Voluntourism wird immer beliebter
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„Voluntourism“: Darum sind Freiwilligeneinsätze beliebt

„Voluntourism“ gewinnt als besondere Reiseform immer mehr an Beliebtheit. Denn hierbei lassen sich Reisen und gemeinnützige Arbeit verbinden, wodurch die Reise den Horizont gleich auf zweifache Weise erweitert.

Reisende arbeiten dabei für einige Wochen in einem gemeinnützigen Projekt. Nebenbei können Sie dann Land und Leute erkunden. Doch wer entscheidet sich typischerweise für diese Reiseform? Was gilt es bei der Vorbereitung zu beachten? Der Reisedienstleister Opodo hat sich die Zielgruppe genauer angeschaut.

Voluntourism erfüllt das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung

Die Ozeane schützen und die Unterwasserwelt beim Schnorcheln erkunden, oder lieber ein Frühstück mit Elefanten im Naturreservat Südafrikas? Insgesamt würde mehr als ein Drittel der deutschen Befragten, die bisher noch keine Volunteering-Reise unternommen haben, eine solche in Betracht ziehen. Das ist ein deutlicher Trend Richtung unkonventioneller Reisen.

Die Gründe liegen auf der Hand: 56 Prozent der Befragten möchte auf diese Art und Weise eine neue Kultur kennenlernen. Das ist bei längeren Aufenthalten im Gastland oft direkter möglich ist als auf einer klassischen Sightseeing-Reise. 52 Prozent suchen in den Projekten nach der persönlichen Selbstverwirklichung, indem sie die lokale Bevölkerung unterstützen. Voluntourism verbindet diese Ziele problemlos.

Volontourism
Su Nyoto auf Unsplash

Besonders beliebt sind Freiwilligendienste im Ausland für die junge Generation. Fast jede und jeder Vierte der 18-24-jährigen deutschen Befragten hat bereits einen Freiwilligendienst absolviert oder ist weiterhin regelmäßig aktiv. Die Vorteile sprechen für sich: Junge Menschen nutzen diese Art der Auslandsaufenthalte gern in den Monaten nach dem Schulabschluss oder in den Semesterferien. Sie möchten diese Zeit sinnvoll nutzen, neue Destinationen entdecken und gleichzeitig persönlich wachsen.

Auch bei der Generation Ü45 beliebt

Und auch im späteren Leben ist der Wunsch zum Engagement hoch: In der Gruppe der ab 45-Jährigen ziehen fast drei von vier Deutschen (71 Prozent) in Betracht, eine Reise mit ehrenamtlichem Engagement zu unterstützen. Viele suchen die Abwechslung zum Vollzeitjob, möchten etwas zurückgeben oder einen Jobwechsel mit einer längeren Pause verbinden. Für die Freiwilligenprojekte selbst ist die ältere Gruppe der Voluntouristinnen und Voluntouristen besonders deshalb attraktiv, weil sie bereits auf wertvolle Berufs- und Lebenserfahrung zurückgreifen können.

Freiwilligendienste sind bei den Deutschen gleichermaßen bei Männern wie Frauen beliebt. Der Blick in die Umfragedaten zeigt, dass ein Großteil der männlichen Befragten bereits eine Voluntourism-Reise unternommen hat (22 Prozent; bei Frauen: 15 Prozent). Rund ein Drittel hat noch keinen Freiwilligendienst im Ausland absolviert, würde dies aber durchaus in Betracht ziehen: Besonders für Frauen ist Vorbereitung das A und O und sie stecken viel Zeit und Muße in die Planung ihres Auslandsaufenthaltes (36 Prozent, bei Männern: 24 Prozent).

Voluntourism bedarf größerer Planung als reine Urlaubsreise

Die Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements im Ausland sind vielfältig. Meeresschildkröten schützen auf Bali, in Tierheimen auf den griechischen Inseln aushelfen oder ein Aufforstungsprojekt in Westafrika? Die beliebtesten Einsatzstellen für Voluntourismus finden sich im Tierschutz (47 Prozent) und Naturschutz (42 Prozent). Freiwillige erhalten besondere Einblicke in das Leben vor Ort und die damit eng verbundenen Umweltprojekte.

Volontourism
Volontourism ist vor allem bei jungen Menschen beliebt (© Cristi Tohatan – Unsplash)

Generell sollten Interessierte bedenken, dass Volunteering keine Pauschalreise ist, sondern einiger Planung bedarf.

Opodo fasst die drei wichtigsten Tipps für einen gelungenen Auslandsaufenthalt zusammen:

1. Die richtige Dauer: Zeit ist ein entscheidender Faktor, denn wie in jedem Job müssen Volunteers zunächst in das Projekt eingearbeitet werden. Je länger die Reise ist, desto stärker ist die Unterstützung – besonders dann, wenn das Projekt die Entwicklung von Kindern unterstützt. Grundsätzlich können aber auch kürzere Aufenthalte in dem richtigen Projekt sehr wertvoll sein.

2. Der richtige Veranstalter: Die hohe Nachfrage nach attraktiven Volunteering-Angeboten zieht leider auch unseriöse Nachahmerinnen und Nachahmer an. Interessierte sollten genau darauf achten, ob ihre Hilfe und das investierte Geld wirklich da ankommen, wo es gebraucht wird.

3.Die richtige Vorbereitung: Viele (Nicht-Regierungs-)Organisationen bieten vorab Seminare an, die die Freiwilligen auf ihren Aufenthalt im Ausland vorbereiten und geben wichtige Hilfestellung für die eigene Planung.

Wer sich für eine Reise mit ehrenamtlicher Arbeit interessiert, schaut am besten direkt auf den Websites von NGOs, die im Zielland tätig sind. Ergänzend bieten Vergleichsportale wie www.freiwilligenarbeit.de, wegweiser-freiwilligenarbeit.com oder volunteerworld.com einen guten Überblick und unterstützen die Suche nach dem richtigen Projekt dank zahlreicher Erfahrungsberichte.