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deutsche Expats im Ausland
© InterNations

Studie: Wie deutsche Expats ticken und wie sie sich ihr Arbeitsleben vorstellen

Deutsche Expats gehen vor allem der Karriere wegen ins Ausland. Das gilt zumindest für mehr als jeden zweiten (52 Prozent) Bundesbürger. Dabei sind Entsendungen bei den deutschen Befragten viel üblicher als im weltweiten Durchschnitt: 21 Prozent der deutschen Expats wurden von ihrem Arbeitgeber ins Ausland geschickt entsendet, verglichen mit 13 Prozent weltweit.

Außerdem fanden 17 Prozent selbst einen Job, elf Prozent wurden international angeworben, und 3Prozent zogen ins Ausland, um dort ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Das sind Ergebnisse aus der aktuellen Expat Insider Studie 2021 von InterNations.

Hauptaugenmerk der diesjährigen Studie liegt auf Zukunft der Arbeit im Ausland. Expats auf der ganzen Welt teilen ihre Erfahrungen, wie es wirklich ist, im Ausland zu arbeiten, und beschreiben ihre Arbeitsbedingungen. Zudem geben sie Einblicke, wie neue Arbeitsweisen (beispielsweise mobiles Arbeiten) ihre Arbeitswelt verändern und was sie sich für die Zukunft wünschen.

Deutsche Expats arbeiten viel und verdienen gut

Die Mehrheit der deutschen Expats arbeitet Vollzeit (83 Prozent), und sie arbeiten etwas länger als Expats im Durchschnitt: Die durchschnittliche Arbeitszeit aller Studienteilnehmer aus Deutschland liegt bei 41,4 Wochenstunden, im Vergleich zu 39,9 Stunden pro Woche weltweit. Das könnte erklären, wieso nur 65 Prozent der Deutschen mit ihren Arbeitszeiten zufrieden sind, was unter dem weltweiten Durchschnitt liegt (70 Prozent). Jedoch sind knapp zwei Drittel (67 Prozent) mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden; dies entspricht ungefähr dem globalen Durchschnitt von 68 Prozent.

deutsche Expats - Soziodemographie

Deutsche Expats sind im Vergleich zu anderen Nationalitäten älter (Durchschnittsalter fast 48 Jahre), arbeiten häufiger im Maschinenbau und Ingenieurswesen und verdienen überdurchschnittlich gut. Ganze 84 Prozent können ortsunabhängig arbeiten.

In jedem Fall scheinen die langen Arbeitstage sich zu lohnen: Fast zwei von fünf Deutsche, die im Ausland arbeiten (39 Prozent), verdienen mindestens 100.000 US-Dollar pro Jahr, im Vergleich zu nur 23 Prozent der Expats weltweit. Der Anteil der deutschen Expats, die ein Jahreseinkommen von mindestens 250.000 US-Dollar haben (7 Prozent), ist sogar mehr als doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt (3 Prozent). Andererseits verdient nur rund ein Viertel (26 Prozent) bis zu 50.000 US-Dollar im Jahr, was jedoch auf 44 Prozent weltweit zutrifft.

Jeder dritte deutsche Expat arbeitet gerne von zu Hause

Gleichwohl ist eine gute Bezahlung nur der vierthäufigste genannte Aspekt, den deutsche Expats an ihrem aktuellen Job mögen. Fast drei von zehn (29 Prozent) schätzen diesen Punkt besonders. Besonders schätzen deutsche Arbeitnehmende im Ausland interessante Aufgaben (36 Prozent), die Möglichkeit, mobil beziehungsweise von zu Hause zu arbeiten (33 Prozent) sowie flexible Arbeitszeiten (29 Prozent).

In den USA, Vereinigten Arabischen Emiraten und in Finnland ist das Konzept von News Work am akzeptiertesten. In Japan, Ägypten und Südkorea hat es bislang die geringste Relevanz.

All diese Faktoren sind eng mit dem Arbeitstrend New Work verbunden. Interessanterweise findet jedoch nur etwas mehr als die Hälfte der deutschen Expats (53 Prozent), dass New Work in der Unternehmenskultur ihres Gastlandes wichtig ist. Und nur zwei von fünf (40 Prozent) sind der Meinung, dass New Work in ihrem Gastland eine größere Rolle spielt als in Deutschland. Weltweit sind 49 Prozent der Expats in ein Land gezogen, in dem New Work wichtiger ist als in ihrem jeweiligen Heimatland.

