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mehr Staus in Europa
© U. J. Alexander - AdobeStock

Trotz Corona: Mehr Staus als 2019

Das Bedürfnis nach einer Auszeit auch jenseits der unmittelbaren Heimatregion war im Sommer 2021 besonders hoch. Deutlich mehr Menschen sind im Vergleich zum Vorjahr in den Urlaub gereist. Dies führte europaweit zu deutlich mehr Staus als vor der Pandemie. Das hat der ADAC ermittelt.

Auch der Verkehr in Deutschland war in den Sommermonaten Juli und August sogar höher als vor Ausbruch der Pandemie. Gleichzeitig blieb die Pandemie eine bestimmende Einflussgröße bei der Wahl der Urlaubsform, der Anreise sowie der Modalitäten.

In den Monaten Juli und August zählte der ADAC 169.000 Staus mit einer Gesamtlänge von rund 244.000 Kilometern.

50 Prozent mehr Staus als 2020

Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich bei der Zahl der Staus ein Plus von rund 50 Prozent. Auch im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 stieg die Zahl der Staus um rund 25 Prozent. Im Pandemiejahr 2020 gab es „nur“ 113.910 Staus.

mehr Staus

Deutschland war im Sommer 2021 beliebtestes Reiseziel

Urlauberinnen und Urlauber haben in diesem Sommer besonders häufig Deutschland als Reiseziel gewählt. Nach einer Auswertung des ADAC von knapp 380.000 Routenplanungen, die im Rahmen der Urlaubsberatung von ADAC-Mitgliedern getätigt wurden, bleibt Deutschland mit 26,1 Prozent das beliebteste Reiseziel im Jahr 2021. Es verliert aber gegenüber 2020 (minus 4,8 Prozent).

Italien belegt Platz Zwei und konnte unter anderem wegen des mäßigen Wetters in Teilen von Deutschland und wegen der aufgehobenen Beschränkungen deutlich zulegen (plus 4,5 Prozent). Es hat als Reisedestination fast die Bedeutung erreicht, die es vor der Pandemie hatte.

Türkei gewann an Beliebtheit

Deutlich mehr Menschen besuchten in diesem Sommer die Türkei, das Land belegt mit 7,5 Prozent Zuwachs im Ranking Platz 3. Kroatien, das 2020 stark gewachsen war, büßt geringfügig wieder ein und ist im Sommer 2021, das viert-beliebteste Urlaubsland.

Der ADAC macht folgende übergeordnete Trends aus: Buchungen wurden deutlich kurzfristiger getätigt. Eine ADAC Umfrage hat ergeben, dass rund die Hälfte der Befragten ihren Haupturlaub knapp vor dem Reiseantritt oder gar nicht vorab buchen wollte. Die Eigenanreise wurde gegenüber Flug und Bahn deutlich bevorzugt. Reisen innerhalb Deutschlands oder ins europäische Ausland waren überdurchschnittlich beliebt. Und der PKW war für viele Menschen das Verkehrsmittel der Wahl für die Fahrt in den Urlaub, was sich auch in den Stauzahlen niederschlägt.

Camping-Urlaub weiterhin im Trend

Fortgesetzt haben sich folgende Trends, die sich teilweise schon vor Corona abgezeichnet haben: Hohe Zuwachsraten erfährt der Camping-Urlaub insbesondere in Deutschland, die Aufrufzahlen des ADAC Campingportals PiNCAMP  haben sich im Vergleich zum Jahr 2019 verdreifacht. Wachsendes Interesse verzeichnet auch der Hausboot-Urlaub. Hier kommen Charter-Anbieter an die Kapazitätsgrenze und auch die Infrastruktur wie Häfen und Schleusen sind überlastet.

Staus nehmen deutschlandweit und international kontinuierlich zu

Der ADAC beobachtet bereits seit Jahren, dass die Staus auf deutschen Autobahnen kontinuierlich zunehmen. Im Jahr 2019 wurden rund 745.000 Staus auf deutschen Autobahnen gemeldet – das sind rund 2.000 Staus am Tag. Als Grund für die Zunahme der Staus führt der ADAC die gestiegene Zahl von Baustellen und die Zunahme von Kfz-Fahrleistungen an.

Fast zwei Drittel aller Staus gab es in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (35 Prozent), Bayern (17 Prozent) und Baden-Württemberg (11 Prozent). Gerechnet auf Staus je Autobahnkilometer liegt die A 3 (Köln – Frankfurt – Passau) mit 220 km an erster Stelle. Rang 2 belegt die A 1 (Lübeck – Hamburg – Köln) mit 214 km Staus je Autobahnkilometer.

Weltweit stehen die Menschen übrigens am häufigsten in Moskau im Stau, gefolgt von Indien und Bogota. Lediglich im Jahr 2020 nahm die Staubelastung weltweit erstmals (pandemiebedingt) wieder ab.