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© Viacheslav Iakobchuk – AdobeStock

Doppeltes Budget für Erasmus+-Projekte

Die Europäische Kommission hat Ende März das erste Jahresarbeitsprogramm für Erasmus+-Projekte von 2021 bis 2027 angenommen. Organisationen können sich ab jetzt um Fördermittel bewerben. Das bereitgestellte Gesamtbudget hat sich mit 26,2 Milliarden Euro fast verdoppelt. Insgesamt soll die Finanzierung es 10 Millionen Europäerinnen und Europäern ermöglichen, in grenzüberschreitenden Projekten zu lernen und zu arbeiten.

Inhaltlich soll der Fokus auf Inklusion, grünen und digitalen Wandel verstärkt werden. Logistische und organisatorische „Resilienz“ gegenüber der Corona-Pandemie kam als neuer Faktor hinzu. Die EU-Bildungskommissarin Mariya Gabriel hält fest: „Die Tatsache, dass das Erasmus+-Budget für die nächsten sieben Jahre fast verdoppelt wurde, zeigt, wie wichtig uns Bildung, lebenslanges Lernen und die Jugend in Europa sind. Erasmus+ ist und bleibt ein einzigartiges Programm, was Größe, Reichweite und globale Anerkennung angeht. Es erstreckt sich auf 33 Länder, und durch seine internationalen Aktivitäten steht es auch Menschen im Rest der Welt offen.“

Zu den veranschlagten 26,2 Milliarden Euro kommen noch rund 2,2 Mrd. Euro aus den EU-Außenfinanzierungs-Instrumenten hinzu. Für den Zeitraum 2014 bis 2020 hatte das Budget 14,7 Milliarden Euro umfasst. 

Fördermittel-Anträge sind jetzt möglich

Das neue Programm Erasmus+ bietet Möglichkeiten für Studien- und Lernaufenthalte im Ausland, Praktika, Lehrstellen und den Austausch von Personal in allen Bereichen der allgemeinen und beruflichen Bildung, der Jugend und des Sports. Es steht Schülerinnen und Schülern, Studierenden, Auszubildenden, Erwachsenen, Jugendlichen, Jugendarbeiterinnen und -arbeitern und Sporttrainerinnen und -trainern offen.

Dementsprechend sollten sich alle öffentlichen oder privaten Organisationen, die in den passenden Bereichen aktiv sind und entsprechende Projekte anbieten, sich nun auf Fördergelder bewerben. Die formellen und inhaltlichen Voraussetzungen sind hier online und in mehreren Landessprachen einsehbar.

Die wichtigsten Merkmale des Programms Erasmus+ 2021-2027

Inklusives Erasmus+

Menschen mit geringeren Chancen – wie Menschen mit unterschiedlichem kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund – und Menschen in ländlichen und abgelegenen Gebieten sollen mehr Bildungschancen erhalten. Dazu beitragen sollen Austauschprojekte und verbesserte Mobilität für Lernende. Kleinere Partnerschaften und vereinfachte Antragsverfahren sollen die Finanzierung für Bildungsträger vereinfachen. Der Zusammenarbeit mit (Nicht-EU)-Drittländern sollen die neuen Mittel ebenfalls zugute kommen, dank neuer Projekte in den Bereichen Sport sowie Aus- und Weiterbildung.

Digitales Erasmus+

Erasmus+ wird die Entwicklung digitaler Kompetenzen im Einklang mit dem Aktionsplan für digitale Bildung fördern. Das Programm wird hochwertige digitale Bildungs- und Austauschangebote über Plattformen wie eTwinning, School Education Gateway  und das europäische Jugendportal unterstützen und Ausbildungen im digitalen Bereich fördern.

Neue Formate wie „Blended Intensive“-Programme bieten Kurzaufenthalte im Ausland. Auch der neue Europäische Studierendenausweis soll die Digitalisierung vereinfachen.

Grünes Erasmus+

Im Einklang mit dem europäischen Grünen Deal wird das Programm Teilnehmenden finanzielle Anreize für die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel bieten. Darüber hinaus wird es in Projekte zur Sensibilisierung für Umweltfragen investieren und Austauschaktivitäten im Zusammenhang mit der Eindämmung der Klimakrise fördern.

Erasmus+ für junge Menschen

Die Initiative DiscoverEU wird nun integraler Bestandteil von Erasmus+. DiscoverEU ermöglicht jungen Erwachsenen, Europa mit dem Zug zu bereisen, um den kulturellen Austausch innerhalb der Union zu fördern. Auch weitere Projekte, die politisches Engagement und das Bewusstsein für gemeinsame europäische Werte zum Thema machen, soll Erasmus+ fördern.

Ein Informationsblatt listet die Neuerungen und die einzelnen Merkmale im Detail.

Auslandssemester in Zeiten von Corona

Das symbolträchtige Programm Erasmus+ wird von den Europäerinnen und Europäern hoch geschätzt. Laut der Kommission stünde es in der Bevölkerung gleich an dritter Stelle, wenn es um die Aufzählung positiver Errungenschaften der Union gehe – gleich nach Freizügigkeit und Frieden.

In den letzten 30 Jahren haben mehr als 10 Millionen Menschen aus 33 Ländern (EU sowie Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien und Türkei) am Programm teilgenommen.

Das wohl bekannteste Angebot aus der Palette von Erasmus+ sind wohl die Austauschsemester, die es Studierenden ermöglichen, eine neue Universität und somit ein neues Land kennenzulernen. Während des akademischen Jahres 2018/2019 absolvierten über 440.000 Menschen einen Lernaufenthalt im Ausland. Ein neues Land, andere Kulturen erkunden, den Wortschatz erweitern und Freunde aus der ganzen Welt finden: Für viele Studierende gehört ein Auslandssemester zum Studium dazu.

Doch wegen der Corona-Pandemie und der Reisebeschränkung während des Sommersemesters konnten viele internationale Studierende ihr geplantes Auslandssemester hierzulande nicht antreten. Das galt nicht nur für Erasmus-Studierende, sondern für junge Menschen weltweit:

Eine aktuelle Studie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) zeigt, dass an 14 Prozent der 173 befragten Hochschulen „alle oder fast alle“ Studierende aus dem Ausland ihr geplantes Semester in Deutschland nicht antreten konnten.

Die erhöhten Fördergelder des Erasmus+-Programms dienen auch dazu, Bildungs-Austauschprogramme auch in Coronazeiten zu ermöglichen.

© Statista

Auslandsaufenthalt gut vorbereiten

Durch europaweit vereinheitlichte Planung und Organisation vereinfacht das Erasmus-Programm einen Auslandsaufenthalt ungemein. Dennoch kommen junge Menschen nicht um die sorgfältige Planung ihrer Reise herum. Neben Fragen der Finanzierung und der geeigneten Unterkunft sollten sie sich um einen geeigneten Krankenschutz Gedanken machen.

Warum ist ein Auslandskrankenschutz wichtig? Ganz einfach: Zum einen gilt die Europäische Gesundheitskarte (das ist die Rückseite der Krankenversicherungskarte) in den EU-Ländern nur eingeschränkt. Darüber hinaus gilt sie außerhalb der EU gar nicht. Für viele Länder ist eine gültige Krankenversicherung oft Voraussetzung, um überhaupt einreisen zu dürfen. Der BDAE bietet mit dem EXPAT ACADEMIC bereits ab 25 Euro im Monat eine weltweit gültige Auslandskrankenversicherung für Studierende und Auszubildende im Ausland an.