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Hygieneregeln
© Phuttharak - AdobeStock

Unternehmen erlauben wieder Dienstreisen: Das ist zu beachten

Derzeit genehmigen drei Viertel der Firmen wieder beruflich bedingte Reisen, wie eine Studie des DRV zeigt. Allerdings kommt es auf die Reisenden selbst und die Geschäftsreisebüros an, diese smart und sicher zu gestalten. Der Deutsche Reiseverband (DRV) erläutert, wie das funktionieren kann. Die Einhaltung von Hygieneregeln spielt dabei eine entscheidende Rolle

Laut DRV haben derzeit noch 21 Prozent ein Reiseverbot für ihre Mitarbeiter verhängt, Ende März waren es mit 42 Prozent noch doppelt so viele. Doch solange das Reisen und der Aufenthalt im Ausland noch mit Risiken verbunden sind, gelten hohe Anforderungen an Dienstreisende, Mobilitätspartner, Beherbergungsbetriebe und Geschäftsreisebüros. In dieser Übergangsperiode ist das Mitwirken aller bei Abstandsregeln und Hygienestandards erforderlich, um das Infektionsrisiko auf ein Mindestmaß zu senken.

Möglichst kein Bargeld auf Dienstreisen

Für jeden Dienstreisenden gelten die bereits im privaten Alltag gelernten Regeln von Abstand und Hygiene. Auch die Benutzung von bereitgestellten Desinfektionsmitteln ist ratsam. Reisende sollten, wo immer möglich, mobile Bezahlmethoden, Beratung durch Chat-Bots und digitale Lösungen wie mobilen Check-in bevorzugen. So werden risikoreiche Kontaktpunkte minimiert.

Hygieneregeln und Maskenpflicht beachten

Schon bei der Anreise gilt es, einmal mehr nachzudenken. Einige Unternehmen erlauben ihren Beschäftigten nur Dienstreisen im Auto, damit kein Kontakt zu anderen Reisenden besteht. Im Regional- und Fernverkehr besteht Maskenpflicht, Fahrkarten werden nur auf Sicht kontrolliert.

Wenn der Flugverkehr wieder aufgenommen wird, sollten auch am Flughafen und im Flugzeug selbst besondere Sicherheitshinweise beachtet werden. Die Anbieter müssen strenge Hygienekonzepte vorlegen, alle Flächen häufig reinigen und Desinfektionsmittel zur Verfügung stellen. Sie informieren über Durchsagen, schreiben Passagieren und Mitarbeitern das Tragen von Mund-Nasen-Schutz vor und vermeiden – womöglich – das Bus-Boarding.

Doch auch der Reisende selbst muss seinen Beitrag dafür leisten. Jeder sollte auf den erforderlichen Mindestabstand beim Check-In, dem Security-Screening oder der Gepäckausgabe achten, selbst, wenn einmal keine Markierungen angebracht sind. Auch Geduld ist gefragt, denn Airlines werden beim Zugang und De-Boarding nur kleine Gruppen nacheinander aufrufen, um den Abstand zu gewährleisten. Das Stehen und Warten im Gang des Flugzeugs, um schneller von Bord zu kommen, sollte unbedingt vermieden werden.

Tui-Hotels mit Corona-Hygieneregeln
Hygieneregeln
Der Reiseveranstalter Tui hat einen 10-Punkte-Plan zur Wiedereröffnung der Hotels erarbeitet. Die Maßnahmen erlauben einen sicheren und unbeschwerten Urlaub, der den höchsten Hygienestandards in Bezug auf Covid-19 entspricht. Der Plan umfasst neben Organisation, Kapazitätsplanung und Hygienemaßnahmen auch intensive Schulungen der Mitarbeiter vor Ort.
Die neuen Standards werden nicht nur bei den eigenen Hotelmarken wie Tui Blue, Robinson oder Tui Magic Life eingeführt, sondern darüber hinaus auch den Joint-Venture-Partner und Vertragshoteliers des Konzerns zur Verfügung gestellt. Er ist Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets, mit dem sämtliche Leistungsbestandteile des Reiseveranstalters betrachtet werden, vom Besuch im Reisebüro über den Flug und Transfer bis hin zum Hotelaufenthalt, der Exkursion vor Ort oder der Kreuzfahrtreise.

Vorsicht bei Türklinken und Fahrstühlen im Hotel

Hotels werden ebenfalls ihre Hygienemaßnahmen intensivieren. Das beinhaltet beispielsweise die regelmäßige Desinfektion aller Kontaktflächen wie Türklinken und Fahrstuhlruftaster oder die Installation eines Spuck-Schutzes an der Rezeption. Snacks und Getränke dürfen in der Lobby oft nicht mehr angeboten werden, Buffets sind nicht gestattet und der Spa-Bereich bleibt teils auch geschlossen oder ist nur unter strengen Auflagen nutzbar. Die Bewirtung beim Frühstück oder anderen Mahlzeiten erfolgt eventuell in zeitlich versetzten Gruppen und mit größerem Abstand zwischen den Tischen.

Jeder Geschäftsreisende sollte die Abstandsregeln bei Warteschlangen an der Rezeption einhalten. Wenn möglich, hilft mobiles Check-in und Check-out mit Hotelschlüssel auf dem Smartphone dabei, die Schlangen ganz zu vermeiden. Bezahlen sollten die Gäste wo immer möglich kontaktarm – also digital. Wenn das Stockwerk es erlaubt, sollten Fahrstuhlfahrten vermieden und stattdessen die Treppen genutzt werden.

Wer im Restaurant isst, sollte möglichst eine Tischgruppe mit gemeinsam reisenden Mitarbeitern oder Geschäftspartnern – also den bekannten Kontaktpersonen – bilden. Auch sollten sie selbst auf die Mindestabstände zwischen den Tischen achten.

Corona-Kleeblatt zum Einhalten der Hygieneregeln
Hygieneregeln

Das Corona-Kleeblatt: Die vier wichtigsten Verhaltens-Regeln, damit die Lockerungen bleiben! (©obs/Wort & Bild Verlag – Gesundheitsmeldungen)

Dr. Andreas Baum, Internist und Leiter der medizinischen Fachredaktion der Apotheken Umschau, hat ein vierblättriges Kleeblatt entwickelt, das die wichtigsten Verhaltens-Regeln symbolisiert. „Dass ein Kleeblatt wirklich Glück bringt, braucht bekanntlich vier Blätter. Das sind auf Corona bezogen der ausreichende Abstand zu anderen Menschen, die Husten- und Nies-Hygiene, natürlich das regelmäßige und gründliche Händewaschen und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes“, erläutert der Mediziner das Konzept.
Inzwischen ist bekannt, dass man untereinander zwei Meter Abstand zu anderen Menschen haben sollte. Der Grund: Wenn Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert sind, sprechen oder niesen, dann gelangen immer kleine und kleinste Speichel-Tröpfchen in die Luft, die von anderen Menschen eingeatmet werden können. Das ist überhaupt der häufigste Ansteckungsweg. Bei mindestens anderthalb bis zwei Meter Abstand, verringert sich das Risiko deutlich, weil die Virus-Tröpfchen meistens einfach nicht weiter fliegen, sondern vorher zu Boden sinken. Darum ist Abstand halten vielleicht das Allerwichtigste im Moment.