digitales Leben
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Die schlechtesten Länder für ein digitales Leben im Ausland

Während sich die skandinavischen Länder besonders gut für arbeitende digitale Nomaden und Expats eignet, wurden in der entsprechenden InterNations-Studie am anderen Ende des Rankings Myanmar, China, Ägypten, Indien und die Philippinen zu den schlechtesten Ländern für ein digitales Leben gewählt. Expats kämpfen mit fehlenden Möglichkeiten, Behördengänge online zu erledigen oder Zugang zu High-Speed-Internet zu Hause zu bekommen, oder sogar mit Einschränkungen in der Nutzung von Online-Angeboten.

Die besten und schlechtesten Länder für ein digitales Leben


digitales Leben

Platz 68: Myanmar

Myanmar liegt beim Thema „digitales Leben“ weltweit auf dem letzten Rang und scheint noch weit von einer digitalen Gesellschaft entfernt zu sein. Der südostasiatische Staat ist das Aufenthaltsland mit den schlechtesten Bewertungen für bargeldlosen Zahlungsverkehr und schnelles Internet zu Hause. Ganze 74 Prozent der befragten Expats finden es schwierig, in Myanmar bargeldlos zu bezahlen – 61 Prozentpunkte mehr als der globale Durchschnitt (13 Prozent) und ein doppelt so hoher Anteil wie in Argentinien (37 Prozent), dem Land mit der zweitschlechtesten Bewertung für diesen Faktor.

Ebenso sind 58 Prozent der digitalen Nomaden und Expats in Myanmar mit dem fehlenden Zugang zu High-Speed-Internetverbindungen nicht zufrieden, was den höchsten Anteil weltweit darstellt und fast ein Vierfaches des globalen Durchschnitts (16 Prozent) beträgt. Myanmar hält jedoch eine Überraschung bereit: Es ist weltweit führend, wenn es darum geht, möglichst einfach eine lokale Handynummer zu bekommen. Fast alle Expats (96 Prozent) halten dies für unkompliziert (gegenüber 86 Prozent weltweit) und 80 Prozent beschreiben es sogar als völlig problemlos (gegenüber 58 Prozent weltweit).

Platz 67: China

Wenn es um ungehinderten Zugang zu Online-Angeboten (wie zum Beispiel Social Media) geht, erzielt China das mit Abstand schlechteste Resultat weltweit: 83 Prozent der Umfrageteilnehmer sind damit nicht zufrieden, mehr als achtmal so viel wie der globale Durchschnitt (zehn Prozent) und 37 Prozentpunkte mehr als in Saudi-Arabien (46 Prozent), das Land mit der zweitschlechtesten Bewertung. Mehr als die Hälfte aller Expats in China (52 Prozent) findet sogar, dass die Internet-Zensur gar nicht schlimmer sein könnte (gegenüber drei Prozent weltweit). Ein Expat aus den USA beschreibt die „von der Regierung ausgeübte Kontrolle über das Internet und die Medien“ als einen der größten Nachteile des Expat-Lebens in China.

Auch mit der Verfügbarkeit von schnellen Internet-Verbindungen (38 Prozent negative Bewertungen gegenüber 16 Prozent weltweit), den Schwierigkeiten, eine lokale Handynummer zu erhalten (14 Prozent gegenüber gegenüber Prozent weltweit), und den eingeschränkten Möglichkeiten, Behördengänge und Verwaltungsangelegenheiten online zu erledigen (52 Prozent gegenüber 26 Prozent weltweit), sind die befragten Expats und digitalen Nomaden alles andere als zufrieden. Beim bargeldlosen Zahlungsverkehr liegt China hingegen auf einem guten 17. Platz (von 68) weltweit: 89 Prozent der Expats halten bargeldloses Zahlen für kein Problem (gegenüber 78 Prozent weltweit) und 72 Prozent vergeben sogar die Bestnote für China (gegenüber 48 Prozent weltweit).

Platz 66: Ägypten

Fast sieben von zehn Expats in Ägypten (69 Prozent) fällt es schwer, Verwaltungsangelegenheiten oder Behördengänge online zu erledigen (gegenüber 26 Prozent weltweit) – der höchste Anteil an negativen Bewertungen weltweit (zusammen mit Myanmar). Das digitale (Expat-)Leben in Ägypten wird durch die langsamen Internetanschlüsse zu Hause noch weiter erschwert: Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) halten es für schwierig, eine High-Speed-Internetverbindung zu bekommen (gegenüber 16 Prozent weltweit). Ein Umfrageteilnehmer aus den USA beschreibt das „Internet zu Hause“ sogar als einen der lästigsten Aspekte des Alltagslebens in Ägypten.

Darüber hinaus sind Expats in Ägypten unzufrieden mit den mangelnden Möglichkeiten, bargeldlos zu bezahlen (35 Prozent negative Bewertungen vs. 13 Prozent weltweit), und dem eingeschränkten Zugang zu Online-Angeboten (19 Prozent gegenüber zehn Prozent weltweit). Immerhin scheint man in Ägypten relativ leicht eine lokale Handynummer zu bekommen (Platz 39 von 68; 89 Prozent positive Bewertungen gegenüber . 86 Prozent weltweit).

