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jahresvignetten
© obs/ADAC/Rasmus Kaessmann

Maut: Erste Jahresvignetten lohnen sich nicht mehr

Damit die Urlaubsreise kein teures Nachspiel hat, sollte man nicht vergessen, sich eine gültige Vignette zu besorgen. Die Strafen sind happig, es wird eine Ersatzmaut in Höhe von 120 Euro oder ein Bußgeld ab 300 Euro fällig. Für Autofahrer, die bis Ende des Jahres regelmäßig in Länder mit Vignettenpflicht reisen möchten, lohnt sich seit Mitte des Jahres der Kauf von Jahresvignetten nicht mehr.

Die verschiedenen Kurzzeitvignetten in Österreich, Tschechien und Slowenien stellen günstigere Alternativen dar. Die ADAC Reise und Medien GmbH hat die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Kurzzeit- statt Jahresvignetten

Österreich: Der Preis für die Pkw-Jahresvignette beträgt 91,10 Euro, für zwei Monate 27,40 Euro und das 10-Tages-Pickerl kostet 9,40 Euro. Vielfahrer können ab August die Zeit bis Ende November mit zwei Zwei-Monats-Vignetten überbrücken. Geldersparnis gegenüber der Jahresvignette: 36,30 Euro. Bereits ab 1. Dezember ist die Jahresvignette 2021 erhältlich und gültig.

Tschechien: Ab September sollten Autofahrer genau prüfen, ob sie die derzeit 57 Euro teure Jahresvignette tatsächlich noch ausreichend nutzen. Die Monatsvignetten kosten aktuell 17 Euro und können je nach Reiseverhalten eine Alternative sein. Die neuen Jahresvignetten 2021 ist ab 1. Dezember erhältlich und gültig.

Slowenien: Bei den slowenischen Jahresvignetten ist ein Kauf ab 1. September nicht mehr zu empfehlen. Die Jahresvignette kostet 110 Euro, eine Monatsvignette 30 Euro. Wer bis November drei Monatsvignetten nutzt, spart 20 Euro. In Slowenien gilt die Jahresvignette 2021 ab 1. Dezember.

Alle Informationen zu mautfreien Routen, Strecken zur Sondermaut und zur digitalen Vignette können hier abgerufen werden.

Viele Mautfallen auf italienischen Autobahnen

Viele Italienurlauber können darüber ein Lied singen: Das Mautsystem auf den italienischen Autobahnen ist teilweise derart unübersichtlich und kompliziert, dass Autofahrer nicht selten in unerwartete Schwierigkeiten geraten. So passiert es Reisenden immer wieder, dass sie bei der Autobahneinfahrt oder an der Zahlstation die falsche Spur wählen oder Probleme beim bargeldlosen Bezahlen haben. Die Folgen können teuer werden. Erschwerend kommt hinzu, dass unterschiedliche Autobahnbetreibergesellschaften für einzelne Streckenabschnitte zuständig sind. Der ADAC zeigt, worauf Autourlauber achten sollten.

Im Regelfall wird die Maut bezahlt, indem man bei der Einfahrt auf die Autobahn ein Ticket zieht, das man bei der Abfahrt bezahlen muss. Der Betrag errechnet sich aus der gefahrenen Strecke. Auf einigen Streckenabschnitten muss man jedoch keine Karte ziehen, sondern an der Mautstation einen Pauschalbetrag bezahlen. Sicherheitshalber sollte man laut ADAC an diesen Mautstationen eine Quittung verlangen. Hinzu kommen Strecken, an denen die Maut im so genannten Free Flow-System beim Durchfahren der Mautportale elektronisch erfasst wird. Hier sollte man sich vorab über die Homepage der jeweiligen Autobahngesellschaft registrieren.

An allen italienischen Mautstationen kann bar bezahlt werden. Aber auch Kreditkarten und die Bankkarte Maestro werden akzeptiert. Die Fahrspuren für die verschiedenen Bezahlarten sind entsprechend beschildert, je nachdem gilt es sich einzuordnen. Nachträglich die Spur wechseln, rückwärtsfahren oder wenden ist verboten und kann mit einem Bußgeld ab 422 Euro und einem Fahrverbot von bis zu sechs Monaten geahndet werden.

Hohe Inkassokosten drohen

Auf allen – abgesehen von der A 18 in Sizilien – italienischen Autobahnen kann mit der Viacard bezahlt werden. Sie ist eine Guthabenkarte, die weder personen- noch fahrzeuggebunden ist. Anfallende Gebühren werden bei der Bezahlung abgebucht. Für einen Telepass ist in der Regel ein italienisches Konto notwendig sowie ein elektronischer Empfänger, der an der Windschutzscheibe angebracht wird. In Deutschland wird der Vertrag nur gegen zusätzliche Gebühr angeboten.

Wer beim Verlassen der Autobahn an einer normalen Mautstation kein Ticket vorweisen kann, muss eine Gebühr bezahlen, die sich nach der am weitesten entfernten Einfahrtsstation richtet. Nachträglich können bei der Autobahngesellschaft Nachweise wie etwa Tankstellen- oder Restaurant-Quittungen zur tatsächlich zurückgelegten Strecke eingereicht werden. Ein Anspruch auf Rückzahlung besteht dabei nicht.

Italienische Autobahnbetreiber versuchen in der Regel, nicht bezahlte Mautgebühren mithilfe italienischer oder deutscher Inkassounternehmen einzutreiben. Autofahrer, die Probleme mit der Mautzahlung haben, sollten, um hohe Inkassokosten zu vermeiden, gegebenenfalls an Ort und Stelle eine Servicestelle (Punto Blu) der Autobahngesellschaft aufsuchen.