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So einfach geht mobiles Bezahlen in China

In Deutschland setzen sich die Möglichkeiten, mit dem Smartphone zu bezahlen, nur langsam durch. In den Medien wird immer noch über die verschiedenen Modelle und vor allem die Sicherheitsaspekte diskutiert. Während man sich hierzulande noch vorsichtig an die mobile Geldbörse herantastet, hat mobiles Bezahlen in China längst das traditionelle Portemonnaie ersetzt.

Egal ob im Restaurant, im Bekleidungsgeschäft oder einem der kleinen Supermärkte – im Reich der Mitte ist die Zahlung per WeChat Wallet oder Alipay nahezu überall möglich. Dazu muss man lediglich den bereitgestellten QR-Code mit der dazugehörigen App abscannen und den zu zahlenden Betrag eintippen. Nachdem der Angestellte den Betrag geprüft hat, wird die Quittung ausgestellt und die Ware wechselt zum neuen Besitzer. Bezahlen war noch nie einfacher als in China und macht das Mitführen einer Brieftasche sowie das Austauschen von Wechselgeld überflüssig.

WeChat und Alipay beherrschen den Markt

Seit ihrer Einführung wurde die neue Technologie mit Begeisterung von der chinesischen Bevölkerung aufgenommen. Laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes explodierte das Volumen von Transaktionen mit dem Mobiltelefon förmlich und zählte im vergangenen Jahr eine Umsatzhöhe von 1,85 Billionen US-Dollar.  Während der Markt deutscher Anbieter noch sehr unüberschaubar ist und sich große Anbieter wie die Telekom teilweise wieder zurückgezogen haben, existieren auf dem chinesischen Markt zwei große Anbieter. Mit der WeChat Wallet und Alipay stehen zwei Apps zur Verfügung, die ohnehin nahezu jeder Chinese mit sich führt und die überall einsetzbar sind. Doch wie genau funktioniert das eigentlich?

Mobiles Bezahlen in China

Mobiles Bezahlen in China – so geht’s

Schauen wir uns das Beispiel WeChat Wallet an. Um diese zu nutzen, muss man zuerst Guthaben einzahlen oder zur Verfügung stellen. Das funktioniert auf zwei Arten und zwar mit der Überweisung auf das WeChat Wallet-Konto oder über die Verknüpfung mit der Bankkarte. Während die erste Variante sehr simpel ist, funktioniert die zweite Methode ähnlich wie mit dem hier bekannten PayPal-System. In der WeChat App geht man dazu in die Bankkarten-Sektion und gibt dort ein sechsstelliges Passwort ein. Sobald man die auf der Bankkarte stehende Kontonummer eingibt, erkennt das System automatisch, um welche Bank es sich handelt. Im nächsten Schritt verlangt die App zur Sicherheitsabfrage den Namen und die Personalausweisnummer des Besitzers.

Bezahlmöglichkeiten für Ausländer via Reisepass

Für Ausländer heißt das allerdings nicht, dass ihnen der Service verschlossen bleibt. Glücklicherweise gibt es elf Banken, die die Bestätigung via Reisepass akzeptieren. Dazu gehören unter anderem die China Merchants Bank, ICBC, Bank of China und die China Contruction Bank. Bei der Namenseingabe muss diese natürlich mit den Daten übereinstimmen, wie sie auch bei der Bank genutzt werden. Zuletzt fehlt noch die registrierte Mobilfunknummer für die Verifizierung per SMS. Dann kann es auch schon losgehen.

Der Geldtransfer versteht sich von alleine. Dieser kann selbstverständlich auch von WeChat-Konto zu WeChat-Konto stattfinden. Auf diese Weise kann man die Rechnung im Restaurant aufteilen, bargeldlos und unterwegs Schulden begleichen oder einem Freund spontan aushelfen. Sollte man Geld an einen Freund schicken, der keine WeChat Wallet installiert hat, bekommt er eine entsprechende Nachricht. Das Geld befindet sich dann so lange in der Schleife, bis der Empfänger ebenfalls ein WeChat Wallet-Konto eröffnet hat.

Vielfältige Vorteile der chinesischen Bezahlsysteme

Der Nutzen des chinesischen Bezahlsystems ist vielfältig. Man stelle sich den gemeinsamen Einkauf mit der Partnerin vor – ganz wie das Klischee, nichts für ungut: Während beide durch die Geschäfte schlendern finden sie ganz plötzlich ein, zwei oder gar drei paar Schuhe, die ihr gefallen. So ein berauschender Fund ist der Dame des Herzens natürlich nicht auszureden. Allerdings stellen beide fest, dass das mitgeführte Bargeld nicht ausreicht. Dummerweise liegen auch die Bankkarten zu Hause. Das alles ist allerdings kein Problem, denn des Menschen treuer Begleiter ist nicht mehr der Hund, sondern das Handy. Schnell wird der QR-Code abgescannt und die Ware ist bezahlt.

Mit der Bezahl-App das Mietfahrrad aufschließen

Oder man ist abends auf dem Weg nach Hause und ist zu faul zu laufen. Doch für ein Taxi ist die Strecke auch wieder zu kurz, womit man sich kurzerhand für eines der vielen mietbaren Fahrräder entscheidet. Diese schmücken das Stadtbild Chinas seit Anfang dieses Jahres in großer Stückzahl und blockieren alle möglichen Gehwege. Auch hier wird das Fahrradschloss binnen weniger Sekunden mit der Bezahl-App geöffnet und schon kann man losradeln.

Selbstverständlich kann auch die Wasser- und Stromrechnung mit den Apps bezahlt werden. Somit ist das Risiko, am Wochenende ohne Strom oder Wasser dazustehen, verschwindend gering geworden. Mit wenigen Klicks auf der kleinen Bildschirmoberfläche unseres Smartphones ist das Problem nämlich schnell behoben.

Vorsicht geboten – mobiles Bezahlen macht süchtig

Es war noch nie so einfach, sein Geld loszuwerden und es hat noch nie so viel Spaß gemacht, weil es eben so einfach ist. Doch sollte man sich darüber auch bewusst sein, dass es sich nicht nur um Zahlen auf dem Handy handelt, sondern um echtes Geld. Gibt man Bargeld aus, wird einem der Verlust schmerzlich bewusst, wenn die Geldstücke und -scheine aufgebraucht sind und sich eine gähnende Leere in der Brieftasche breit macht. Dieses Gefühl steht mit dem neuen Bezahlsystem in weiter Ferne und sollte sich stets in Erinnerung gerufen werden.

Quelle: www.china-kommunikation.de