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Coronatests für Einreise
© JC Gellidon - Unsplash

Das kosten Coronatests in den beliebten Urlaubsländern

Wer das Reisen in Corona-Zeiten einigermaßen sorgenfrei genießen möchte, sollte vorab wissen, wie die Gesundheitsversorgung im Urlaubsland ist und was Coronatests vor Ort kosten. Die ERGO Reiseversicherung gibt einen kurzen Überblick über die Lage in Spanien, Italien, Griechenland, Kroatien, Türkei und Österreich.

Das wichtigste vorab: Über die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) sind Arzt- und Behandlungskosten nur bis zur Höhe der deutschen Regelsätze abgesichert. Im Ausland sind Medikamente und Therapiemaßnamen aber häufig teurer als in Deutschland. Kosten von privaten Gesundheitsdienstleistern werden oftmals nicht erstattet. Ohne eine private Reisekranken-Versicherung müssen diese Kosten von den Urlaubern selbst getragen werden. Dies gilt auch für mögliche Krankenrücktransporte nach Deutschland.

Ebenfalls wichtig zu beachten: Die Infra- und Kostenstruktur für Coronatests unterscheidet sich je nach Reiseland teilweise erheblich – Urlaubende sollten sich daher unbedingt bereits vor Reiseantritt über die Gegebenheiten vor Ort informieren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. 

Spanien und Balearen

Gute Bedingungen für einen sorgenfreien Urlaub finden Gäste in Spanien, denn das Land weist ein sehr gutes Netz von Ärzt*innen und Gesundheitszentren auf. Doch Reisende sollten trotzdem nicht auf die Auslandskrankenversicherung verzichten, denn in Strandnähe haben in vielen Fällen nur Privatärzt*innen ihre Praxen, deren Besuch nicht durch die EHIC abgedeckt ist.

Krankentransporte sind in Spanien nur dann kostenlos, wenn sie von einem öffentlichen Gesundheitsdienstleister durchgeführt werden. Die Kosten für Coronatests in Spanien sind eher hoch: 50 Euro werden bereits für einen Schnelltest fällig – für einen PCR-Test kommen schnell 100 Euro zusammen. Eine Besonderheit stellen die Balearen dar: Eine dort festgelegte Obergrenze deckelt Schnelltests auf 30 und PCR-Tests auf maximal 75 Euro.

Italien

Auch in Italien müssen die Urlauber bei der Behandlung durch eine Privatärtin in die eigene Tasche greifen, kostenlose Behandlungen erhalten sie nur bei Medizinerinnen und Medizinern, die beim nationalen Gesundheitsdienst (Servizio Sanitario Nazionale, kurz SSN) eingetragen sind. Bei Notfällen ist der Notdienst in den staatlichen Krankenhäusern zuständig. Doch auch bei der gesetzlichen Versorgung fallen immer wieder Zuzahlungen an, die mit einer Reisekranken-Versicherung abgedeckt werden können.

In Sachen Coronatests bietet das italienische Rote Kreuz an den Hauptbahnhöfen einiger Metropolen wie Rom, Mailand oder Neapel kostenlose Möglichkeiten an – ansonsten liegen Schnelltests zwischen 20 und 50 Euro, PCR-Tests je nach Anbieter bei 50 bis 120 Euro.

Griechenland

Die unentgeltliche Versorgung der Patientinnen und Patienten übernehmen in Griechenland die zugelassenen Kassenärzt*innen, deren Praxen aber nicht immer in unmittelbarer Nähe der Urlaubszentren liegen. Auch die Behandlung in öffentlichen Krankenhäusern ist für gesetzlich Versicherte kostenfrei, doch häufig müssen Zuzahlungen geleistet werden.

Zwar nicht kostenfrei, mitunter aber durchaus günstig sind Coronatests in Griechenland: Antigen-Tests – etwa an den größeren Flughäfen – sind bereits ab 15 Euro erhältlich, den PCR-Test gibt es ab 40 Euro.

Türkei

Die Gesundheitsversorgung in der Türkei weist erhebliche regionale Unterschiede auf. Auch der Standard in gesetzlichen und privaten Einrichtungen ist unterschiedlich. Die öffentliche medizinische Versorgung verfügt über einige Defizite, die Behandlungen in privaten Kliniken sind qualitativ besser. Außerdem sind die Gefahren sprachlicher Missverständnisse hier wesentlich geringer, da viele Fachkräfte auch Englisch sprechen.

