Anzeige
Birgit Dreyer, Reiseexpertin

„Bei den aktuellen Corona-Reiserücktrittsversicherungen unbedingt genau hinschauen“

Endlich mal wieder verreisen, raus aus dem Corona-Alltag  – wie groß die Sehnsucht nach Erholung bei vielen ist, kann man an Mallorca über die Ostertage sehen: Kaum hatte die beliebte Ferieninsel für Touristen wieder geöffnet, gingen die Buchungszahlen rasant nach oben. Viele hoffen auch auf den Sommer.

Allerdings, auch das hat Mallorca gezeigt, gibt es seit Corona viele zusätzliche Unsicherheiten, die einem einen Strich durch die Reiseplanung machen können. Neue Corona-Reiserücktrittsversicherungen können da Abhilfe schaffen.

Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann, wenn’s ganz dumm läuft, auch teuer werden. Von der Reiseplanung sollten wir uns aber trotzdem nicht abhalten lassen, sagt Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERGO Reiseversicherung (ERV).

Expat News: Wenn man nach einer Reise sucht, findet man inzwischen viele sogenannte Flex-Angebote mit kurzfristigen Stornierungs- und
Umbuchungsoptionen. Gerade in dieser ungewissen Zeit klingt das erst mal gut. Wie sicher ist man damit?

Dreyer: Mit einem Flex-Tarif können Sie bis zu 14 Tage vor Reiseantritt kostenlos stornieren oder umbuchen. Das ist so ein neuer Freiraum und anders als früher. Wenn allerdings diese Stornofristen dann ablaufen, sind Sie nicht mehr versichert. Wenn Sie also innerhalb der letzten Tage vor dem Urlaub krank werden sollten oder Ihre Reise aus anderen Gründen nicht antreten können, dann fallen diese Stornokosten an. Und die werden umso höher, je näher Sie an Ihren Reisetermin rücken. Das können bis zu 100 Prozent des Reisepreises ausmachen. Diese Kosten fängt dann nur eine Reiserücktrittversicherung auf.

Corona-Reiserücktrittsversicherungen bieten Sicherheit

Expat News: Worauf sollte man da denn genau achten? Letztes Jahr war ja alles im Zusammenhang mit Corona bei vielen Versicherern noch vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Dreyer: Viele Versicherer haben diese Lücke in Bezug auf Covid-19 inzwischen mehr oder weniger geschlossen. Sie sollten aber unbedingt genauer hinschauen, wie die Leistungen im Zusammenhang mit Covid-19 aussehen. Wenn man kurz vor Reisebeginn zum Beispiel in eine Quarantäne muss oder wegen zu hoher Körpertemperatur nicht über die Grenze darf und so weiter, sollte das unbedingt abgedeckt sein. Wenn Sie kurz vor Reisebeginn einen
Impftermin haben, dann ist es wichtig, dass Impfunverträglichkeit auch als Rücktrittsgrund anerkannt ist.

Expat News: Viele haben ja auch Sorge, dass Sie vor Ort in Quarantäne müssen oder ihre Reise beispielsweise wegen einer Erkrankung nicht zu Ende machen können. Wie kann man sich da absichern?

„Der Versicherungsschutz sollte auch bei einer Reisewarnung greifen“

Dreyer: Es macht auf jeden Fall Sinn, wenn Sie vom Tag der Buchung bis zum letzten Urlaubstag abgesichert sind. Deshalb empfehlen wir eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen, die auch eine Reiseabbruchversicherung beinhaltet. Diese Abbruchversicherung beinhaltet. Sie eine kommt zum Beispiel für zusätzliche Reisekosten auf, wenn Sie erkranken und früher zurück müssen, und erstattet auch nicht genutzte Reiseleistungen. Wichtig ist, dass der Versicherungsschutz auch dann greift, wenn eine Reisewarnung aufgrund von Covid-19 ausgesprochen wurde vom Auswärtigen Amt.

Expat News: Was sollten Corona-Reiserücktrittsversicherungen konkret in Bezug auf Covid-19 enthalten?

Dreyer: Nehmen wir das Beispiel, dass Sie in ein Quarantänehotel müssen: Ohne spezielle Absicherung kann es passieren, dass der Reisende selbst die Kosten
tragen muss. Oder am Flughafen – wenn Sie beim Einchecken eine erhöhte Temperatur haben und die Fluggesellschaft sich deswegen zum Beispiel weigern sollte, Sie mitzunehmen und Sie Ihren Aufenthalt dadurch verlängern müssen vor Ort. Dann entstehen zunächst Kosten für das Hotel, für die Verpflegung und auch für die Buchung eines neuen Fluges. Mit einer Abbruchversicherung würde der Reisende nicht alleine dastehen mit diesen Kosten. Wir zum Beispiel haben in dem speziellen Fall von Covid-19 einen Ergänzungsschutz, den Sie zu unseren Standardprodukten dazu buchen können – also auch zu einer bestehenden Jahresversicherung zum Beispiel.

Expat News: Sie haben gerade die Jahresversicherung angesprochen. Inwiefern macht die
aktuell Sinn?

Dreyer: Dieses Umbuchen und Stornieren und neu Buchen von Reisen sollte anregen, nicht für jede Reise einzeln eine Versicherung abzuschließen, sondern
eine Jahresversicherung. Das hat einen bedeutenden Vorteil, dass alle Reisen innerhalb eines Jahres abgedeckt sind. Dazu gehören Privat- und auch Geschäftsreisen, Auslandsreisen, Reisen auch im Inland, in der Heimat, sofern Sie mehr als 50 Kilometer vom Wohnort entfernt sind. Natürlich auch ein Aufenthalt in Ferienhäusern oder Ferienwohnungen und auch ein Campingtrip wären abgedeckt.