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Bleisure-Trips: Homeoffice lädt zur Vermischung von Privatvergnügen und Arbeit ein

Bleisure-Trips, also Trips, die gleichzeitig Business und Pleasure (Freizeit) dienen, lagen bereits vor Corona im Trend. Doch in einem Jahr, in dem viele Unternehmen die Möglichkeiten für Homeoffice und Remote-Work immens ausgeweitet haben, bietet sich diese Verbindung für viele Arbeitnehmer mehr an als je zuvor.

Job und Privatleben vermischen sich durch Corona immer mehr – auch auf Geschäftsreisen oder beim Arbeiten im Ausland. Wenn sie schon im Homeoffice sitzen und womöglich Kurzarbeit leisten, wollen sich viele Beschäftigte zumindest etwas gönnen und an einem schönen Ort arbeiten. Arbeitgeber können mit einer flexiblen Wahl des Arbeitsortes der Belegschaft „Danke“ sagen für deren Unterstützung in der Corona-Zeit.

Denn auf Reisen Nützliches mit Angenehmem zu verbinden, lag schon lange im Trend: Sieben von zehn Angestellten haben schon mal Berufliches und Privates zu einem sogenannten Bleisure-Trip verbunden. Das ist ein Ergebnis der Studie „Chefsache Business Travel 2020“, einer Initiative von Travel Management Companies im Deutschen Reiseverband (DRV). Bleisure Work könnte sich zu einem neuen Trend in der Arbeitswelt entwickeln.

Bleisure wird zum Kriterium bei der Arbeitsplatz-Wahl

Zuerst wurden Selbstständige und Startups auf Bleisure Work aufmerksam, mit andauernder Pandemie fragen sich jedoch immer mehr Arbeitnehmer, warum sie ihren Laptop weiterhin im kalten Deutschland aufschlagen sollten. „Das Homeoffice erlebt durch die Pandemie einen großen Schub und schafft neue Möglichkeiten, die Arbeit am Küchentisch mit einem Blick auf Strand, See oder die Berge zu kombinieren. Dabei ist nicht einmal ein teures Hotel nötig. Inzwischen ist in vielen Fällen möglich, vom Wohnwagen aus zu arbeiten. In Bleisure Work statt Bleisure Travel sehen wir als starken neuen Trend, besonders bei jüngeren Arbeitnehmern,“ sagt Andreas Neumann, Geschäftsführer von DERPART Reisevertrieb.

Beisure

Arbeitgeber kostet das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter nicht zwingend Geld, nur einige organisatorische Anpassungen. „Die Voraussetzung für Bleisure Work ist, dass Geschäftsreisende die zusätzlichen Kosten selbst tragen“, sagt Neumann. „Darüber hinaus ist es wichtig, dass Firmen die Rahmenbedingungen durch Reiserichtlinien vorgeben. Darin sollte zum Beispiel geregelt sein, wie lange Mitarbeiter ihre Geschäftsreise verlängern und ob sie im Ausland arbeiten dürfen – oder ob sie dann über die Firma versichert sind.“

Gerade die planerischen Hürden sollten allerdings nicht unterschätzt werden. Technisch ist zwar vieles möglich, und oft braucht es ja nur ein Notebook mit Internetverbindung, um sich für den Arbeitsalltag zu rüsten. Wie in den meisten Sachverhalten bei Beschäftigung im Ausland, arbeitet der Mitarbeiter im Geltungsbereich des jeweiligen Tätigkeitsstaates. Das bringt natürlich gewisse Änderungen mit sich. Vor allem aber Arbeitgeberpflichten. Die Anforderungen können je nach Tätigkeitsstaates ganz unterschiedlich ausfallen. 

Die arbeitsvertragliche Gestaltung dieser Sachverhalte und die Auswirkungen auf Steuer- und Sozialabgaben sind stets komplex und sind zu prüfen, bevor die Zusicherung gegenüber den Mitarbeitern erfolgt. Einen genaueren Einblick über den Aufwand und eine Darstellung bestehender Risiken liefert der Auslandsexperte BDAE Consult in einem Online-Seminar am 22. Februar 2021.

Bleisure: Arbeiten wo sich andere Vergnügen

Schon vor Corona haben Mitarbeiter gerne bei der Dienstreise die Arbeit mit einer schönen Umgebung verbunden. 57 Prozent verlängerten ihre Geschäftsreise laut Studie, um eine neue Stadt oder Umgebung kennenzulernen.

Besonders populär ist dieses Bleisure Travel bei Geschäftsführern. Neun von zehn CEOs haben die Möglichkeit bereits genutzt, aber nur fünf von zehn Führungs- und Fachkräften. Auch Mitarbeiter unter 40 Jahren verlängern häufig Geschäftsreisen aus privaten Gründen. Während 84 Prozent von ihnen das bereits getan haben, gilt das lediglich für 58 Prozent der über 40-Jährigen. Und jetzt wollen die Arbeitnehmer gleich im Ausland bleiben und von dort weiterarbeiten. Einige Karibikinseln haben schon reagiert und bieten kostenlose Arbeitsvisa an.

Co-Working liegt im Trend

Neben dem Arbeiten im Ausland nutzen auch immer mehr Angestellte die Angebote von Co-Working-Spaces. 49 Prozent der Befragten der Studie „Chefsache Business Travel 2020“ haben bereits fremde, externe Büros genutzt und 29 Prozent würden so ein Angebot annehmen. Co-Working findet damit eine größere Akzeptanz als Airbnb oder Carsharing. 60 Prozent wollen in der Zukunft ein Gemeinschaftsbüro nutzen. Es sind vor allem die Männer und die 18- bis 39-Jährigen, die so ein Angebot gut finden. „Die Geschäftsreise ohne Übernachtung wird immer wichtiger. Mitarbeiter im Homeoffice suchen einen ruhigen Platz zum Arbeiten und nutzen dafür Hotels oder Co-Working-Spaces. Auch hier können Geschäftsreisebüros helfen“, sagt Neumann.