„Die Jobs im Ausland bieten alles, was deutsche Expats sich wünschen.“

Dies könnte mit den gängigsten Aufenthaltsländern für berufstätige Expats aus Deutschland zusammenhängen: die USA, die Schweiz und China. Die USA belegt weltweit den ersten Platz, wenn Expats vergleichen, wie wichtig New Work in der lokalen Unternehmenskultur ist. Die Schweiz landet auf einem durchschnittlichen 23. Platz von 55 Ländern. China dagegen zählt zu den Ländern, in denen die Relevanz von New Work als am niedrigsten bewertet wird (46). Deutschland rangiert auf Platz 35.

“Obwohl deutsche Expats nicht nur in Länder ziehen, in denen New Work eine wichtige Rolle spielt, scheinen sie Jobs zu finden, in denen sie nach diesen Werten leben und arbeiten können”, sagt Malte Zeeck, Gründer und Co-CEO von InterNations. “Deutsche Expats genießen kreative Aufgaben, die Möglichkeit, ortsunabhängig zu arbeiten, und flexible Arbeitszeiten, und es sieht danach aus, als würden sie sich in ihren Jobs im Ausland verwirklichen können. Nimmt man noch die überdurchschnittlichen Einkommen hinzu, bieten die Jobs im Ausland alles, was deutsche Expats sich wünschen.“

Seit der Coronapandemie können deutlich mehr Expats ortsunabhängig arbeiten

Mobiles Arbeiten ist einer der Punkte, den deutsche Expats an ihrem aktuellen Job am meisten schätzen, und 84 Prozent haben diese Option (versus 78 Prozent weltweit). Die Covid-19-Pandemie hat das Arbeitsleben von mehr als der Hälfte der deutschen Expats in dieser Hinsicht beeinflusst: 32 Prozent können nun öfter ortsunabhängig arbeiten als zuvor, und 21 Prozent berichten, dass bei ihnen mobiles Arbeiten neu eingeführt wurde und Bestandteil des Unternehmens bleiben wird.

Nichtsdestotrotz ist der Anteil derjenigen, die mehr als 15 Tage pro Monat (16 Prozent) oder sogar vollkommen remote (37 Prozent) arbeiten, etwas niedriger als der weltweite Durchschnitt (18 Prozent beziehungsweise 39 Prozent).

Malte Zeeck, CEO InterNations (Foto: InterNations)

“Berufstätige Deutsche im Ausland scheinen eine Mischung aus Arbeit von zu Hause und Arbeit im Büro zu bevorzugen, denn viele verbringen weniger als die Hälfte des Monats mit mobiler Arbeit“, so InterNations-Gründer Malte Zeeck weiter.

Tatsächlich arbeitet ein knappes Viertel (24 Prozent) zwischen sechs und 15 Tagen pro Monat mobil, was deutlich über dem weltweiten Durchschnitt liegt (18 Prozent). Mobiles Arbeiten zählt auch nicht zu den wichtigsten Aspekten, wenn deutsche Expats sich ihren Traumjob vorstellen. So sind ihnen eine gute Bezahlung (50 Prozent), eine gute Work-Life-Balance (48 Prozent) und kreative/interessante Aufgaben (42 Prozent) in einem idealen Arbeitsumfeld deutlich wichtiger. Es folgen flexible Arbeitszeiten (27Prozent), während nur 19 Prozent die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten und Arbeiten von zu Hause nennen.

Berufstätige Deutsche im Ausland sind eher männlich, älter und haben oft einen Doktortitel

Deutsche, die im Ausland leben und arbeiten, sind im Schnitt 46,8 Jahre alt, was deutlich über dem weltweiten Durchschnittsalter von berufstätigen Expats liegt (43,1 Jahre). Deutsche Männer (56 Prozent) neigen öfter dazu, im Ausland zu arbeiten, als deutsche Frauen (43 Prozent). Insgesamt betrachtet haben deutsche Expats ein sehr hohes Bildungsniveau: fast die Hälfte (48 Prozent) hat einen Masterabschluss, und 16 Prozent verfügen sogar über einen Doktortitel, was dem Doppelten des globalen Durchschnitts (8 Prozent) entspricht.

