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©Leah Kelley – Pexels

E-Roadtrip: So macht man in Deutschland und Europa mit dem Elektroauto Urlaub

Urlaubszeit heißt für die Deutschen vor allem eines: Unterwegs mit dem Auto. So meistern Reisende ihre Ferien umweltfreundlich mit dem Elektroauto in Deutschland und Europa.

Mit der neuen Innovationsprämie für Elektroautos möchte die Bundesregierung noch mehr Menschen davon überzeugen, auf die umweltfreundliche Alternative umzusteigen. Zwar sinken die Anschaffungskosten für E-Fahrzeuge deutlich dank der Unterstützung durch Staat und Hersteller, doch ein gewichtiges Gegenargument bleibt scheinbar nach wie vor in den Köpfen der Autofahrer bestehen: die mangelnde Reichweite.

Kurze Distanzen mit E-Auto stellen keine Herausforderung dar, doch funktioniert auch die geplante Ferienreise durch Europa mit elektrischem Antrieb? Robin Tschöpe, Gründer und Geschäftsführer von LeasingMarkt.de, zeigt den knapp 20 Millionen Deutschen, die letztes Jahr auf vier Rädern in die Ferien fuhren, wie es geht.

1. Eine gute Planung ist die halbe Reise

Im Gegensatz zur Urlaubsfahrt mit einem Verbrenner muss eine Reise mit dem Elektroauto vor Abfahrt sehr gut geplant werden. Denn nicht nur das Ziel des Trips muss feststehen, auch Zwischenstopps für das Laden sollten vorher festgelegt werden. Die App Chargemap z.B. ist mit einem Routenplaner inkl. Anzeige passender E-Ladestationen ausgestattet und setzt auf Erfahrungen aus der Community, die jedem Reisenden dabei helfen, sich auf sein Abenteuer auf vier Rädern vorzubereiten.

Entscheidend sind die Reichweite des Fahrzeugs und das Netz an Ladestationen. „Mittel- und Nordeuropa sind inzwischen gut ausgebaut“, so der Experte Robin Tschöpe. „Im Süden Europas sieht es jedoch schwierig aus. Frankreich bietet sich hier neben den Niederlanden besonders als Urlaubsziel an. Aber auch Belgien, Schweiz und Österreich sowie Norwegen und Dänemark sind wunderbare Ziele für Elektroauto-Urlauber.“ Auf der Website von GoingElectric kann eingegeben werden, mit welchem Modell man unterwegs ist und welcher Stecker genutzt wird.

2. Europaweit laden und bezahlen – so geht’s!

Inzwischen gibt es viele Apps, die geeignete Ladestationen entlang von Urlaubsrouten anzeigen. E-Tankstopps sind zwar nervig, können aber rund um einen Ausflug oder eine Essenspause organisiert werden. Am bequemsten tankt es sich an Schnellladestationen, wo das Laden von E-Autos ungefähr eine Stunde dauert. Regelmäßige Schnellladungen sollten allerdings vermieden werden, um den Akku zu schonen.

An Ladestationen mit Typ-2-Anschluss benötigen Reisende zwischen fünf und sechs Stunden, bis die Batterie wieder aufgeladen ist. Viele Anbieter von Ladestationen fordern eine Registrierung, oft sogar Wochen vor der Reise. Das ist wichtig, um ein Benutzerkonto anzulegen und Ladekarten zu versenden. Inzwischen gibt es auch Kooperationen von Unternehmen, sodass über das sogenannte e-Roaming eine einfache Bezahlung an allen Ladesäulen eines Verbunds möglich ist.

In Deutschland ist das Ladenetz bereits sehr gut ausgebaut, Supermärkte z.B. bieten an ihren Filialen kostenlose Ladestationen an. Wer im Ausland unterwegs ist, sollte vorher prüfen, ob eine Anmeldung bei anderen Anbietern von Ladestationen notwendig ist. Aber auch dort bieten viele Supermärkte, Raststätten und Tankstellen kostenlose Ladepunkte an. Zwar müssen Urlauber dafür in manchen Fällen von der Autobahn runter, aber die Reise wird um einiges günstiger und das Geld kann in den Urlaub investiert werden.

