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deutscher Reisemarkt
© Angela Compagnone auf unsplash.com

Studie: So ist der deutsche Reisemarkt aufgestellt

Laut der Weltbank haben im Jahr 2016 mehr als 35,5 Millionen internationale Geschäfts- und Individualreisende Deutschland besucht. Damit ist Deutschland einer der größten Incoming-Reisemärkte weltweit. Das auf Reisedaten spezialisierte Technologieunternehmen ADARA hat unter anderem herausgefunden, dass Deutschland ein sehr dynamischer Reisemarkt mit einem hohen Anteil an jungen und gut gebildeten Reiseteilnehmern ist.

Der Adara-Bericht basiert auf den Daten von einerseits 44 Millionen deutschen Flugreisenden ins Ausland sowie 14 Millionen Hotelgästen und andererseits 35 Millionen Fluggästen, die vom Ausland nach Deutschland kamen und 11 Millionen ausländischen Hotelgästen in Deutschland. Im Fokus stand ihr Such-, Planungs- und Buchungsverhalten zwischen dem 1. Juni 2016 und dem 31. Mai 2017.

Altersstruktur deutscher Reisemarkt

Ein Ergebnis der Reisemarkt-Studie: Die Mehrheit der Urlauber und Geschäftsreisenden ist zwischen 35 und 44 Jahre alt. An zweiter Stelle folgt die Gruppe der 45- bis 54-Jährigen. Und: Die Mehrheit der Deutschen reist alleine. 54 Prozent der deutschen Flugpassagiere und 51 Prozent der deutschen Hotelgäste buchen für eine Person.

Paare machen hingegen 31 Prozent der Flugreservierungen und 37 Prozent der Hotelbuchungen aus. Nur 14 Prozent der deutschen Flugpassagiere und 12 Prozent der Hotelgäste sind Familien.

Deutsche Urlauber und Geschäftsreisende planen weit im Voraus

Zusammensetzung deutscher Reisemarkt
Grafik: Adara

Verglichen mit den Geschäftsreisenden, brauchen Urlauber 54 Prozent mehr Zeit, um einen Inlandsaufenthalt zu buchen und 69 Prozent mehr Zeit, um eine Auslandsreise zu buchen. Deutsche Flugpassagiere, die international reisen, buchen die Flüge 76 Tage im Voraus. Diejenigen, die den Flug und das Hotel gleichzeitig buchen, tun dies hingegen erst 64 Tage im Voraus.

75 Prozent der deutschen Flugpassagiere reisen in ihrer Freizeit. 58 Prozent der deutschen Reisenden buchen Hotels aus geschäftlichen Gründen. Dies zeigt, dass ein Anteil der Urlauber bei Freunden und Familie unterkommt.

Bemerkenswert: Deutsche Geschäftsreisende und Hotel-Urlauber geben das Gleiche für ein Hotelzimmer aus – circa 172 Euro pro Nacht. Das legt den Schluss nahe, dass Geschäftsreisende geschickt darin sind, günstige Preise zu finden – und, dass Privatreisende nicht so preissensibel sind. Da beide Gästesegmente ähnliche Tagesraten und Aufenthaltslängen verzeichnen, haben Hotel-Renevue-Manager größeren Handlungsspielraum in der Steuerung der Preisverfügbarkeiten.

Auf deutschem Reisemarkt dominieren individuelle Reservierungen

Drei von fünf einreisenden Besuchern, sowohl Flug- als auch Hotelgäste, sind Alleinreisende. Die meisten einreisenden Fluggäste kommen aus Europa, während die einreisenden Hotelgäste von weiter her kommen: London, Wien, Zürich und Paris machen zusammen 13 Prozent der ankommenden Fluggäste aus. Hotelgäste kommen immer noch größtenteils aus Europa, aber auch aus anderen starken Quellmärkten wie Tel Aviv, New York, Chicago, Singapur und Riad.

internationaler Reisemarkt
Grafik: Adara

Die meistgesuchten alternativen Flugdestinationen sind London, Amsterdam, Barcelona, Wien und Madrid. Die meistgebuchten alternativen Flugdestinationen sind London, Paris, Madrid, Amsterdam und Barcelona.

Unter den nach Deutschland reisenden Passagieren befinden sich 28 Prozent internationale Paare und 31 Prozent deutsche Paare. Unter den Hotelgästen sind 35 Prozent der einreisenden Besucher Paare. Das sind nur sechs Prozent weniger als unter den deutschen Hotelgästen. Deutschlands zentrale Lage innerhalb Europas und das umfangreiche wie auch vielfältige Sortiment aus Festivals, Konzerten, kulturellen Events und anderen Aktivitäten machen das Land zu einer ansprechenden Destination für jüngere Besucher, die möglicherweise nicht in einer Partnerschaft oder verheiratet sind.