Der durchschnittliche Expat weltweit ist 43 Jahre alt und arbeitet im Bildungs- und IT-Sektor. Etwas mehr als die Hälfte aller Expatriates ist männlich (53 Prozent).

Trotz ihres Bildungsgrads unterscheidet sich der Anteil an deutschen Expats unter den Fachkräften (27 Prozent gegenüber 30 Prozent weltweit) sowie den Top Managern und Führungskräften (15 Prozent gegenüber 13 Prozent weltweit) nicht so sehr vom globalen Durchschnitt. Weitere 21 Prozent arbeiten im unteren und mittleren Management (gegenüber 17 Prozent weltweit), während nur drei Prozent in einem Job für Berufseinsteiger tätig sind (gegenüber 7 Prozent weltweit). Darüber hinaus ist fast ein Viertel entweder selbstständig beziehungsweise freiberuflich tätig (12 Prozent) oder führt ein eigenes Unternehmen (11 Prozent); weltweit trifft das auf 11 Prozent beziehungsweise sieben Prozent der Expats zu.

Die häufigsten Branchen, in denen deutschen Expats arbeiten, sind Maschinenbau & Ingenieurswesen (13Prozent), IT (10 Prozent) und Bildung (9 Prozent). Weitere oft genannte Berufsfelder umfassen Coaching & Beratung, das Gesundheitswesen und Finanzen (jeweils 6 Prozent).

Über den Report: Die Zukunft der Arbeit im Ausland

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Der Report stützt sich auf Daten aus der Expat Insider 2021 Studie von InterNations. Insgesamt nahmen daran 12.420 Expats teil; der Studienbericht sowie ein allgemeines Länderranking wurden bereits im Mai 2021 veröffentlicht. Der Report „Die Zukunft der Arbeit im Ausland“ bezieht sich jedoch hauptsächlich auf Datensätze von Expats, die im Ausland einer Erwerbstätigkeit nachgehen: 8.313 Studienteilnehmer*innen, die in 175 Ländern und Territorien weltweit leben und 166 Nationalitäten repräsentieren, fallen unter diese Definition von berufstätigen Expats.

Im Expat Insider 2021 Fragebogen wurden alle Umfrageteilnehmer*innen – ungeachtet ihres Beschäftigungsverhältnisses – gebeten, einige Informationen zu ihrer Person zu teilen und ausgewählte Aspekte des Lebens im Ausland auf einer Skala von eins bis sieben zu bewerten. Dabei stand ihre persönliche Zufriedenheit mit diesen Faktoren im Mittelpunkt.

Die besten fünf Destinationen zum Arbeiten im Ausland (von insgesamt 59) sind 2021 Taiwan, Neuseeland, Tschechien, China und Dänemark.

Erwerbstätige Expats bekamen außerdem Fragen zu ihrem Berufsleben gestellt. Einige davon befassen sich damit, wie sich die Arbeitswelt durch Covid-19 gewandelt hat und wie sich Expats ihr ideales Arbeitsumfeld vorstellen. Um in das New Work Ranking aufgenommen zu werden, war eine Stichprobengröße von mindestens 50 berufstätigen Expats erforderlich. 55 Länder erfüllten dieses Kriterium. New Work spielt besonders in den USA, den VAE, Finnland, Estland und den Niederlanden eine große Rolle.

Über InterNations

Mit circa 4,2 Millionen Mitgliedern in 420 Städten weltweit ist das Münchner Unternehmen InterNations eigenen Angaben zufolge die weltweit größte Community und eine wichtige Informationsquelle für alle, die im Ausland leben und arbeiten. Neben den digitalen Vernetzungsmöglichkeiten bietet InterNations seinen Mitgliedern die Gelegenheit zum persönlichen Austausch: Im Rahmen von rund 6.000 monatlichen Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten auf der ganzen Welt lernen die Mitglieder andere Expats und weltoffene Locals kennen.

InterNations ist Teil von NEW WORK SE (ehemals XING SE) – die Marken der Unternehmensgruppe bieten diverse Produkte und Services, um das Arbeitsleben erfüllender zu gestalten.