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Kostenfalle Mietwagen
© Автошкола ТЕХНИКА, Pixabay

Kostenfalle Mietwagen: ADAC gibt Buchungstipps

Gerade dieses Jahr ist die Gefahr groß, Opfer der Kostenfalle Mietwagen zu werden. Denn die Fahrzeuge sind 2022 knapp und teuer. Grund sind die verringerten Fahrzeug-Kontingente während der Pandemie, die aufgrund der Lieferengpässe bei den Automobilherstellern jetzt nicht vollständig aufgestockt werden können.

„Trotz der gestiegenen Preise sollte man beim Preisvergleich nicht auf die ersten Lockangebote vertrauen“, rät Tobias Ruoff, Geschäftsführer der ADAC Autovermietung. „Wichtig ist, vor der Buchung die Gesamtpakete zu vergleichen, sonst kann man schnell in die Kostenfalle tappen.“

10 Tipps fürs richtige Buchen

Die Autovermietungs-Sparte des ADAC hat daher zehn Tipps veröffentlicht, mit denen sich Kostenfallen bei der Mietwagenbuchung umgehen lassen. 

Wer seinen Mietwagen vorab bei einem deutschen Vermieter oder Vermittler wie zum Beispiel der ADAC Autovermietung bucht, muss sich nicht vor Ort durch oft unverständliche Vertragsbedingungen quälen. Der Mietvertrag wird übrigens nicht mit den Online-Portalen, sondern immer direkt mit dem Vermieter vor Ortgeschlossen. Reklamationen müssen Reisende deswegen in der Regel auch direkt beim Vermieter platzieren.  .

Ein Miet-Tag beträgt 24 Stunden: Wer diesen Zeitraum auch nur um ein paar Minuten überzieht, dem wird ein weiterer voller Tag berechnet.

Umfassende Sicherheit ist keine Kostenfalle

Optimal ist die Tankregelung „full-to-full“: mit vollem Tank abholen und mit vollem Tank zurückgeben. Dadurch lassen sich teils überhöhte Tankpauschalen sparen. Reisende zahlen dann nur den tatsächlich verbrauchten Kraftstoff zu normalen Tankstellenpreisen. Wer auf Nummer sicher gehen will, tankt direkt vor dem Zurückgeben und legt bei der Rückgabe auf Nachfrage die Quittung vor.

Um bei großen und kleineren Unfällen abgesichert zu sein, empfiehlt sich eine echte Vollkasko-Versicherung mit Diebstahlschutz ohne Selbstbeteiligung. Die Versicherungssumme der Haftpflicht sollte dabei mindestens eine Million Euro betragen. Auf jeden Fall sollten Glas, Felgen und Reifen mitversichert sein. Schließlich sind dort sind Schäden am häufigsten.

Mietwagen im Mai 2022 um 48,7 Prozent teurer als im Vorjahresmonat

Mietwagen verteuern sich in Deutschland zunehmend. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, erhöhten sich die Preise für Mietwagen in Deutschland im Mai 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat um 48,7 %. Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise insgesamt sind im gleichen Zeitraum um 7,9 Prozent gestiegen.

Überdurchschnittliche Preisanstiege bei Mietwagen sind bereits seit Längerem zu beobachten: Insbesondere seit Mai 2021 müssen die privaten Haushalte für das Mieten von Kraftfahrzeugen in Deutschland zweistellige Teuerungsraten hinnehmen.

Die Gründe für den deutlichen Preisanstieg ab Mitte 2021 sind vielfältig, z. B. hatten viele Anbieter von Mietwagen im ersten Corona-Jahr ihre Fahrzeugflotten verkleinert.

In den rund 4 400 Unternehmen in Deutschland, die Mietwagen anbieten, arbeiteten im Jahr 2020 rund 31 900 Beschäftigte. Sie erwirtschafteten einen Umsatz von rund 34,7 Milliarden Euro. In 2020 lag die Preisentwicklung bei Mietwagen im Jahresdurchschnitt mit 0,8 % nur knapp über der Gesamtteuerung mit 0,5 Prozent.

