechs Prozent) wurden Leihautos in weiteren beliebten Urlaubszielen wieder günstiger. Allein in Portugal ließ sich ein Anstieg der Mietwagenpreise für die Herbstferien feststellen. Ein Wagen kostete dort pro Tag 44,11 Euro in der Kalenderwoche 31. Damit lag der Preis zwei Prozent über dem von vor vier Wochen.

Gestiegenes Angebot, geringere Nachfrage

Aufgrund der Lieferengpässe der Automobilindustrie war das Angebot verringert. Außerdem haben Vermieter während der Corona-Pandemie die Flotten verkleinert und konnten diese dann nicht wie geplant wieder hochfahren. Die Chipkrise sorgte dafür, dass die Vermieter ihre Fahrzeugflotte nicht im benötigten Maße beziehungsweise nur zu sehr hohen Preisen aufstocken konnten.

„Aktuell werden wieder Fahrzeuge geliefert, wodurch das Angebot der Vermieter größer wird“, stellte Andreas Schiffelholz, Geschäftsführer Mietwagen bei CHECK24, fest. „Außerdem haben die Vermieter mit den Preisen zu hoch gepokert, sodass die Kund*innen beim Buchen zurückhaltend waren. Die mangelnde Nachfrage sorgt nun für sinkende Preise. Ein Ende der Rekordpreise ist in Sicht.“

Die besten Länder für einen Trip mit dem Ferienmietwagen

Auch, wenn aktuell die Kraftstoffpreise derzeit vielen Menschen Sorgen bereiten, dürfte das Auto für viele weiterhin das bevorzugte Verkehrsmittel für Europa-Reisen sein. Dabei bietet sich gerade für die Deutschen ein Trip innerhalb der Landesgrenze an. Denn ein aktuelles Ranking kürte Deutschland kürzlich zum besten Ort für einen Roadtrip auf dem Kontinent. Der Vergleich geht aus einer internationalen Untersuchung der Reisesuchmaschine KAYAK hervor. Die veröffentlichte Ende Juli den Roadtrip Index 2022.

Der Index bewertete 33 europäische Länder anhand von 24 verschiedenen Faktoren bewertet, die für Autoreisen relevant sind. Darunter fallen neben Verkehr etwa Verfügbarkeit von Mietwagen, Preise, Infrastruktur und Sicherheit, Camping sowie Wetter, Natur und Sehenswürdigkeiten. Ein besonderer Fokus lag auf nachhaltigen Autoreisen: Diese Reisekategorie beleuchtete Faktoren wie die Anzahl der Ladestationen für Elektroautos, Ladepreise oder Luftverschmutzung. Der Roadtrip Index ist hier in voller Länge zu finden.

Deutschland bestes Autoreiseziel, Niederlande Nummer 1 bei Nachhaltigkeit

Deutschland setzte sich gegen 32 weitere in Europa analysierte Länder durch. Das Land punktet besonders in den Bereichen Komfort und Infrastruktur sowie bei den Faktoren zu Natur und Sehenswürdigkeiten. Außerdem finden Reisende hier eine hohe Anzahl von E-Ladestationen vor. Somit können sie ihre Reise einfacher nachhaltig gestalten. Ein weiteres Plus ist die Sicherheit. Deutschland verzeichnet deutlich weniger Autounfälle pro 100.000 Einwohner oder Einwohnerin als die meisten anderen analysierten Länder. Spanien, Litauen, Zypern und Frankreich folgen auf Deutschland und komplettieren die Top 5 der Reiseziele, die sich besonders gut für einen Roadtrip eignen.

68 Prozent der Reisenden gaben weiter an, dass ihre Sommerpläne in diesem Jahr durch das Thema Nachhaltigkeit beeinflusst würden. Laut Index 2022 sind die Niederlande das beste Reiseziel für einen nachhaltigen Roadtrip, mit mehr E-Ladestationen pro 100 Quadratkilometer und weniger Autos pro Einwohner als die meisten analysierten Länder. Island und Estland liegen auf den Plätzen zwei und drei, da sie bei der Luftverschmutzung und der Überlastung der Straßen sehr gut abschneiden.

Neben dem Gesamtranking erhalten die Reisenden im Roadtrip-Index auch Empfehlungen für ihre persönliche Art zu reisen. Wer den Schwerpunkt auf Outdoor-Aktivitäten legt, der sollte zum Beispiel nach Frankreich reisen. Das Land schneidet auch bei naturverbundenen Reisenden am besten ab. Serbien bietet dagegen ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Und wer Wert auf Komfort und eine erstklassige Infrastruktur legt, findet in der Schweiz das richtige Ziel.

2022 mehr Suchanfragen für Ferienmietwagen

Eine internationale Studie von KAYAK zeigt außerdem, dass 55 Prozent der Reisenden in dieser Saison mit dem Auto unterwegs sein wollen, nur 35 Prozent planen zu fliegen. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Ergebnissen zu den Mietwagen-Suchanfragen wider, deren Anzahl in Deutschland in den letzten Wochen im Vergleich zu 2019 um rund 172 Prozent gestiegen ist. Die Flugsuche, die nach wie vor den größten Anteil an den Suchanfragen ausmacht, ist im gleichen Zeitraum um rund sieben Prozent zurückgegangen.