In der Türkei wird die Europäische Krankenversicherungskarte nicht akzeptiert und der Urlaubskrankenschein kann oft ein kompliziertes Verfahren nach sich ziehen. Dies können Urlauber mit einer Reisekranken-Versicherung vermeiden.

Noch kostengünstiger als in Griechenland ist der Coronatest in der Türkei, den Urlauber hier in nahezu allen großen Hotels der besseren Sternekategorien machen können.15 Euro kostet ein Schnelltest, der PCR-Test das Doppelte.

Frankreich

In Frankreich können sich Tourist*innen auf ein sehr gutes Gesundheitssystem verlassen, die Infrastruktur liegt auf einem hohen Niveau. Allerdings fallen bei Fachärzt*innen meist Zusatzkosten an. Zu diesen gehört auch der Selbstbehalt, ein Prozentsatz, dessen Höhe von der Behandlung oder dem jeweiligen Medikament abhängt. Deren Übernahme gehört zum Leistungsportfolio der Reisekranken-Versicherung.

In Puncto Coronatest haben Einheimische Glück: Für sie sind diese – noch – kostenlos. Urlaubende hingegen müssen in den Walk-In-Testzentren oder in Apotheken 29 Euro für einen Schnell- und 40 Euro für einen PCR-Test aufwenden.

Kroatien

In Kroatien ist die medizinische Grundversorgung, die weltweit als überdurchschnittlich eingeschätzt wird, mit der Europäischen Krankenversicherungskarte abgedeckt. Doch auch dort müssen Patient*innen bestimmte Anteile selbst tragen, da nicht alle Behandlungskosten von der gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt sind. Dies gilt auch für Medikamente. An den über 350 Coronatest-Stationen kostet der Antigen-Schnelltest etwa 20 Euro, ein PCR-Test schlägt mit 65 Euro zu Buche.

Österreich

In der Alpenrepublik steht den Urlaubenden eine sehr hohe Ärztedichte und -qualität zur Verfügung. Ein Großteil der Behandlungsarten gehört zum Leistungsspektrum der Europäischen Krankenversicherungskarte, aber auch in Österreich stehen vielfach Selbstbehalte auf der Rechnung, die dann eine Reisekranken-Versicherung trägt.

Reisekranken-Versicherungen übernehmen – im Gegensatz zur gesetzlichen Versicherung – auch Such-, Rettungs- und Bergungskosten. Damit sind Wandernde und Skifahrende auf der sicheren Seite. Für Coronatests lohnt es sich in Österreich, die eigens eingerichteten Teststraßen zu nutzen: Der Antigen-Schnelltest ist dort für Tourist*innen kostenlos. In Apotheken hingegen sind hierfür 25 Euro fällig, der PCR-Test kostet ab etwa 70 Euro.

Das sind Europas Corona-Risikogebiete

Während das Robert-Koch-Institut (RKI) die USA mittlerweile wieder als Hochrisikogebiet einstuft, gelten in Europa weiterhin verhältnismäßig wenige Reisewarnungen. Besonders von Reisen in beliebte Urlaubsländer rät das RKI aufgrund hoher Corona-Inzidenzwerte derzeit ab.

Coronatests für Hochrisikogebiete

Laut Statista-Grafik gilt die Türkei seit dem Morgen des 17. August offiziell als Hochrisikogebiet, nachdem die mutmaßlichen Ansteckungen deutscher Reiserückkehrer*innen vor Ort exponentiell angestiegen waren und die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei über 180 lag. In Portugal werden momentan nur noch die touristisch relevanten Regionen Algarve und Lissabon entsprechend kategorisiert, die Reisewarnungen für Südfrankreich und Spanien inklusive der Balearen haben weiterhin Bestand.

Pflicht für Coronatests seit dem 1. August 2021

Seit dem 1. August hat das RKI zeitgleich mit der allgemeinen Testpflicht für Reiserückkehrer*innen seitens des Bundes neue Einstufungskategorien eingeführt. Einfache Risikogebiete mit einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 Fällen pro 100.00 Einwohner*innen werden nicht mehr erfasst, um die weltweit gestiegene Grundinfektionsrate zu reflektieren. Die zwei derzeit geltenden Kategorien sind Hochrisikogebiet (bei einer Inzidenz über 100 oder anderen Indikatoren, die auf ein erhöhtes Infektionsrisiko hindeuten) und Virusvariantengebiet. Als letztere gelten derzeit nur Brasilien und Uruguay.

Coronainfektionen der Deutschen im Ausland

Die Kategorisierung durch das RKI erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Bundesministerium des Inneren. Aktuelle Informationen finden Sie auf den Seiten des RKI.