Am Ende der Mietwagen-Buchung sollte der Gesamtpreis mit allen Versicherungen und Gebühren ausgewiesen sein. Ist dies nicht der Fall, muss man vor Ort mit teils hohen Zusatzkosten rechnen. Oft versuchen die Anbieter am Urlaubsort, zusätzliche Versicherungspakete zu verkaufen. Da Kundinnen und Kunden meist eine Versicherung mit dem Vermittler und nicht mit dem Vermieter abgeschlossen haben, versucht dieser dann am Urlaubsort „seine“ Versicherung zu verkaufen. Man sollte deswegen die Buchungsunterlagen dabeihaben. So lässt sich eindeutig der Versicherungsstatus überprüfen.

Bei der Fahrzeugabholung sollte penibel auf Vorschäden geachtet werden. Sind diese nicht im Übergabe-Protokoll vermerkt, muss der Mieter darauf bestehen, dass diese eingetragen werden. Ebenso sollten Mieterinnen und Mieter bei der Rückgabe darauf bestehen, dass das Fahrzeug in seiner oder ihrer Anwesenheit auf Schäden geprüft und das Ergebnis schriftlich festgehalten wird.

Eine Kostenfalle steckt oft in den Details der Buchung

Extras wie Kindersitze sollte man unbedingt schon vorab buchen. Ansonsten steht man vor Ort ohne die gewünschte Ausstattung da und hat zu Beginn noch keinen Überblick über die tatsächlichen Gesamtkosten. Auch der zunächst günstigste Mietwagen-Anbieter kann durch die zugebuchten Extras plötzlich teurer sein als das Angebot, das zuvor teurer schien. 

Unbegrenzte Kilometer sind bei der ADAC Autovermietung im Ausland Standard. Ist dies bei anderen Anbietern nicht der Fall, sollten Reisende am besten vorab überschlagen, wie viele Kilometer voraussichtlich gefahren werden. Im Urlaub, wo man oft spontan unterwegs ist, wird dies jedoch meist schwierig. Wer die Inklusive-Kilometer überschreitet, muss mit hohen Kosten pro Extra-Kilometer rechnen.

Kostenfalle Mietwagen

Gerade wegen der aktuell hohen Preise sollte man bei der Mietwagenbuchung das gesamte Preis-Leistungs-Paket vergleichen. (Foto: ADAC SE)

Wenn möglich sollte man bei international agierenden Anbietern buchen. Hier kann man davon ausgehen, dass die Fahrzeuge technisch einwandfrei sind, die Fahrzeuge nicht unendlich viel Laufzeit haben und der Betreiber Hygienestandards beachtet. Außerdem haben diese Vermieter Stationen innerhalb des Flughafens. Somit erspart man sich lange Fahrten mit dem Taxi oder Sammelbus zur Vermietstation. Wer auf Schnäppchen bei kleinen lokalen Anbietern vor Ort hofft, wird dieses Jahr wahrscheinlich leer ausgehen. Wahrscheinlicher ist es, dann ganz ohne Fahrzeug dazustehen, wenn man nicht vorab gebucht hat.

Manchmal ist die Wunschauto-Kategorie trotz rechtzeitiger Buchung vor Ort nicht verfügbar. Der Vermieter bietet dann in der Regel ein kostenloses Upgrade auf eine höhere Kategorie an. Wer dieses gute Angebot annimmt, sollte sich jedoch rückversichern, dass dadurch keine versteckten Kosten lauern.

Kostenfalle Mietwagen

Wer im Urlaub im Ausland aber auch im Inland mobil sein will, greift häufig zum Mietwagen. Laut Statista Global Consumer Survey sind Europcar und Sixt für die Deutschen die beliebtesten Anbieter für Miet- und Leihwagen. Wie die Infografik von Statista zeigt, haben rund 33 Prozent der Befragten angegeben in den vergangenen zwölf Monaten den Service von Europcar in Anspruch genommen zu haben. Mit 31 Prozent ähnlich viele, haben sich für die Autovermietung von Sixt entschieden. Avis und Hertz wurden im letzten Jahr von etwa 16, respektive 15 Prozent der Befragten genutzt.

Der US-amerikanische Anbieter Enterprise ist laut Analysen von Brand Finance der wertvollste Autovermieter weltweit – der Markenwert wird auf etwa sieben Milliarden US-Dollar taxiert. Trotz der Größe des Unternehmens und weltweit operierenden Geschäftsstellen hält sich die Bekanntheit in Deutschland noch in Grenzen. Mit etwa elf Prozent haben vergleichsweise wenige Befragte in letzter Zeit ein Auto über Enterprise gemietet.