Platz 65: Indien

Wenn es darum geht, eine lokale Handynummer zu bekommen, erweist sich Indien für Expats als das denkbar schlechteste Aufenthaltsland weltweit. Fast zwei von fünf Studienteilnehmern (37 Prozent) beschreiben dies als kompliziert, mehr als fünfmal so viele wie der globale Durchschnitt (sieben Prozent) und 13 Prozentpunkte mehr als in Japan (24 Prozent), dem Land mit den zweitschlechtesten Bewertungen für diesen Faktor. „Der Verwaltungsaufwand ist schrecklich,“ beschwert sich ein Expat aus Schweden. „Man muss gefühlt Hunderte von Formularen ausfüllen, um eine Nummer für ein lokales Prepaid-Handy zu bekommen.“

Verwaltungsangelegenheiten und Behördengänge werden durch den Mangel an verfügbaren Online-Angeboten noch weiter erschwert (Platz 64 von 68). Fast drei von fünf Expats in Indien (59 Prozent) sind mit dem bestehenden Angebot nicht zufrieden, mehr als doppelt so viel wie der globale Durchschnitt (26 Prozent). Auch die fehlenden High-Speed-Internetanschlüsse machen ihnen zu schaffen: Fast drei von zehn Befragten (28 Prozent) bewerten diesen Faktor negativ, 12 Prozentpunkte mehr als der globale Durchschnitt (16 Prozent).

Platz 64: Philippinen

Dass Expats und digitale Nomaden zu Hause über keinen schnellen Internetzugang verfügen, ist einer der Hauptgründe für das schlechte Abschneiden der Philippinen in der digitalen Rangliste. Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) gibt an, mit der verfügbaren Internet-Geschwindigkeit nicht zufrieden zu sein – nur Myanmar hat ein noch schlechteres Ergebnis (58 Prozent). „Das Internet ist hier so langsam,“ beklagt sich ein Expat aus Indonesien. Zudem ist fast die Hälfte der Studienteilnehmer auch mit den bestehenden Möglichkeiten, Verwaltungsangelegenheiten und Behördengänge online zu erledigen, unzufrieden: Mit 48 Prozent negativen Bewertungen sind das 22 Prozentpunkte mehr als der globale Durchschnitt (26 Prozent).

Expats auf den Philippinen kämpfen auch mit der fehlenden Akzeptanz bargeldloser Zahlungsmittel: Mehr als ein Drittel (34 Prozent) beschreibt dies als schwierig, verglichen mit nur 13 Prozent weltweit. Nur eine lokale Handynummer scheint relativ problemlos erhältlich zu sein: Die Philippinen liegen hier auf Platz 27 von 68 und 90 Prozent bewerten diesen Faktor positiv (gegenüber 86 Prozent weltweit). Über sieben von zehn Expats (72 Prozent) vergeben sogar die bestmögliche Bewertung (gegenüber 58 Prozent weltweit).

Platz 63: Saudi-Arabien

Saudi-Arabien rangiert bereits seit der ersten Expat Insider Studie 2014 im Index für die Lebensqualität im Ausland unter den zehn Ländern mit den schlechtesten Bewertungen weltweit. Die neu hinzugekommene Kategorie zum Thema digitales Leben ist jedoch der Grund, warum Saudi-Arabien um weitere acht Plätze abrutscht (2017: 59 von 65 gegenüber 2018: 67 von 68). Wenn es um den unbeschränkten Zugang zu Online-Angeboten geht, liegt der Golfstaat sogar auf dem zweitletzten Platz weltweit, nur China schneidet noch schlechter ab. Fast die Hälfte aller Expats in Saudi-Arabien (46 Prozent) bewerten diesen Faktor negativ, verglichen mit nur zehn Prozent weltweit, oder wie es ein Expat aus Indien ausdrückt: „Es gibt hier zu wenig Freiheit und zu viele Verbote.“ Zirka einer von sechs Expats (16 Prozent) vergibt hier sogar die schlechtmöglichste Bewertung, mehr als fünfmal so viel wie der globale Durchschnitt (drei Prozent).

Nur Behördengänge scheinen sich online leicht erledigen zu lassen (Platz 27 von 68): 55 Prozent der Umfrageteilnehmer sind mit dem digitalen Service für Verwaltungsangelegenheiten zufrieden, was genau dem weltweiten Durchschnitt entspricht. Allerdings haben Expats in Saudi-Arabien Probleme, eine lokale Handynummer zu erhalten (21 Prozent negative Bewertungen gegenüber sieben Prozent weltweit) oder einen schnellen Internetanschluss zu bekommen (25 Prozent gegenüber 16 Prozent weltweit).

