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Reisewirtschaft
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Das sind die aktuellen Herausforderungen der Reisewirtschaft

Die Reisewirtschaft ist auf Erholungskurs – aber noch nicht über den Berg – so lässt sich die aktuelle Situation der Branche zusammenfassen. Inflation und explodierende Energiepreise sowie Personalmangel gefährden den aktuellen Aufwärtstrend. Das teilt der Verband der deutschen Reisewirtschaft (DRV) mit.

„Ich bin sicher, wenn Geld da ist, wird auch gereist werden und die Deutschen werden auch 2023 ihre Urlaubspläne verwirklichen“, sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig. Von der Politik fordert er zusätzliche Maßnahmen zur Stimulierung der Konsumnachfrage. Aber auch die Reisewirtschaft dürfe die Augen nicht vor den aktuellen Entwicklungen verschließen. So würden steigende Kosten trotz aller Bemühungen der Reiseveranstalter teilweise zu steigenden Preisen führen.

Norbert Fiebig, Präsident Deutscher Reiseverband (DRV) auf dem Hauptstadtkongress 2022. (Foto: DRV/Kautz)

Reisewirtschaft bekennt sich zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit

In Sachen Klimaschutz sieht der DRV-Präsident die Reisewirtschaft in der Pflicht und auf einem guten Weg. Die immer schneller voranschreitende Erderwärmung müsse zusätzlicher Ansporn sein. Der Wettbewerb der Zukunft werde der Wettbewerb um das Vertrauen der Kundinnen und Kunden sein – und dabei spiele der Klimaschutz eine immer gewichtigere Rolle.

„Die einheitliche Kennzeichnung des Klimafußabdrucks von Reisen wird bei der Beratung und bei der Erstellung von Reiseangeboten hilfreich sein.“

Umfragen zufolge steigt die Nachfrage nach nachhaltigen Angeboten im Tourismus. Daher arbeite die Branche an einem einheitlichen Standard, der Transparenz in Sachen klimaschädlicher Emissionen schaffe: „Die einheitliche Kennzeichnung des Klimafußabdrucks von Reisen wird bei der Beratung und bei der Erstellung von Reiseangeboten hilfreich sein, um klimaschädliche Emissionen weiter zu reduzieren“, so DRV-Präsident Fiebig. Klar sei aber auch, ohne die schrittweise Reduzierung und final den Verzicht auf fossile Brennstoffe ist das Ziel der CO2-neutralen Mobilität nicht erreichbar. 

Reisewirtschaft als Entwicklungshelferin

Gleichzeitig stellt der DRV-Präsident die Rolle der Reisewirtschaft in Sachen Nachhaltigkeit und die soziale Verantwortung der Industrie heraus – auch in Richtung Politik: „Wir sind der mit Abstand schlag- und finanzkräftigste ‚Entwicklungshelfer‘. Tourismus ist der Jobmotor in Schwellen- und Entwicklungsländer.“ Der wirtschaftliche Effekt des Tourismusgeschäfts liege weit über den von allen Staaten der westlichen Welt bereitgestellten Entwicklungshilfegeldern. „Damit sind wir ein sehr starker Partner der Politik und das ist ein gutes Fundament – auch für die zuständigen politischen Entscheidungsträger.“ In diesem Zusammenhang mahnt Fiebig einen engeren Schulterschluss zwischen Wirtschafts- und Entwicklungsministerium an, denn gemeinsam mit der Reisewirtschaft könne man noch weit mehr erreichen.

Fachkräftemangel – Stellen können nicht besetzt werden

„Akut wie nie, ist der Arbeits- und Fachkräftemangel“, so der Verbandspräsident. Laut aktueller DRV-Umfrage haben über 70 Prozent der befragten Unternehmen der Reisewirtschaft Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Wichtig sei zum einen die Abwanderung in andere Branchen umzukehren und zum anderen möglichst viele der aus demografischen Gründen immer geringer werdenden Anzahl junger Talente für die Reisewirtschaft zu gewinnen. Hierzu startet der DRV als Kooperationspartner die speziell für den Tourismus konzipierte Recruiting- und Employer-Branding-Lösung „easyboarding“, die gezielt Unternehmen und Arbeitskräfte der Reisewirtschaft zusammenbringen will.

 

Reisewirtschaft

Der internationale Tourismus ist laut UNWTO World Tourism Barometer noch weit von seinem Vor-Pandemie-Niveau entfernt. Bei der UN-Organisation sehen sie das Thema aber trotzdem eher aus der halb-voll-Perspektive. „Der Tourismus erholt sich stetig, aber es gibt noch einige Herausforderungen, darunter geopolitische und wirtschaftliche“, so UNWTO-Generalseketär Zurab Pololikashvili.

Mehr noch: Pololikashvili glaubt, dass die Branche den Menschen überall Hoffnung und Möglichkeiten zurückbringt. Wobei Asien derzeit nicht zur Kategorie „überall“ dazu zählt, wie der Blick auf die Statista-Grafik zeigt. Deutlich besser sieht es dagegen in Europa und den Nahen Osten aus. Insgesamt waren von Januar bis Juli 2022 schätzungsweise 474 Millionen Reisende unterwegs.