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Wohnungssuche in der Schweiz: Was Expats beachten sollten

Wer von seinem Arbeitgeber in die Schweiz entsandt wird, sollte sich vorab unbedingt über die Wohnsituation vor Ort informieren und die üblichen Mietpreise kennen. Unter Umständen könnte dies die Gehaltsverhandlungen beeinflussen. Eine Wohnung in der Schweiz zu finden, ist alles andere als einfach, denn es gibt praktisch keinen Leerstand. Hinzu kommt, dass es im Vergleich zu anderen europäischen Ländern vergleichsweise wenige Eigenheimbesitzer in der Schweiz gibt. Nur etwa jeder Zehnte (11,2 Prozent) Schweizer besitzt der Statistik zufolge eine eigene Immobilie. Knapp 57 Prozent leben in einem klassischen Mietverhältnis, die anderen Wohnverhältnisse beziehen sich auf Genossenschaften und so genannte Stockwerkseigentümer.

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haus-zum-verkauf-logo_23-2147497591Fakten zur Wohnsituation in der Schweiz:

Durchschnittliche Wohnfläche (2013): 99 m²

Durchschnittliche Wohnfläche pro Person: 45 m²

Durchschnittlicher Mietpreis (2012): 1.318 SFR (rund 1.263 Euro)

Anteil der 3 bis 4 Zimmer-Wohnungen: 54,4 Prozent

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Fakten zur Wohnsituation in der Schweiz:

Durchschnittliche Wohnfläche (2013): 99 m²

Durchschnittliche Wohnfläche pro Person: 45 m²

Durchschnittlicher Mietpreis (2012): 1.318 SFR (rund 1.263 Euro)

Anteil der 3 bis 4 Zimmer-Wohnungen: 54,4 Prozent

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Seit dem Jahr 2005 sind die Mieten in der Schweiz nach einem Report der Credit Suisse bei neuen Vertragsabschlüssen um durchschnittlich 1,6 Prozent pro Jahr gestiegen (siehe Abbildung). Bei den Angebotsmieten betrug das Wachstum sogar 2,9 Prozent. Die starke Zuwanderung im Jahr 2013 habe dafür gesorgt, dass die Abschlussmieten nach einem deutlichen Rückgang seit dem 2. Halbjahr

2013 wieder stärker steigen und somit aktuell ein Wachstum von 1,7 Prozent zu verzeichnen ist (2. Quartal 2014).

Mietpreisentwicklung in der Schweiz

Wie finden Expats in der Schweiz angesichts des angespannten Mietmarktes eine adäquate Bleibe? Neben der klassischen Suche über Immobilienportale wie auch in Deutschland verfügen viele Gemeinden in der Schweiz über Listen mit leer stehenden Wohnungen. Es kann hilfreich sein, direkt mit der Gemeindeverwaltung in Kontakt zu treten. Eine Übersicht der Gemeindeverwaltungen finden Interessierte hier: www.guichet-schweiz.ch.

Zudem können Ausländer in der Schweiz über Immobilienverwaltungen fündig werden, die für gewöhnlich eine große Zahl an Mietwohnungen in ihrem Portfolio haben. Eine Übersicht der Immobilienverwaltungen nach Regionen gegliedert, ist auf dieser Seite zu finden: www.die-immobilienagenturen.ch.

Auch wenn man unter Umständen etwas tiefer in die Tasche greifen muss, so ist die Einbindung eines Maklers bei der Wohnungssuche oftmals ein zielführender Weg. Potenzielle Expats sollten mit ihrem Arbeitgeber verhandeln, inwieweit dieser die Kosten für eine solche professionelle Dienstleistung zu übernehmen bereit ist. Um Immobilienvermittler auf Seriosität zu prüfen, sollten Wohnungssuchende auf eine etablierte Geschäftsadresse, Referenzen und die Mitgliedschaft im schweizerischen Verband der Immobilienwirtschaft achten. Unter der Mitgliederdatenbank www.svit.ch sind Makler in der entsprechenden Wunschregion zu finden.

Besonderheiten im Schweizer Mietmarkt

Ähnlich wie in Deutschland auch, hat der Vermieter  das Recht, Referenzauskünfte über Neumieter einzuholen sowie deren Solvenz zu überprüfen. Dafür verlangt er für gewöhnlich in einem entsprechenden Anmeldeformular Angaben zum Einkommen, zum Arbeitgeber sowie aktuelle Betreibungsregisterauszüge. Oft fragen Vermieter auch nach Referenzpersonen, beispielsweise frühere Vermieter. Auch wenn man nicht dazu verpflichtet ist, diese Fragen zu beantworten, so sinken jedoch die Chancen, für die Wohnung in die engere Wahl zu kommen, erheblich, wenn man sich weigert.

Eine Besonderheit in der Schweiz sind die so genannten offiziellen Zügeltermine. Das bedeutet, dass viele Mietverträge eine dreimonatige Kündigungsfrist mit drei festen Terminen zum 31.März, 30.Juni und dem 30.September haben. Wer außerhalb dieser Frist aus der Wohnung ausziehen möchte, muss selbst für einen geeigneten Nachmieter sorgen. Diese Fristenregelung hat zur Folge, dass zu diesen drei Terminen die meisten Wohnungen frei sind. Somit haben Expats in der Schweiz Anfang April, Juli und Oktober die größte Auswahl an Wohnungen.

Zum Mietvertrag gehört in der Regel auch ein Mietzinsdepot, das vergleichbar mit der Mietkaution ist. Bei Wohnungen darf die Kaution maximal drei Monatsmieten betragen.

Die genauen rechtlichen Voraussetzungen für die Anmietung von Wohnungen in der Schweiz und die Rechte der Verbraucher finden Wohnungssuchende im Ratgeber Mietrecht des Schweizer Mieterverbands.

Ausstattung der Wohnungen in der Schweiz

Zu jeder Mietwohnung gehört normalerweise eine Einbauküche sowie eine Waschküche im Keller eines Mietobjektes. Auch ein Vollbad mit Spiegelwandschrank, WC-Rollenhalter und Handtuchhaltern ist im Regelfall vorzufinden. Komplett möblierte Wohnungen sind in der Schweiz eher eine Seltenheit. Expats, die für längere Zeit in der Schweiz leben, könnten wahlweise ihren Hausstand in die neue Wohnung verlagern oder – etwa im Fall der Untervermietung ihrer Immobilie in Deutschland – auf einem Einrichtungsbudget seitens des Arbeitgebers bestehen und die Wohnung vor Ort neu einrichten. Online-Einrichtungshäuser wie Casando liefern Möbel und Einrichtungsgegenstände europaweit.

Wichtig: Wer aufwändige Veränderungen in der Wohnung vornimmt, beispielsweise die Verlegung eines neuen Fußbodens oder das Tapezieren von Wänden, sollte den Vermieter darüber informieren, damit dieser die Veränderungen ins Protokoll aufnimmt. Bestehen beim Auszug Differenzen zwischen Mieter und Vermieter, haben Expats die Möglichkeit, Wohnungsexperten des Schweizer Mieterinnen- und Mieterverbands (MV) hinzuzuziehen.

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