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Unternehmen und Privatpersonen geben wieder mehr Geld fürs Reisen aus

Nach zwei herausfordernden Jahren hat das weltweite Buchungsvolumen von Freizeit-und Geschäftsflügen zum ersten Mal wieder das Niveau vor der Pandemie überstiegen. Auch die Ausgaben für Kreuzfahrten, Bus- und Zugreisen sind in diesem Jahr deutlich angestiegen.

Das zeigt eine Studie des Mastercard Economics Institute: Die Travel 2022: Trends and Transitions Studie liefert wichtige Einblicke in die Post-Covid-19-Reisegewohnheiten in 37 Märkten.

1,5 Milliarden mehr Passagiere als 2021

Laut der Analyse werden im Jahr 2022 weltweit schätzungsweise 1,5 Milliarden Passagiere mehr fliegen als im Jahr zuvor, sofern sich die beobachteten Flugbuchungstrends weiter fortsetzen. Der Bericht stützt sich auf eine Analyse öffentlich zugänglicher Reisedaten sowie auf aggregierte und anonymisierte Verkaufsaktivitäten im Mastercard-Netzwerk und geht auf die wichtigsten Schlüsselelemente einer Reise ein. 

Dabei kam heraus, das die Buchungen von Freizeit- und Geschäftsflügen das Niveau vor der Pandemie übertreffen. Bis Ende April 2022 überstiegen die weltweiten Buchungen für Freizeitflüge das Niveau von 2019 um 25 Prozent; die Buchungen für Kurz- und Mittelstreckenflüge stiegen um 25  bzw. 27 Prozent. Die weltweiten Buchungen für Geschäftsflüge übertrafen im März zum ersten Mal das Niveau vor der Pandemie, wobei insbesondere die Langstreckenflüge im April zweistellig zulegten. Die Rückkehr ins Büro war hierfür ein wichtiger Treiber.

© Mastercard Deutschland

Beliebtestes Reiseziel ist dieses Jahr wieder die USA, gefolgt von Großbritannien und der Schweiz. Deutschland rangiert an achter Stelle noch vor Frankreich und Kanada.

Flugpreise deutlich gestiegen

Höhere Kosten für die Fluggesellschaften haben zu höheren Flugpreisen für Reisende beigetragen. Bis April 2022 stiegen die durchschnittlichen Flugpreise, bereinigt um die geflogene Strecke, seit Jahresbeginn um etwa 18 Prozent. Diese Entwicklung ist jedoch nicht auf allen Märkten gleich.

In Australien beispielsweise liegen die durchschnittlichen Flugpreise seit dem vierten Quartal 2020 um etwa 11 Prozent über dem Niveau von 2019. Auch in Singapur sind die Preise gestiegen und lagen bis April 2022 um 27 Prozent höher als noch im Jahr 2019. Dies hat teilweise mit angebotsseitigen Beschränkungen zu tun. So lag die Beschäftigung im Luftverkehr in Singapur Ende 2021 rund minus 28 Prozent unter dem Niveau vor der Pandemie. In den USA arbeiteten nach den Beschäftigungsdaten vom April 2022 etwa fünf Prozent mehr Menschen in der Luftverkehrsbranche als vor der Pandemie. In den USA entsprachen die Flugpreise im April 2022 in etwa dem Niveau von 2019, wenn man sie um die geflogene Strecke bereinigt.

Kreuzfahrtbuchungen noch immer unter dem Niveau von 2019

Die schwer angeschlagene Transportbranche verbucht wieder mehr Ausgaben: Die jüngsten Ausgabeanalysen lassen vermuten, dass sich Reisende zunehmend für Gruppenreisen entscheiden. Die weltweiten Ausgaben für Kreuzfahrten sind von Januar bis Ende April um 62 Prozent gestiegen, liegen aber immer noch unter dem Niveau von 2019.

Busreisen haben wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht, während die Ausgaben für den Schienenpersonenverkehr um sieben Prozent zurückbleiben. Autoreisen sind nach wie vor attraktiv: Die Ausgaben für Mautgebühren und Autovermietungen sind um fast 19 bzw. 12 Prozent gestiegen.

© Mastercard

Die Grafik zeigt das weltweite Buchungsaufkommen für Flüge im Geschäftsbereich (links) und Privatkund*innenbereich (rechts) verglichen mit 2019 für Inlandsflüge sowie für kurze, mittlere und lange Strecken.

Seit fast einem Jahr geben internationale Tourist*innen mehr Geld für Erlebnisse als für Souvenirs aus. Die Ausgaben für Erlebnisse liegen zurzeit 34 Prozent über dem Niveau von 2019. Die größten Ausgabensteigerungen sind in Bars und Nachtclubs (72 Prozent) sowie in Vergnügungsparks, Museen, bei Konzerten und anderen Freizeitaktivitäten (35 Prozent) zu verzeichnen. Die Ausgaben internationaler Tourist*innen für Erlebnisse am Reiseziel stiegen in Singapur um 60 Prozent und in den USA um etwa 23 Prozent. In Großbritannien hat sich das monatliche Ausgabenwachstum im Jahr 2022 im Vergleich zu 2019 mehr als verdoppelt und liegt im April bei 140 Prozent. Deutsche Tourist*innen geben viermal so viel aus wie 2020.

Einreisebestimmungen beeinflussten Wahl des Reiseziels

Das Jahr 2022 stellt mit den weltweiten Lockerungen (außer in Teilen des asiatisch-pazifischen Raums) einen Neuanfang dar. Daher überrascht es auch nicht, dass Einreisebedingungen ein treibender Faktor bei der Buchung von Reisezielen waren. Unter anderem hat dies dazu geführt, dass die USA, Großbritannien, die Schweiz, Spanien und die Niederlande jetzt die Top-Ziele für Tourist*innen weltweit sind.

Trotz zahlreicher Risiken im Jahr 2022, wie beispielsweise die Inflation, die sich auf Budgets auswirkt, eine weitere virulente Mutation des Coronavirus und ein erhöhtes geopolitisches Risiko, zeigen die Ergebnisse, dass es Anzeichen für Optimismus gibt. Genauso wie der Reise-Rollback von 2020 in seiner Regression monumental war, wird sich 2022 der Kreis mit einer anderen undenkbaren Reiseänderung schließen: dem Triumph.