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Nachhaltig Reisen: Wie man den ökologischen Fußabdruck verringern kann

Die Deutschen lieben das Reisen, aber sie wollen es nicht mehr um jeden Preis tun. Das gilt insbesondere für die jungen Leute, die gerne unter der Generation Z (18 bis 24-Jährige) zusammengefasst werden. Ihnen ist es wichtig, nachhaltig zu reisen einen möglichst geringen Fußabdruck zu hinterlassen. Mit diesen Gadgets ist es möglich.

Viele junge Deutsche haben beim Thema Reisen den Umweltschutz im Hinterkopf. 75 Prozent der Befragten einer Studie von Google, die Statista durchgeführt hat, finden Nachhaltigkeit beim Reisen grundsätzlich wichtig. Geht es aber darum, den Urlaub tatsächlich nachhaltiger zu gestalten, würde nur ein Drittel dafür auf Flugreisen verzichten. Bei jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) sind es sogar nur 25 Prozent.

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Die Beliebtheit von Flugreisen – trotz gesteigertem Interesse an Nachhaltigkeitsthemen – lässt sich auch in der Google-Suche erkennen. So verzeichnete das Suchvolumen nach dem Thema Fliegen dieses Jahr einen Anstieg von 150 Prozent gegenüber dem Frühjahr 2021 und ist wieder auf dem gleichen Niveau wie vor der Pandemie im Frühjahr 2019.

Vor allem junge Erwachsene bestätigen in der Umfrage diesen Trend: 43 Prozent der befragten 18- bis 24-Jährigen planen, 2022 das Flugzeug für ihre Reise zu nutzen, gefolgt von Auto und Camper (29 Prozent) sowie Zug und Bus (21 Prozent). In der Gesamtumfrage landen Flugreisen mit 36 Prozent auf Platz 2 hinter dem Individualverkehr.

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Das höchste Interesse an einem nachhaltigen Urlaub ist deutschlandweit übrigens in Hamburg zu finden. In keinem anderen Bundesland ist das Suchvolumen nach „nachhaltigem Reisen“ höher. Auf Platz 2 und 3 reihen sich Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ein.  m Urlaub ist es 76 Prozent wichtig, einen geringen Fußabdruck zu hinterlassen.

Mietwagen für junge Leute auf Reisen kein Muss

Zu den Maßnahmen, um dies zu erreichen, gehören für die Gen Z zum Beispiel die Müllvermeidung sowie das Strom- und Wassersparen am Urlaubsort – jeweils 42 Prozent und 46 Prozent sind hierzu bereit. Auch ein Mietwagen vor Ort ist für etwa ein Drittel der Befragten kein Muss. 31 Prozent der Gen Z-Befragten sind bereit, einen entsprechenden CO2-Ausgleich zu leisten, um dafür mit dem Verkehrsmittel ihrer Wahl in den Urlaub zu fahren. In der Gesamtumfrage sind es nur 21 Prozent. Allerdings wären nur 37 Prozent (gesamt 45 Prozent) bereit, mehr Geld für eine nachhaltige Reise auszugeben, wenn es nicht zu viel kostet.

Nachhaltig (er) Reisen: Mit diesen 10 Tipps ist es möglich

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1. Bei Reisen mit dem Elektroauto: Richtige Ladekarte und App einsetzen

Das beliebteste Fortbewegungsmittel der Deutschen für Reisen ist nach wie vor das Auto. Auf dem europäischen Lademarkt haben sich einige Anbieter etabliert. Oft reicht eine Ladekarte dieser Anbieter aus, um fast alle Ladestationen in ganz Europa anfahren zu können. Möglicherweise wird aber auch eine zusätzliche Ladekarte für die Reise benötigt. Nicht alle Karten funktionieren an allen Ladestationen. Fahrer*innen von Elektroautos sollten sich deshalb vor dem Urlaub über Art und Umfang ihrer Ladekarte bzw. App informieren.

Zusatz-Ladekabel mitnehmen

Bei längeren Reisen ist es wichtig, dass mehrere Ladeoptionen zur Verfügung stehen. Es empfiehlt sich, zusätzlich zum normalen Kabel ein Kabel mitzunehmen, das an eine herkömmliche Steckdose angeschlossen werden kann.

2. Power-Bank mit Solar-Panel

Auf Reisen sind Smartphone und Tablets besonders oft zur Hand: Man fotografiert viel, nimmt Videos auf und nutzt Navigations- und Apps vom öffentlichen Nahverkehr besonders intensiv. Schnell kann da der Akku schlapp machen, aber eine Steckdose zum Aufladen ist nicht in Reichweite. Deswegen nutzen viele mobile Powerbanks, um das Handy unkompliziert unterwegs wieder mit Strom zu versorgen.

