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Budget-Airlines stecken die Corona-Pandemie besser weg als große Linien mit Interkontinentalflügen
© Rawpixel

Budget-Airlines leiden weniger unter Corona-Krise

Covid-19 hat die Luftfahrbranche und speziell die Passagierluftfahrt hart getroffen. Für Budget-Airlines war die Pandemie dabei leichter zu verkraften als für klassische Fluglinien. Das zeigt eine Studie der Offenen Universität Kataloniens (UOC) und der  Cranfield University. Das hängt damit zusammen, dass Interkontinentalflüge für die Billig-Fluglinien eine geringere Rolle spielen. Dies hat dazu beigetragen, dass die Passagierzahlen im März und April nicht ganz so dramatisch eigebrochen sind.

Problem Interkontinentalflug

„Covid-19 hat die größte Krise in der Geschichte der Luftfahrt ausgelöst. 2020 werden die Sitze in der Branche um 50 Prozent zurückgehen, was fast drei Milliarden weniger Passagieren und 400 Milliarden Dollar verlorenem Einkommen entspricht“, schätzt Pere Suau-Sanchez, Leiter der Sustainability and Management Research Group an der UOC. Zwar ist die ganze Branche betroffen, doch konnten sich der Studie zufolge Budget-Airlines besser auf die nach wie vor unsichere Zukunft einstellen.

Demnach erwiesen sich Billigflieger in der Pandemie als widerstandsfähiger, weil sie im Vergleich weniger mit interkontinentalen Langstreckenflügen zu tun haben. „Das waren die ersten, die im Februar auf dem Boden blieben, und sie waren aufgrund behördlicher Beschränkungen länger inaktiv“, so der UOC-Luftfahrtexperte. Die Zahl der Sitze ist daher gerade im März und April bei klassischen Fluglinien viel deutlicher eingebrochen als bei Budget-Airlines, während die Erholung bei beiden etwa gleich schnell vonstatten geht.

Das große Sommerloch in der Flugbranche ist zwar vorbei. Doch dass Corona nach wie vor am Luftverkehr weltweit nagt, zeigt auch die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Reisedatendienstes OAG. So starteten am 12. Oktober 2020 weltweit 403.705 Flugzeuge. Genau ein Jahr zuvor waren es noch 752.523 Starts. Das entspricht einem Minus von 46 Prozent. 

Infografik: Weltweiter Flugverkehr von Erholung weit entfernt | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Massiver Bedeutungsgewinn für Budget-Airlines

Primär galt die im „Journal of Transport Geography“ erschienene Studie der langfristigen Entwicklung von Billigfliegern und deren Auswirkungen. Sie haben demnach in zwei Jahrzehnten massiv an Bedeutung gewonnen. In Europa entfielen laut Analyse 2001 lediglich 5,3 Prozent der verfügbaren Sitze auf Billigflieger, während es 2019 bereits 37,3 Prozent der in diesem Zeitraum verdoppelten Sitzplatzzahl waren. Die Studie zeigt auch, dass in Europa 2001 bis 2008 kleinere Flughäfen zwar für die Entwicklung der Billigflieger wichtig waren. Mittlerweile aber scheinen Größe und Bedeutung eines Flughafens keine entscheidende Rolle mehr zu spielen.