Anzeige
charterflügen
© pixpoetry – Unsplash

Coronavirus erhöht Nachfrage nach privaten Charterflügen

Der Coronavirus-Ausbruch in China hat zu einem massiven Anstieg der Nachfrage nach Privat-Charterflügen geführt. Denn wohlhabende Reisende versuchen so, trotz der hohen Kosten zurück nach China zu kommen oder eben die Volksrepublik zu verlassen. Entsprechende Anbieter können die hohe Nachfrage demnach gar nicht befriedigen, weil sie nicht an die nötigen Maschinen und Crews kommen. Das hängt auch mit Reisebeschränkungen zusammen.

China bleibt ein Problemziel

Bei Paramount Business Jets gibt es einen „ernstzunehmenden Anstieg“ an Nachfragen nach Privat-Charterflügen. Die Mehrheit davon könne man laut Darin Voyles, VP Private Jet Charter, aber gar nicht erfüllen. Denn das Unternehmen bekommt weder Jets noch Crews, da viele Besitzer diese nicht nach China schicken wollen. „Abgesehen vom Ansteckungsrisiko für die Crew besteht die betriebliche und geschäftliche Sorge darin, dass sie nach der Rückkehr vom chinesischen Festland aufgrund von Quarantäne zwei Wochen nicht arbeiten können“, erklärt Voyles.

Während viele Reisende verzweifelt versuchen, China zu verlassen, haben manche das gegenteilige Problem. „Viele sind zum chinesischen Neujahr verreist und kämpfen nun darum, zurück nach China zu kommen“, erklärt Logan Ravishkansar, Chief Executive bei MyJet Asia. Besonders Peking, Schanghai und Hongkong seien häufig gewünschte Destinationen für Charterflüge. Insgesamt sei die Zahl der Anfragen gegenüber dem Vormonat um 80 bis 90 Prozent gestiegen – und bereitet auch hier Erfüllungsprobleme. „Airlines lassen uns ihre Flugzeuge trotz des Geldes nicht chartern“, so der MyJet-Chef. Staatliche Reise-Einschränkungen seien zudem deutlich strenger als 2003 bei SARS.

Buchung von Charterflügen als Alternative in schweren Zeiten

Manche Privatanbieter für Charterflüge wie VistaJet haben den Betrieb von und nach China vorübergehend eingestellt. Das Unternehmen kann dennoch auf einen zweistelligen Anstieg bei den Anfragen gegenüber dem Vormonat verweisen. „Wenngleich viel vom Zuwachs den Reisen zum chinesischen Neujahr zugeschrieben werden kann, führen wir das Wachstum auch auf Kunden zurück, die während schwieriger Zeiten aufgrund des Coronavirus-Ausbruchs einen Privatflug gegenüber einem kommerziellen Flug bevorzugen“, sagt Ian Moore, Chief Commercial Officer bei VistaJet.

Infografik: Immer mehr Chinesen heben zu Neujahr ab | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Im chinesischen Kalender endete Ende Januar das Jahr des Erde-Schweins und machte Platz für das Jahr der Metall-Ratte. Gefeiert wurde diese Jahreswende mit dem wichtigsten traditionellen chinesischen Feiertag, dem Neujahrsfest. Wie Zahlen der Zivilen Luftfahrtbehörde der Volksrepublik China zeigen, auf die sich Bloomberg beruft, setzte zu Neujahr eine massive Reisewelle ein.

Stiegen 2014 noch 44 Millionen Menschen in den Flieger, um zum Feiern zu Freunden und Familien zu kommen, waren es im vergangenen Jahr bereits 73 Millionen Passagiere. Für dieses Jahr prognostizierte die Behörde eine Anzahl von 79 Millionen Flugreisenden. Allerdings stammt diese Schätzung aus der Zeit vor dem Ausbruch des Corona-Virus.

Quelle: Pressetext