Eine nachhaltige Option sind Powerbanks, die sich mit Sonnenenergie laden lassen. Dabei hat man die Wahl zwischen kompakten aber oftmals leistungsschwachen Solar-Powerbanks und größeren, aber leistungsfähigeren Solarpanels, mit denen man eine gewöhnliche Powerbank laden kann. Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Modellen unterschiedlicher Preiskategorien von verschiedenen Herstellern. Ein passendes Modell sollte für jeden Bedarf dabei sein.

3. Fahrradverleihstationen vor Ort nutzen

Klimaforschende der Universität Sydney haben 2019 herausgefunden, dass die weltweiten CO2-Emissionen zu rund acht Prozent auf den Tourismus zurückzuführen sind. Das umweltfreundlichste Fortbewegungsmittel im Tourismus ist das Fahrrad. Auf 1.200 Kilometern gerechnet, verbraucht das Fahrrad nur 18 Kilogramm CO². Zum Vergleich: Ein Auto, das mit Diesel fährt, verbraucht im Schnitt auf derselben Strecke fast 250 Tonnen CO².

Wer im Urlaub auf Leihfahrräder statt Mietwagen setzt, tut nicht nur etwas für die Umwelt, sondern auch für seine Gesundheit und spart nebenbei noch Geld. Denn Mietwagen sind derzeit so teuer wie noch nie zuvor. Mittlerweile setzen die meisten europäischen Großstädte auf das öffentliche Rad, dass bequem per App ausgeliehen werden kann. Auch Fahrradverleih-Stationen bieten sich an.

4. Wiederverwendbare Trinkflaschen, Becher und Brotdosen

Je nach Aufenthaltsland, ist zwar nicht immer einfach, sauberes Trinkwasser zu finden, jedoch bieten mittlerweile zahlreiche Flughäfen, Hotels und öffentliche Orte Trinkwasserbrunnen oder kostenlose Abfüllstationen an.

Auch im Flieger lässt es sich so vermeiden, aus den angebotenen Plastikbechern zu trinken, denn Airlines verwenden an Bord ohnehin viel zu viel unnötiges Plastik. Und wer sich auf Reisen selbst versorgt und Snacks für unterwegs benötigt, kann auf Alufolie und co. verzichten, wenn er stattdessen beispielsweise stabile Aluminium-Brotdosen verwendet.

5. Handtücher aus Bambus-Mikrofaser-Gemisch

Ein strapazierfähiges Handtuch ist auf Reisen Gold wert. Wer ökologisch denkt, sollte sich hier Gedanken über das Material machen. Expert*innen empfehlen ein Bambus-Mikrofaser-Gemisch. Bambus ist in der Herstellung weitaus nachhaltiger und umweltfreundlicher als beispielsweise Mikrofaser. Denn Bambus ist ein Gras und wächst außerordentlich schnell bis zu 1,60 Meter pro Tag. Bambus verbraucht zudem wenig Wasser und kommt auch ohne Dünger oder Pestizide aus. Der Anbau ist ein in sich geschlossener Kreislauf, denn bei der Ernte werden nur die verholzten Stämme entfernt und die Wurzelstöcke bleiben im Boden. Somit verhindern sie Bodenerosion und wachsen direkt als neue Bambusstauden wieder nach.

Darüber hinaus ist Bambus von Natur aus antibakteriell und anti-mikrobiell und wirkt bereits als Werkstoff der Keimbildung entgegen. Da es bislang leider keine Handtücher aus 100 Prozent Bambusfasern gibt, erhält man in der Regel Handtücher aus einer Mischung aus Bambus und Mikrofaser. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Fall neben dem Material und der Herstellung auch die Wiederverwendbarkeit und Langlebigkeit eines Produktes.

6. Zertifizierte Stoffbeutel nutzen

Stoffbeutel sind „Plastikmüllvermeider“, denn bei der Entsorgung kann der Stoffbeutel ökologisch punkten. Man sollte allerdings darauf achten, dass der Beutel aus Bio-Baumwolle hergestellt wurde.

Bei Baumwollprodukten wie T-Shirts oder auch Baumwolltaschen sollte man auf die „Gots“-Zertifizierung achten, also auf zertifizierte Bio-Baumwolle mit einer verbesserten Ökobilanz,  da keine synthetisch-chemischen Pestizide und Dünger eingesetzt werden. Und darüber hinaus sollte man auch noch auf Fairtrade achten, denn auch eingehaltene Sozialstandards tragen zu Nachhaltigkeit bei.

