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Risk Map
Quelle: Екатерина, Pixabay

Risk Map 2023 listet nun auch psychische Gesundheitsprobleme

Das Jahr 2022 hat Unternehmen und Mitarbeiter erneut mit veränderten Herausforderungen konfrontiert. Globale Risiken haben sich gewandelt, und die Folgen der Pandemie sind noch deutlich zu spüren. International SOS hat bei der jährlichen Aktualisierung seiner Risk Map darauf reagiert, die Welt-Risikokarte enthält erstmalig auch Daten zur psychischen Gesundheit. Die Risk Map zeigt das Sicherheits- und medizinische Risikoniveau in allen Ländern weltweit und unterstützt Unternehmen und ihre mobilen Mitarbeiter, lokal wie auch international, dabei, einen besseren Überblick über das Risikoniveau der einzelnen Länder weltweit zu bekommen.

Angesichts der anhaltenden Auswirkungen von COVID-19 und des Sicherheitskonflikts in der Ukraine liefert die Risikokarte wertvolle Informationen, die es Unternehmen ermöglichen, die spezifischen Auswirkungen dieser Risiken auf ihre Mitarbeiter zu erkennen und zu verstehen. Da sich die globalen Risiken weltweit immer weiterentwickeln, kann der Einsatz von datengestützten Instrumenten wie der Risikokarte Organisationen und Unternehmen dabei helfen, ihrer Fürsorgepflicht in diesen oft unsicheren Zeiten nachzukommen.

Risk Map ergänzt um Darstellung psychischer Erkrankungen

Ergänzend zu den medizinischen und sicherheitsrelevanten Risikoebenen bietet die Karte nun eine weitere Kategorie, die psychische Erkrankungen weltweit darstellt. Diese basiert auf externen Daten des Institute for Health Metrics and Evaluation, Global Burden of Disease. Die neue Risikoebene zeigt den geschätzten Prozentsatz der Bevölkerung eines jeweiligen Landes, der an psychischen Erkrankungen leidet. Dadurch können Organisationen, insbesondere große multinationale Unternehmen, nachvollziehen, welche Standorte für das Auftreten psychischer Erkrankungen möglicherweise anfällig sein könnten. Die Daten zeigen das Ausmaß der epidemischen Zunahme psychischer Erkrankungen, mit der Arbeitnehmer konfrontiert sind und die Arbeitgeber auffangen müssen. Schätzungen zufolge leiden derzeit etwa 14 Prozent (1 von 7) der Menschen weltweit an einer oder mehreren psychischen Erkrankungen oder Substanzkonsumstörungen.

Risk Map zeigt interaktiv Gesundheitsrisiken für einzelne Länder

Risk Map

Der Screenshot der Risk Map zeigt exemplarisch das aktuelle Gesundheitsrisiko für Expats in Dubai. Die Klassifizierung des Risikos ist hier zu finden.

Dr. Stefan Eßer, Ärztlicher Leiter Zentraleuropa bei International SOS kommentiert: „Aufgrund der wachsenden Zunahme von Reise- und Gesundheitsrisiken in vielen Regionen, ist es wichtig, dass sich die Unternehmen auch auf die Entschärfung der anhaltenden Auswirkung von psychischen Gesundheitsproblemen konzentrieren. Obwohl regelmäßig andere akute medizinische Probleme auftreten, die ebenfalls erheblichen Einfluss haben können, bleiben die psychische Gesundheitsprobleme im Hintergrund bestehen und dürfen nicht übersehen werden.“

Risikoeinschätzung kann Expats und Geschäftsreisende schützen

In Deutschland ist – laut der DGPPN – mehr als einer von vier Erwachsenen im Laufe eines Jahres von einer psychischen Erkrankung betroffen. Die WHO berichtet über fast ähnlich hohe Zahlen. Zudem schreibt das deutsche Arbeitsschutzgesetz vor, dass psychische Belastungen am Arbeitsplatz bewertet und in die Gefährdungsbeurteilung einbezogen werden müssen.

Laut Eßer müssen Organisationen daher eine Vielzahl physischer und psychischer Gesundheitsaspekte berücksichtigen, um ihrer Fürsorgepflicht gerecht zu werden. Um die damit verbundenen Herausforderungen zu bewältigen, sollten Unternehmen sämtliche zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen. So können beispielsweise die von der Risikokarte bereitgestellten Details den Entscheidungsträgern helfen, Mitarbeitenden besser zu schützen: Verantwortliche erkennen auf einen Blick, an welchen Standorten der Zugang zu medizinischer Versorgung erschwert ist oder welche Standorte besonders anfällig für das Auftreten psychischer Probleme sind.

Verändertes Risikolevel zum Vorjahr

In diversen Ländern hat sich das Risikolevel im Vergleich zum Vorjahr geändert. So haben sich die karibischen Inseln bezüglich medizinischer Risken wesentlich verbessert, was vor allem auf die Lockerung der COVID-bedingten Reisebeschränkungen zurückzuführen ist. Hingegen wurde das medizinische Risiko für Mali auf „Sehr hoch“ erhöht, da das Sicherheitsumfeld in Mali komplex ist. Dies hat zu einer schwierigen humanitären Lage geführt und schwächt die Gesundheitssysteme angesichts der steigenden Nachfrage.

Die Risikokarte ermöglicht zudem ein besseres Verständnis der allgemeinen Sicherheitslage in den Ländern, durch die Mitarbeitenden möglicherweise reisen werden oder in denen sie arbeiten. Dies wiederum hilft den Unternehmen, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, um die spezifischen Risiken, denen ihre Mitarbeitenden ausgesetzt sein könnten, abzuschwächen.

Sicherheit: Ukrainekrise verändert die Sicherheitslage in Europa

Die größte Sicherheitskrise des vergangenen Jahres war zweifelsohne der Konflikt in der Ukraine. Dies spiegelt sich in der Sicherheitsebene der Karte wider, da Teile der Ukraine nun mit einem „extremen“ Sicherheitsrisiko gekennzeichnet sind. Trotz der weitreichenden Auswirkungen des Ukraine-Konflikts sowie eines zu beobachtenden Anstiegs sozialer Unruhen im Zusammenhang mit gestiegenen Lebenshaltungskosten hat sich das grundlegende Sicherheitsrisikoumfeld in Europa nicht verändert.

In Afrika ist vor allem ein Anstieg der Risikoeinstufung in der Sahelzone zu verzeichnen, wo sich die Bereiche mit einem extremen Sicherheitsrisiko aufgrund der zunehmenden Militanz ausgeweitet haben. Dieser Trend ist auch in Mosambik und anderen Teilen Afrikas zu beobachten.

In Kolumbien hat ein Anstieg der Kriminalität, der zum Teil auf die sozioökonomischen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zurückzuführen ist, zu einer Zunahme der Hochrisikozonen geführt.

Insgesamt achten Expats zunehmend auf Risiken, und sind in Bezug auf Reisen besorgter als vor der Pandemie. Daher sollten Unternehmen bei ihrer Planung Änderungen der Risikobewertung und Trends berücksichtigen. Sie können sicherstellen, dass die Mitarbeitenden Zugang zu verlässlichen Informationen über die Risiken haben, denen sie ausgesetzt sein könnten, diese mit wirksamen Maßnahmen zur Risikominderung unterstützen und klare Kommunikationspläne für die Mitarbeitenden und Expats vor und während Reisen mit erhöhtem Risiko erstellen.