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Nachhaltigkeit in Thailand
© SEED, Fang Thai

Nachhaltigkeit in Thailand: Diese Projekte machen die Wirtschaft grüner

Nachhaltigkeit in Thailand wird immer wichtiger – für den Tourismus des Landes, aber auch seine Wirtschaft insgesamt. Mit weißen Stränden und türkisblauem Meer lockt Thailand jedes Jahr viele Touristen an. Doch der Staat will nicht nur für Touristenmassen stehen. In dem asiatischen Land gibt es viele nachhaltige Projekte und Initiativen für mehr Nachhaltigkeit in Thailand. Welche innovativen Alternativen es zu Plastik gibt und wie Recycling in Thailand umgesetzt wird, erfahren Sie hier.

Nachhaltigkeit in Thailand schließt auch das Meer ein

Seit dem 1. Januar 2020 werden in circa 25.000 Einzelhandelsgeschäften landesweit keine Einweg-Plastiktüten mehr angeboten. Bis Ende 2022 wird Thailand auch Styropor-Lebensmittelbehältern, Plastikstrohhalmen und Plastikbechern verbannen. Die thailändischen Behörden haben außerdem den Import von Gesundheits- und Pflegeprodukten mit Mikroplastik verboten. Mikroplastik findet beispielsweise in Gesichtsspeelings Verwendung. Das Problem der Plastikprodukte bekam viel mediale Aufmerksamkeit durch Bilder, die den mit Plastik gefüllten Darm des Meeressäugers Dugong zeigten. Thailand investiert gemeinsam mit verschiedenen internationalen Unternehmen in alternative Biokunststoffe aus Maniok oder Zuckerrohr.

Nachhaltigkeit in Thailand heißt auch, das Mikroplastik im Meer zu bekämpfen

© TAT

Nachhaltigkeit in Thailand bindet die Bevölkerung ein

Die thailändische Stadt Phitsanulok wurde Dank gut organisierter Mülltrennung und effizientem Recycling zur Vorzeigestadt. Die ehemalige Bürgermeisterin Premruadee Charmpoonod ist stolz darauf, dass ihr Abfallwirtschaftskonzept als landesweites Vorbild gilt. Die Stadt hat den ersten Preis des nationalen „Zero Waste Management“-Wettbewerbs gewonnen. Die Kampagne der „Gemeindebasierten Abfallwirtschaft“ konnte die Bevölkerung sensibilisieren. Auch Kinder werden als wichtiger, verantwortungsbewusster Nachwuchs eingebunden. Die Programmverantwortlichen haben bei der Entwicklung Unterstützung durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) erhalten.

Mit Geisternetzen gegen die Pandemie

Um Nachhaltigkeit in Thailand durchzusetzen, muss das Land sich auch einem eigentlich wichtigen Wirtschaftszweig stellen: der Fischerei. Das Projekt „Net Free Seas“ befreit Thailands Gewässer von weggeworfenen Fischnetzen. Die Küstengemeinden sammeln die Netze und verarbeiten sie weiter. Das schützt die Meerestiere und unterstützt gleichzeitig die lokalen Dörfer. Schätzungen zufolge werden jedes Jahr mindestens 640.000 Tonnen Fanggeräte in den Meeren zurückgelassen. Sie treiben jahrzehntelang umher, was Wale, Delfine, Schildkröten, Seevögel und sogar ganze Korallenriffe gefährdet.

Die Projektkoordinatoren von Net Free Seas besprechen mit den Fischern vor Ort, wie sie das Projekt bei sich umsetzen können. Die Fischer sammeln die sogenannten Geisternetze, reinigen sie schonend und pressen sie zu Blöcken. Eine Recyclingfirma verarbeitet sie dann zu Pellets, die wiederum Grundlage für neue Produkte bilden. Die thailändische Designmarke Qualy beispielsweise fertigt Visiere zum Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung und Schlüsselanhänger. Die EJF hofft, dass das Projekt erfolgreich verläuft und in anderen Ländern starten kann.

Nachhaltigkeit in Thailand: Mikroplastik muss aus dem Meer verschwinden

© EJF

Schuhe aus Meeresmüll

Auch Tlejourn Shoes beschäftigen sich mit Plastik, das im Meer treibt. Aus dem Meeresmüll entstehen recycelte Schuhsohlen für Flip-Flops. Das Projekt arbeitet mit freiwilligen Helfern der Organisation Trash Heros zusammen, die Müll von Stränden einsammeln. Außerdem beteiligen sich Polymerwissenschaftler der Prince of Songkhla University Pattani sowie Designermarken und Einheimische der Provinz Pattani. Die Einnahmen gehen an die einheimischen Schuhmacher und die lokale Trash Hero Organisation in Pattani. Tlejourn möchte auf das Problem der Meeresverschmutzung aufmerksam machen und die Kunden zu einem nachhaltigen Lebensstil ermutigen.

Vom Abfallprodukt zur Plastikalternative

Unternehmerin Jaruwan Khammuang hat mit Reisstroh, normalerweise ein Abfallprodukt, ihr Startup Fang Thai gegründet. Das Unternehmen stellt Reispapier und Einweggeschirr her. So verwendet sie das Stroh sinnvoll weiter,  und es entsteht kein schädliches CO2 durch die eigentlich übliche Entsorgungsmethode: das Verbrennen. Außerdem erhalten die angestellten Reisbauern eine Arbeit, da sie nach der Ernte oft arbeitslos wurden. 2019 hat das Unternehmen den SEED Low Carbon Award gewonnen und so finanzielle Unterstützung erhalten. Fang Thai stellt recycelbare Verpackungen sowie Notizbücher und andere individuell designte Papeterie-Artikel her.

Nachhaltigkeit in Thailand

© SEED, Fang Thai