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© Tore F. – Unsplash

Umfrage: Deutsche Unternehmen verbieten China-Reisen

In China abgestellte Arbeitskräfte werden bei Ihrer Rückkehr vorsorglich betriebsärztlich untersucht. Zur weiteren Vermeidung von Ansteckungen mit dem Coronavirus soll Home Office das Ansteckungsrisiko minimieren.

Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus in China hat massive Konsequenzen für die Reisetätigkeit deutscher Unternehmen in die Volksrepublik. Das hat eine Mitgliederumfrage des Verbands Deutsches Reisemanagement e. V. (VDR) ergeben. Demnach haben 96 Prozent der befragten Geschäftsreise-Manager aus Unternehmen mit regelmäßigen Geschäftsreisen nach China diese inzwischen entweder verboten oder zumindest eingeschränkt. Die übrigen vier Prozent planen derzeit, entsprechende Maßnahmen zu erlassen. In 43 Prozent der Unternehmen, die ein komplettes Reiseverbot erlassen haben, müssen Ausnahmeregelungen durch Vorgesetzte oder den Vorstand genehmigt werden.

Gezielte Vorbereitung auf Coronavirus bei China-Reisen empfohlen

Sollten Reisen nach China unvermeidbar sein, werden Reisende im Vorfeld über mögliche Risiken im Zusammenhang mit dem Coronavirus aufgeklärt. Dazu gehören Informationen zu allgemeinen Verhaltensweisen und Hygienemaßnahmen sowie Notfallkontakten. Viele Unternehmen stellen ihren Mitarbeitern überdies spezielle Reisekits mit Desinfektionsmitteln, Mundschutz und Broschüren zur Verfügung.

„Wichtig ist, dass Unternehmen die Nachrichtenlage im Auge behalten, um Risiken und Lageveränderungen bestmöglich einschätzen zu können. Je enger Travel Management, Personalabteilung, Reiserisiko-Management und Unternehmenssicherheit in einem solchen Fall zusammenarbeiten, desto besser können reisende Mitarbeiter informiert und geschützt werden. Viele Unternehmen sind da professionell aufgestellt und können im Fall der Fälle auf Checklisten und Maßnahmenkataloge zurückgreifen, um die Gefahren zu minimieren. Eine hundertprozentige Sicherheit kann und wird es aber nie geben“, erklärte VDR-Präsidiumsmitglied Heiko Luft.

Maßnahmen bei Rückkehr der Mitarbeiter

Mitarbeiter, die derzeit aus den vom Ausbruch des Virus betroffenen Gebieten zu ihren Unternehmen zurückkehren, werden nach Auskunft von 23 Prozent der Geschäftsreise-Verantwortlichen betriebsärztlich untersucht. Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, verlangen einige Unternehmen von ihren Reisenden zusätzlich, nach ihrer Rückkehr zunächst im Home Office zu arbeiten oder Urlaub zu nehmen. Rund ein Drittel der Travel Manager gab an, derzeit keine besonderen Maßnahmen für Rückkehrer durchzuführen. An der Umfrage haben sich 105 Travel- und Mobilitätsmanager aus VDR-Mitgliedsunternehmen beteiligt.

Infografik: Coronavirus: Diese Länder sind betroffen | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Laut aktuellen Informationen der Johns Hopkins University ist die Zahl der Infizierten weltweit mittlerweile auf 17.405 gestiegen. Die meisten davon leben in China, wie die Statista-Grafik zeigt. Dort haben sich nach aktuellem Stand 17.222 Personen mit der neuartigen Lungenkrankheit infiziert.

In Deutschland gibt es bisher zehn Fälle, alle hatten Kontakt zu Personen, die aus China kamen. 362 Menschen sind bisher an dem Coronavirus gestorben, die meisten davon ältere Personen oder Menschen mit schwachem Immunsystem und der Großteil davon in China. Die Unsicherheit durch das sich ausbreitende Virus wirkt sich nun auch auf Chinas Börsen aus – dort sind die Kurse zuletzt gefallen.