7. Seifen und feste Haarshampoos mitnehmen

Seifen speziell für die Körper- und Haarpflege sparen nicht nur Platz im Rucksack oder Koffer, sondern sind auch deutlich umweltfreundlicher als Duschgel und klassisches Haarshampoo. Feste Shampoos sind in der Regel umweltfreundlicher fürs Abwasser, da sie ohne Konservierungsstoffe und meist auch mit weniger Duft- und Farbstoffen auskommen. Sie werden zudem häufig in Papier oder Pappe verpackt – auf umweltschädliche Plastikflaschen wird verzichtet. Und sie sind in der Regel ergiebiger als ihre flüssigen Konkurrenten. Dadurch halten sie viel länger

Der Transport von festen Shampoos und Körperseifen verbraucht weniger Energie, da sie weniger Platz als Shampoo-Flaschen einnehmen.

8. Riffsichere Sonnencreme

Einer der Gründe für das Korallensterben sind die unfassbaren Mengen an Sonnenmilch, die über Menschen in die Meere gelangen. Bis zu 14.000 Tonnen sind das jährlich, so das Ergebnis einer Studie. Hawaii und Florida haben schon vor Jahren die Notbremse gezogen und schädigende Sonnencreme die sogenanntes Oxybenzon enthalten, per Gesetz verboten. Der chemische UV-Schutz ist für das Korallensterben mitverantwortlich. Bereits geringste Mengen können Korallen innerhalb von vier Tagen vollständig ausbleichen lassen. Weitere Verbote gibt es auf den Jungferninseln, in Palau, in Bonaire und Mexiko.

Riffsichere Sonnencremes verzichten auf chemische UV-Filter chemische UV-Filter wie Oxybenzon, Octocrylen, Octinoxate und Ethylhexyl Salicylat. Sie verwenden stattdessen in der Regel minderalische UV-Filter wie Zinkoxid und Titaldioxid. Sie kommen beispielsweise in Naturkosmetik-Sonnencremes vor.

9. Rasierhobel

Bei einem Rasierhobel handelt es sich um Rasierer, dessen Kopf aus Edelstahl gefertigt ist. Auch der Griff besteht aus umweltfreundlichen Materialien wie Metall oder Holz. Bei sorgfältiger Nutzung hält er ein Leben lang, da nur die Klingen, die mit Metall recycelt werden können, regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Er ist also bedeutend nachhaltiger und hat eine wesentlich bessere Umweltbilanz als der Einweg- oder Nassrasierer. Er eignet sich sowohl für Männer als auch für Frauen.

10. Auf Siegel achten

Es gibt inzwischen einige Siegel, die Reisenden dabei helfen, nachhaltige Angebote zu finden. Folgende zählen dazu:

Green Globe

Diese international anerkannte Zertifizierung für Tourismusunternehmen und Hotels honoriert weltweit deren nachhaltige Aktivitäten. Das Zertifikat gibt es bereits seit den 90-er Jahren.

Green Sign

Dieses Gütesiegel für nachhaltige Hotelführung hat bisher 270 Hotels  in 15 europäischen Ländern ausgezeichnet. Verliehen wird das Zeichen von InfraCert, dem Institut für nachhaltige Entwicklungen in der Hotellerie.

EarthCheck

Die internationale Tourismusberatungsgruppe mit Hauptsitz in Australien ist die weltweit führende wissenschaftliche Zertifizierungs- und Beratungsgruppe für Reisen und Tourismus. Bereits seit 1987 hilft die Organisation Unternehmen, Gemeinden und Regierungen dabei, saubere, sichere, wohlhabende und gesunde Reiseziele zu schaffen.

EU Ecolabel

Dieses Zertifikat wurde 1992 von der Europäische Kommission ins Leben gerufen. Es labelt umweltfreundliche Produkte, aber auch Beherbergungsbetriebe und Campingplätze in Europa und ist in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen, Island und Liechtenstein anerkannt.

TourCert

Dieses Tourismus-Zertifikat wird an Reiseveranstalter, Reisebüros und Unterkünfte vergeben, die „verantwortungsvollen Tourismus“ praktizieren. Dazu gehören umweltrelevante Aspekte wie Wasser- und Energieverbrauch, Müllentsorgung, Natur- und Artenschutz, aber auch soziale Fragen wie faire Arbeitsbedingungen und Löhne für die Angestellten. Neben den TourCert-Standorten in Deutschland werden die Zertifikate auch auf weitere Länder ausgeweitet – aktuell insbesondere in Lateinamerika.

Diesen Nationen ist Nachhaltigkeit beim Reisen besonders wichtig

Besonders ausgeprägt ist der Nachhaltigkeitsgedanke in China – dem Land, das absolut gesehen den höchsten Beitrag zu den weltweiten CO2-Emissionen beisteuert. das ist deutlich mehr als in den USA – die bei den CO2-Emissionen auf Platz zwei liegen. Am kleinsten ist die Lücke zwischen Natur und Nachhaltigkeit bei den Briten. Nur ein Drittel der britischen Studienteilnehmer*innen schätzt naturnahen Urlaub, 23 Prozent ist nachhaltiger Tourismus wichtig.

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