Platz 62: Indonesien

Indonesien ist ein weiteres Land auf den untersten zehn Rängen, in welchem man Behördengänge und administrative Angelegenheiten offenbar nur schwer oder selten online erledigen kann. Mehr als drei von fünf Expats (61 Prozent) sind mit dem diesbezüglichen Angebot nicht zufrieden (gegenüber 26 Prozent weltweit) und somit landet Indonesien für diesen Faktor auf Platz 66 von 68. Nur Myanmar und Ägypten wurden noch schlechter bewertet (je 69 Prozent unzufriedene Teilnehmer).

Indonesien liegt auch weit abgeschlagen auf dem 61. Platz, wenn es um schnelle Internetanschlüsse (30 Prozent negative Bewertungen vs. 16 Prozent weltweit) sowie den unbeschränkten Zugang zu Online-Angeboten (20 Prozent vs. 10 Prozent weltweit) geht. Zu guter Letzt scheint das Land noch einen weiten Weg zur bargeldlosen Gesellschaft vor sich zu haben: Einer von fünf Expats (20 Prozent) beschreibt es als schwierig, dort ohne Bargeld zu bezahlen, sieben Prozentpunkte mehr als der globale Durchschnitt (13 Prozent).

Autoritäre Regierungen schränken digitales Leben ein

Platz 61: Peru

Expats in Peru scheinen mit dem fehlenden Online-Angebot für Behördengänge und Verwaltungsangelegenheiten zu kämpfen: Fast die Hälfte (49 Prozent) ist mit diesen Diensten unzufrieden, was 23 Prozentpunkte über dem weltweiten Durchschnitt (26 Prozent) liegt. Ein Studienteilnehmer aus den USA hebt insbesondere hervor, dass der „Umgang mit den Regierungsbehörden“ in Peru schwierig sein kann. Auch bargeldloses Bezahlen (26 Prozent negative Bewertungen vs. 13 Prozent weltweit) und ein schneller Internetanschluss zu Hause (29 Prozent negative Bewertungen vs. 16 Prozent weltweit) scheinen in dem südamerikanischen Land nicht selbstverständlich zu sein. Bei allen drei genannten Faktoren gehört Peru zu den zehn Ländern mit den schlechtesten Ergebnissen weltweit. Andererseits sind 86 Prozent der Expats mit dem unbeschränkten Zugang zu Online-Angeboten wie Social Media zufrieden (vs. 80 Prozent weltweit). Unter den zehn schlechtesten Ländern ist dies das beste Resultat, aber weltweit liegt Peru damit nur auf Platz 46 von 68.

Platz 60: Türkei

Im Index zur Lebensqualität im Ausland verlor die Türkei 14 Plätze innerhalb eines Jahres: Sie ist vom 39. Platz von 65 Ländern im Jahr 2017 auf den 53. Platz von 68 im Jahr 2018 abgerutscht. Teilweise liegt dies daran, dass die neue Subkategorie digitales Leben hinzugefügt wurde, in welcher die Türkei zu den schlechtesten Ländern weltweit zählt. Besonders unzufrieden sind Expats mit ihrem eingeschränkten Zugang zu Online-Angeboten wie Social Media: Etwa die Hälfte (45 Prozent) bewertet diesen Faktor negativ, was mehr als dem Vierfachen des globalen Durchschnitts (zehn Prozent) entspricht.

Ein Umfrageteilnehmer aus Frankreich nennt „die Kontrolle der Medien“ sogar als einen Aspekt des Lebens in der Türkei, den er besonders negativ sieht. Es scheint auch nicht leicht zu sein, eine lokale Handynummer zu bekommen, da jeder fünfte Expat (20 Prozent) angibt, damit zu kämpfen. Das ist fast das Dreifache des weltweiten Durchschnitts (sieben Prozent). Die Türkei erhält ihre besten Bewertungen für bargeldloses Zahlen und rangiert hier auf einem durchschnittlichen 34. Platz von 68.

Platz 59: Uganda

Uganda rangiert in Bezug auf das digitale Leben unter den Ländern mit den schlechtesten Bewertungen weltweit. Besonders schlecht schneidet es bei den Faktoren schneller Internetanschluss zu Hause (65. Platz von 68) und bargeldloses Zahlen (61. Platz) ab. Fast zwei von fünf Expats in Uganda (39 Prozent) sind mit dem ersteren Faktor unzufrieden (vs. 16 Prozent weltweit), während ein Drittel (33 Prozent) die bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten negativ bewertet (vs. 13 Prozent weltweit). Tatsächlich sagen zwölf Prozent sogar, dass es sehr schwierig ist, in Uganda bargeldlos zu bezahlen. Dieser Anteil ist nur in Deutschland, Argentinien, Ägypten, Japan und Myanmar höher. Andererseits landet Uganda unter den Top 10 Ländern, wenn es darum geht, wie einfach es ist, eine lokale Handynummer zu erhalten (8. Platz von 68). Fast alle Expats (97 Prozent) finden, dass dies kein Problem darstellt.