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Studierende aus dem Ausland in Kiew
© Petkevich Evgeniy - Pexels

Ukraine war beliebter Ort für Studierende aus dem Ausland

Der Krieg in der Ukraine kam für die meisten Menschen weltweit überraschend. Dementsprechend hatten auch Ausländer*innen, die sich in der Ukraine aufgehalten haben, keine Chance das Land rechtzeitig zu verlassen. Unter den “Gestrandeten” befindet sich auch eine Vielzahl an internationalen Studierenden.

Von den rund 20.000 indischen Staatsangehörigen, die in der Ukraine leben, sind nach Angaben der UNESCO die meisten Studierende. Im Jahr 2020 studierten mehr als 14.000 Inder*innen in der Ukraine. Nach Angaben des indischen Außenministeriums haben rund 8.000 Inder*innen die Ukraine bereits verlassen.

Wie die Statista-Grafik zeigt, war die Ukraine zuletzt ein beliebtes Ziel für Studierende aus Afrika und Asien. Marokkaner*innen (5.721 Personen) machten die zweitgrößte Studierendengruppe aus, gefolgt von Menschen aus Aserbaidschan (4.718 Personen) und Turkmenistan (4.304 Personen).

Verschiedenen Medienberichten zufolge waren bei Angriffen auf die Stadt Charkiw bereits mehrere Studierende unter den Opfern. Nach dem Beginn der russischen Invasion haben die Nachbarländer zwar ihre Grenzen für Flüchtlinge geöffnet, nicht-weiße Personen wurden jedoch häufig von Grenzbeamten aufgehalten und zurückgewiesen.

Erasmus+ will Studierende aus der Ukraine besonders fördern

Die EU-Komission hat Maßnahmen angekündigt, um ukrainische Studierende, junge Menschen, Lehrer*innen und Erzieher*innen in diesen extrem schwierigen Zeiten zu unterstützen. Dazu veröffentlichte Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, ein offizielles Statement.

„Dank unseres Erasmus+-Studentenaustauschs und der Freiwilligen des Europäischen Solidaritätskorps haben wir das Verständnis und die Solidarität zwischen Menschen aus allen Ländern und mit unterschiedlichem Hintergrund gefördert. Junge Ukrainerinnen und Ukrainer haben sich kontinuierlich für eine bessere Zukunft eingesetzt, die nun in Gefahr ist.“

So wurden die nationalen Erasmus-Agenturen und die teilnehmenden Organisationen angewiesen, sich mit einzelnen Teilnehmern in Verbindung zu setzen, die sich derzeit in der Ukraine oder in Russland aufhalten und planen, in den kommenden Wochen in diese Länder zu reisen, um die verfügbaren Optionen zu prüfen.

Die neuen Maßnahmen werden Folgendes gewährleisten:

  • größtmögliche Flexibilität bei der Durchführung von Projekten für ukrainische Studierende und Hochschullehrer
  • individuelle Kontakte mit Teilnehmern, die sich derzeit in der Ukraine oder in Russland aufhalten oder in den kommenden Wochen in diese Länder ausreisen wollen
  • maßgeschneiderte Unterstützung für ukrainische Studierende im Ausland

DAAD schränkt wissenschaftlichen Austausch mit Russland ein

Nach dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine schränkt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) den Austausch mit der Russischen Föderation ein. Zugleich bleibt die Austauschorganisation ihren langjährigen Partnerinstitutionen in Russland verbunden.

Der DAAD stoppt Bewerbungsmöglichkeiten für Russland-Stipendien und sagt Auswahlen für DAAD-Stipendien nach Russland ab. Auch bereits ausgewählte deutsche Stipendiatinnen und Stipendiaten können für einen geplanten Aufenthalt in Russland derzeit keine finanzielle Unterstützung erhalten. Von den deutschen Hochschulen erwartet der DAAD, alle DAAD-geförderten Projektaktivitäten mit Partnerinstitutionen in Russland und Belarus auszusetzen.

„Wir wissen, dass dieser Schritt auch Ungerechtigkeiten schafft und zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende trifft, die sich für friedliche und rechtsstaatliche Verhältnisse sowie gutnachbarschaftliche Beziehungen einsetzen. Uns ist bewusst, dass viele unserer russischen Freundinnen und Freunde und unserer russischen Partnerinstitutionen den Feldzug gegen die Ukraine aus tiefstem Herzen ablehnen. Gleichzeitig halten wir es angesichts des Kriegs für unumgänglich, die Förderung von Austauschbeziehungen mit Russland kritisch zu überprüfen“, sagt DAAD-Präsident Professor Dr. Joybrato Mukherjee.

London derzeit bester Ort für Studierende aus dem Ausland

Laut Quacquarelli Symonds (QS) Ranking der besten Städte für Studierende aus dem Ausland, ist die Hauptstadt des Vereinigten Königreich mit der Maximalpunktzahl von 100 mehr als geeignet für ein Auslandssemester. Als Heimat prestigeträchtiger Universitäten, wie dem UCL (University College London), dem Imperial College London und dem King’s College London, ist London seit Jahren bei Studenten sehr beliebt.

Studierende aus dem Ausland

Unter die Top 8 der besten Städte für ein Auslandsstudium schaffen es 2022 mit München und Berlin auch zwei deutsche Städte. München ist mit einem Score von 97,4 sogar die zweitplatzierte Metropole hinter London. Berlin (95,9) belegt Platz fünf hinter Seoul und Tokio (jeweils 96,1). Melbourne (95,5), Zürich (94,9) und Sydney (94,3) komplettieren die Liste.

Für die Rangliste wurden Städte weltweit auf einer Skala von 0 bis 100 nach den Kriterien Studierendenmix und –sicht, Begehrtheit, Arbeitgeberaktivität, Bezahlbarkeit und dem QS Universitäts-Ranking bewertet.