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Mietwagenpreise Spanien
© Manuel Mena - Unsplash

Mietwagenpreise steigen weltweit kräftig an

Die Corona-Zahlen sinken und zugleich ist das Reisen innerhalb Europas wieder deutlich leichter möglich als noch vor ein paar Wochen. Das hat zur Folge, dass immer mehr Deutsche ihren Urlaub buchen und dabei auch einen Mietwagen nutzen wollen. Die Folge: deutlich steigende die Mietwagenbuchungen und damit einhergehend steigende Mietwagenpreise. Teilweise gibt es sogar Flottenengpässe, wie diverse Branchenteilnehmer berichten.

So weist etwas Check24 darauf hin, dass die Mietwagenpreise insbesondere auf den beliebten Urlaubsinseln kräftig anziehen. Pro Tag zahlen Verbraucher*innen für einen Mietwagen auf Mallorca fast doppelt so viel wie noch 2019. Auf Ibiza kostet der Leihwagen 87 Prozent mehr als vor der Pandemie, auf Sardinien 74 Prozent.

„Viele Vermieter haben während der Corona-Pandemie ihre Flotten verkleinert und nicht alle sind in der Lage, ihre Kapazitäten entsprechend der steigenden Nachfrage kurzfristig zu erhöhen“, sagt Dr. Andreas Schiffelholz, Geschäftsführer Mietwagen bei Check24. „Das gilt besonders auf beliebten Inseln wie Mallorca. Zum einen sind die Kapazitäten auf den Fähren begrenzt, um Fahrzeuge dorthin zu bringen. Zum anderen können viele Automobilhersteller aufgrund von Corona-bedingten Produktionsproblemen gar nicht liefern.“

Größter Anstieg für Mietwagenpreise in Spanien und Italien

Am stärksten sind die durchschnittlichen Mietwagenkosten pro Tag in Spanien gestiegen. Aktuell kostet ein Leihwagen dort 82 Prozent mehr pro Tag als im Vergleichszeitraum vor Corona. In Italien sind die Tagespreise um 57 Prozent gestiegen. Nur in der Türkei kosten Mietwagen derzeit etwas weniger als vor der Pandemie (minus sieben Prozent).

Grafik Check24

Die ADAC Autovermietung rät deshalb dazu, möglichst rasch zu buchen und warnt ebenfalls vor steigenden Preisen sowie Engpässen von Mietwagenflotten in beliebten Urlaubsdestinationen.

Das Portal billiger-mietwagen.de und die Suchmaschine für Ferienhäuser Holidu haben mehr als drei Millionen Angebotsabfragen ausgewertet. Demnach planen aktuell immer mehr Menschen eine Urlaubsreise, denn wie die Zahlen belegen, hat sich das Interesse seit April mehr als verdreifacht. Ein Vergleich mit Preisen aus dem Jahr 2019 zeigt jedoch, dass Reisende dieses Jahr mit höheren Preisen rechnen müssen.

Wie die Analyse zeigt, scheinen die Menschen in Deutschland nur auf positive Nachrichten in der Pandemie-Bekämpfung gewartet zu haben. Während im Vergleich zum April die Suchanfragen für Ferienwohnungen in Deutschland sich bei Holidu fast verdoppelt haben (plus 98 Prozent), stiegen die Buchungszahlen bei billiger-mietwagen.de um das Dreifache auf über 10.000 Mietwagentage an (plus 200 Prozent).

Mietwagenpreise in Deutschland und weltweit gestiegen

Die Suche nach preiswerten Angeboten wird dabei aktuell deutlich schwerer: Zum einen führt die akut steigende Nachfrage zu einer höheren Konkurrenzsituation. Zum anderen sind die Preise für Mietwagen sowie Feriendomizile im Vergleich zu vor der Pandemie teilweise deutlich angestiegen: In Deutschland müssen Mietwagen-Fahrende demnach im Schnitt mit 20 Prozent höheren Preisen rechnen. Bei Mietwohnungen ist diese Preisentwicklung mit über 30 Prozent noch stärker spürbar.

Durchschnittliche Mietwagenpreise im Vergleich

Diese Verteuerung gilt jedoch auch in der Auswertung der beiden Portale nicht nur für den deutschen Markt, sondern wie die Analyse zeigt auch für weitere Reiseziele in Europa: In Frankreich sind Mietwagen und Ferienwohnungen nun 14 beziehungsweise 32 Prozent teurer, in Großbritannien sogar 35 beziehungsweise 55 Prozent. Auch außerhalb Europas haben die Anbieter die Kosten angezogen: In den Vereinigten Staaten sind die Abgaben für Leihautos und Ferienwohnungen jeweils um rund 20 Prozent angestiegen, in Mexiko um bis zu 56 Prozent.

Portugal und Dänemark noch vergleichsweise günstig

Während die Mietpreise in diversen Ländern mitunter deutlich angestiegen sind, finden Reisende in den beliebten Destinationen Portugal sowie der Türkei günstigere Angebote als noch vor der Pandemie: In Portugal kosten Mietwagen derzeit im Schnitt rund 20 Prozent und Ferienwohnungen rund 10 Prozent weniger. In der Türkei ist der Preisunterschied mit 30 Prozent günstigeren Leihwagen und 15 Prozent billigeren Mietapartments dabei noch größer. Auch in Dänemark finden Reiselustige mit durchschnittlich bis zu 20 Prozent niedrigeren Gebühren vermehrt preiswertere Angebote.

Die Fahrt im Auto ist aufgrund ihrer kontaktarmen Gegebenheiten in der Pandemie eine sicherere Fortbewegungsmethode hinsichtlich Ansteckungsgefahren, sofern auch im Fahrzeug die geltenden Haushalts-Regeln eingehalten werden. Dass Urlauber seit Corona verstärkt auf die Anreise mit einem Pkw setzen, belegen die Zahlen von Holidu: Im Vergleich zu 2019 werden Apartments mit Parkplatz 40 Prozent häufiger gesucht.