Kleiner Tipp: Bei den Touristeninformationen des jeweiligen Urlaubslandes bekommen Reisende Auskunft über Haltepunkte und notwendige Stecker auf der Route.

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© Andrew Roberts – Unsplash

3. Panne mit dem Elektroauto – was jetzt?

E-Autos warnen sehr früh und eindringlich vor einem zur Neige gehenden Akku. Sollte das Auto dennoch mal liegen bleiben, kümmern sich die Gelben Engel des ADAC um den Abschleppservice, denn alle Mitarbeiter haben eine spezielle Schulung für E-Autos erhalten. In der Regel besteht bei Elektroautos, die liegen bleiben, keine elektrische Gefährdung.

Aus Sicherheitsgründen gilt jedoch, dass Arbeiten an den Fahrzeugen nur Personen ausführen dürfen, die dafür ausgebildet sind. Ganz wichtig: Hände weg von den Hochvoltkomponenten und von allen orangefarbenen Leitungen! In der Regel haben die Autohersteller für ihre E-Autos Pannen-Hotlines, die weiterhelfen können. So hat BMW z.B. eigene Servicemobile, sogenannte Mobile Recharger, die vor Ort laden können.

Kia bietet eine Gewährleistung von sieben Jahren. Bleibt das E-Auto liegen, wird es durch die 7-Jahre-Kia-Mobilitätsgarantie kostenlos zur nächsten Ladestation gebracht. VW gewährt seinen Kunden eine zweijährige Neuwagengarantie, bei Nissan gibt’s eine Garantie von drei Jahren.

4. Fahren statt rasen schont die Batterie

In der Regel halten die heutigen Akkus etwa zehn Jahre, allerdings lässt die Leistung über die Zeit nach. Vor allem auf einer längeren Reise lässt sich häufiges Aufladen nicht vermeiden, aber es gibt ein paar Faktoren, die die Laufzeit der Batterie verlängern:

  • Eine komplette Voll- oder Entladung des Akkus schadet den Lithium-Ionen-Zellen, daher sollte der Ladezustand zwischen 20 und 80 Prozent liegen. Der Akku sollte nur vollständig aufgeladen werden, wenn eine längere Fahrt ansteht. Ein Ladezustand um die 50 Prozent ist optimal.
  • Zwar sind die Schnellladungen auf Reisen komfortabler, sie belasten aber auch den Akku. Daher sollten auch regelmäßig sogenannte „Schnarchladungen“ genutzt werden, z.B. nachts.
  • Extreme Kälte mag die Batterie genauso wenig wie extreme Hitze. Daher sollte im Sommer ein schattiger Parkplatz oder eine Garage als Abstellort gewählt werden. Im Winter sollte der Akku gleich nach der Ankunft geladen werden, wenn das E-Auto noch warm ist.
  • Zudem mögen es E-Autos nicht, wenn häufig stark beschleunigt oder lange Zeit mit Vollgas gefahren wird. Das gilt vor allem, wenn das Auto gerade gestartet wurde und der Akku noch kalt ist.

Fazit: Urlaub mit Elektroauto – der Weg ist das Ziel

Zwar ist ein Sommerurlaub in der Ferne zu Teilen wieder möglich, dennoch wollen viele Deutsche dieses Jahr heimatliche Gefilde erkunden – natürlich am liebsten mit dem Auto. „Viele halten eine lange Reise mit dem Elektroauto für undenkbar“, resümiert Tschöpe. „Aber es braucht dafür nur etwas mehr Vorbereitungszeit, Planung und Geduld.“

Für Roadtrip-Fans sind die umweltfreundlichen Reisen bestens geeignet, da vor allem Nord- und Mitteleuropa inzwischen sehr gut ans Ladenetz angeschlossen sind. Zudem gibt es viele Erfahrungsberichte von Reiselustigen, die in Europa mit dem E-Auto unterwegs waren und ihre Erlebnisse gerne mit der Community teilen.

„Meistens ist die Reichweitenangst unbegründet, denn die Technik schreitet schnell voran und die neue Generation der Elektroautos kommt etwa 300 Kilometer weit, manche sogar noch weiter“, so Robin Tschöpe. Die Autofahrer-Fans unter den reiselustigen Deutschen dürfen sich also freuen, was die Zukunft der Elektromobilität noch bereithält.