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© Deborah Furin

Filmtipp: Mit dem Van unterwegs in Albanien

Familie Furin entdeckte mit zwei Kindern und zwei Hunden im Van die Einzigartigkeit und Schönheit Albaniens. Weil dieser Trip sich für die Familie als lebensverändernd herausstellte, haben sie einen Film darüber veröffentlicht: „LUMTURI: Auf der Suche nach dem Wahren Reichtum“.

Nach einer schwierigen Zeit im ersten Coronajahr, in der Deborah Furin fast depressiv wurde, beschloss die Familie einen Van zu kaufen und mit Kind und Kegel nach Albanien zu reisen. Trotz aller Warnungen und großer Verwunderung seitens ihres Umfelds versuchten sie vorurteilsfrei in das Abenteuer zu gehen und wurden für diese positive Einstellung belohnt. „Wir wollten herausfinden, ob es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen Wohlstand und Depressionen gibt“, sagt Deborah Furin, die bei Recherchen zum Thema Depressionen herausfand, dass weltweit mehr als 650 Millionen Menschen unter dieser gesellschaftlich noch immer häufig stigmatisierten Erkrankung leiden – viele davon in wohlhabenden Ländern, denen es nicht an materiellen Gütern mangelt. Ganz anders als den Menschen in Albanien.

Albaniens Landschaft kann atemberaubend sein. (Foto: Deborah Furin)

Trotz des Bewusstseins, dass es in dem Land an vielem fehlt, stockte ihnen bei der Ankunft und dem Anblick der Armut vor Ort der Atem. Doch schnell erkennen sie, wie reich die Menschen in diesem Land tatsächlich sind. „Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Leute ist einfach überwältigend“, sagt Max Furin.

„Für uns selbst war Albanien auch ein schwarzer Fleck auf der Karte.“

Obwohl der Wohlstand der deutschen Familie allein schon durch das hochmoderne Wohnmobil offensichtlich war, erlebten Sie eine Kultur des Gebens. „Wir bekamen Wassermelonen geschenkt, man wollte unser Trinkgeld nicht annehmen und wir wurden oft von Familien in ihr Zuhause eingeladen, wo wir übernachten konnten und zum Essen eingeladen wurden“, erinnert sich der IT-Experte, der schon beim bloßen Gedanken an Albanien lächeln muss.

mit dem Van unterwegs in Albanien

Familie Furin mit ihren Kindern, dem Hund und dem Van (Foto: privat)

Das Durchschnittseinkommen eines Albaners oder einer Albanerin beträgt rund 350 Euro im Monat, wissen die Reisenden, und so etwas wie bezahlten Jahresurlaub gibt es nicht. „Dennoch spielt Geld bei den Menschen nur eine untergeordnete Rolle. Was zählt ist der Moment, den man mit lieben Menschen verbringt“, berichtet Deborah Furin. So gewann die Familie den Eindruck, dass die albanische Bevölkerung glücklicher ist als beispielsweise die Deutschen. „Egal, wo wir hinkamen – immer begegneten uns die Menschen mit Herzlichkeit, mit Freundlichkeit und hatten ein Lächeln auf den Lippen. Hier in Deutschland gucken die Menschen durch einen hindurch. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt“, resümiert die Fotografin und Filmemacherin.

unterwegs in Albanien

Albaniens Strände sind lang und das Wasser kristallklar. Deborah Furin genießt die Sonne auf einem Steg. (Foto: privat)

Der von Bekannten prognostizierte Kulturschock in Albanien blieb aus. Vielmehr hatte die Familie bei der Rückkehr nach Deutschland mit der hiesigen Mentalität zu kämpfen. Seither ist die Sehnsucht nach Albanien groß, eine Rückkehr ist noch dieses Jahr geplant. Im Anschluss möchte die Familie im Wohnmobil die Welt bereisen.

„Egal, wo wir hinkamen – immer begegneten uns die Menschen mit Herzlichkeit, mit Freundlichkeit und hatten ein Lächeln auf den Lippen.“

Zeigen, wie großartig Albanien ist

Die filmische Reisedokumentation hat die Familie erstellt, weil sie mit dem negativen Image von Albanien, das übrigens als eines der sichersten Reiseländer in Europa gilt, aufräumen wollten. „Für uns selbst war Albanien auch ein schwarzer Fleck auf der Karte“, erinnert sich Max Furin. Das Ehepaar hatte ganz bewusst ein Land als Reiseziel gewählt, in dem Armut herrscht. Die beiden Kinder sollten sehen, wie es sein kann, in bescheidenen Verhältnissen aufzuwachsen und welchen Wert Geld hat, wenn man praktisch keines besitzt. Für die pubertierende Tochter sei es allerhöchste Zeit gewesen, auch mal diese Seite des Lebens kennenzulernen. Doch daneben ging es den jungen Eltern auch darum, zu zeigen, wie bunt und vielfältig die Welt ist, wie viele unterschiedliche und außergewöhnliche Lebensmodelle es gibt.

unterwegs in Albanien

Familie Furin bleibt vor allem die überwältigende Gastfreundschaft und Herzlichkeit der albanischen Bevölkerung in Erinnerung. (Foto: privat)

Die Eltern selbst lieben das naturnahe Reisen, das Campen am Meer und im Einklang mit der Natur. Der klassische Camping-Urlaub auf touristischen Campingplätzen in Touristen-Hotspots ist nichts für sie. Deborah Furin machte schon als Kind im T3-Bulli mit ihren Eltern Urlaub. „Man kann Länder auf zwei Arten kennenlernen – als Touristen mit allen Annehmlichkeiten, die eine organisierte Reise mit sich bringt oder als an den Menschen und an der Kultur interessierte Reisende, die in das Leben vor Ort eintauchen. Mit unserem Van klappt das am besten.“ Denn wie viele andere Vanlifer haben auch die Furins festgestellt, dass ein Reisemobil den persönlichen Kontakt vereinfacht, denn es gibt immer Neugierige, die sich für das Gefährt interessieren.

Seit der Reise durch Albanien wissen die Furins mehr denn je, was im Leben wirklich zählt: „Wir sind alle gefesselt in unserem Alltag, unser Leben ist so vorgeplant: Job, Haus, Kinder, Rente und so weiter. Doch wir haben es in der Hand, diesem vorgefertigten Plan zu entkommen. Wir befassen uns viel zu sehr mit Problemen und streiten über unbedeutende Dinge“, so die Fotografin. Es seien die Menschen, die Natur, die Zeit mit den Liebsten, die das Leben verschönern, nicht das Materielle.