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Umweltkosten im Hotelgewerbe: Schon in der Küche verstecken sich diese Kosten
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Umweltkosten im Hotel- und Gastgewerbe: Leitfaden veröffentlicht

Ein neuer Leitfaden ermöglicht es Unternehmen im Hotel- und Gastgewerbe, Umweltkosten zu identifizieren und zu reduzieren. Mit positiven ökologischen und betriebswirtschaftlichen Folgen.Ein Döner Kebab beim Imbiss um die Ecke kostet 3,50 Euro. Hätte es einen Einfluss auf unser Konsum- und Essverhalten, wenn noch einmal 2,50 Euro draufgeschlagen würden? Folgt man einem Berechnungsverfahren, das sich in den letzten Jahren zunehmend durchsetzt, so handelt es sich dabei nämlich um den Preis, der den ökologischen Kosten dieses Gerichts am ehesten entspricht.

Umweltkosten nicht immer transparent einsehbar

Das Zauberwort lautet Umweltkosten. Moderne Modelle zu deren Bestimmung machen berechenbar, welchen Wert die ökologischen Ressourcen der Erde für uns bereithalten. Diese Modelle machen auch klar, was es kostet, sie zu verbrauchen. So sorgen die Rodung von Regenwäldern, Aufzucht und Transport der Tiere dafür, dass die Umweltkosten von Fleischgerichten im Durchschnitt deutlich höher liegen als die vegetarischer oder veganer Speisen. Selbst, wenn der Imbissgast für den vegetarischen Kebab mit Falafel aus Kichererbsen nicht unbedingt weniger bezahlt. Die Umweltkosten für einen Falafel-Kebab liegen übrigens bei 20 Cent.

Diese und viele weitere Informationen hält der neue Leitfaden bereit, den die Umweltschutzorganisation Global Nature Fund (GNF) Unternehmen zur Verfügung stellt. Dabei geht es nicht nur um Lebensmittel und Mahlzeiten, sondern auch um andere wichtige Aspekte wie Wasser-, Energie- und Flächenverbrauch. Dass Unternehmen davon profitieren, sich mit dem Thema Umweltkosten auseinanderzusetzen, steht für Martin Haustermann vom GNF außer Frage:

„Einerseits kann es natürlich Kosten sparen, zusätzliche Möglichkeiten der Reduzierung des Energieverbrauchs im Betrieb zu evaluieren. Vor allem aber rechnen wir damit, dass im Zuge des Green Deals, den Ursula von der Leyen und die EU-Kommission vorantreiben, früher oder später Umweltaspekte stärker in Marktwerte eingepreist werden. Unternehmen, die sich mit dem Thema schon beschäftigt haben, sind dann klar im Vorteil. Auf zukünftige Nachhaltigkeitsthemen vorbereitet zu sein, ist mittlerweile ein echter Pluspunkt auf dem Markt, das bestätigen uns die Unternehmen, die bereits auf die Berechnung von Umweltkosten zurückgreifen.“

Entscheidungshilfe für Unternehmen

„Naturkapital im Hotel- und Gastgewerbe“ geht aus einem vom Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt geförderten Projekt hervor. In dessen Rahmen analysiert der GNF seit 2018 Umweltkosten analysiert. Die Ergebnisse sollen Unternehmen bei der Gestaltung ihrer Geschäftsstrategie helfen. Dabei stellt der GNF Interessierten nicht bloß das 20-seitige Dokument zur Verfügung, sondern auch einen Umweltkostenrechner. Interessierte können sich an den GNF wenden, um mehr über die Berechnung von Umweltkosten und die Möglichkeiten zu erfahren, die sie für unternehmerischen Erfolg in Zeiten der Klimawende bereithalten.