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Weshalb sich ein Auslandsaufenthalt während der Ausbildung lohnt

Ob Auslandserfahrung tatsächlich eine wichtige Voraussetzung für die Karriere ist, kommt ganz darauf an, in welcher Branche Berufseinsteiger nach dem Studium arbeiten wollen. Fest steht: Insbesondere international tätige Unternehmen und mittlerweile auch kleine Firmen sind zunehmend global aktiv und legen entsprechend Wert auf Auslandserfahrung.

Der Grund: Der Erfolg von Kooperationen und Geschäften hängt stark von sozialen Kompetenzen ab. Wer längere Zeit im Ausland gelebt hat, bringt oft interkulturelle Fähigkeiten mit. Genau das wollen internationale Unternehmen. Hinzu kommt, dass viele Firmen in Deutschland internationale Teams beschäftigen wie zum Beispiels VW oder Siemens. Während eines Auslandsstudiums kommt man in der Regel mit mehreren Kulturen in Berührung. Das schult für den späteren Umgang mit multikulturell besetzen Teams.

Andere Kulturen näher kennenzulernen und in einem völlig fremden Umfeld mit anderen Sitten und Gebräuchen zu bestehen, ist vor allem auch ein Gewinn für die eigene Persönlichkeit. Außerdem entstehen während des Auslandsaufenthalts Kontakte und Freundschaften, die eine lebenslange Bereicherung sein können. Manch einer findet sogar seinen Partner oder seine Partnerin fürs Leben. Denn auch grenzübergreifende Beziehungen stellen heutzutage keine Ausnahme mehr dar und viele Partner sind bereit, für die Liebe sogar das eigene Land zu verlassen. Diesen wachsenden Trend hat die Studie der Online-Partnerbörse parship bereits vor einigen Jahren bestätigt, welcher in den darauf folgenden stetig zunahm.

Viele Möglichkeiten Auslandserfahrung zu sammeln

Es gibt zahlreiche Optionen und Gelegenheiten, Auslandserfahrung zu sammeln. Deshalb sollte sich jeder zu Beginn die Frage stellen, welche Erwartungen mit dem Auslandsaufenthalt verknüpft sind. Wer viel reisen und unterschiedliche Kulturen kennenlernen möchte, für den eignet sich ein Work & Travel Trip. Wer sein Studium nicht unnötig verlängern möchte, sollte ein Austauschsemester über Erasmus machen, da bei diesem Programm die Wahrscheinlichkeit, Studienleistungen anerkannt zu bekommen, recht hoch ist. Für Personen, die jetzt schon wissen, dass sie später im sozialen Bereich oder sogar in der Entwicklungshilfe tätig sein wollen, eignen sich private oder staatlich geförderte Volunteer-Projekte. Bei der Entscheidung helfen auch Erfahrungsberichte von Freunden oder Kommilitonen. Der DAAD stellt auf seiner Website Beiträge von ehemaligen Auslandsstudenten und –praktikanten zur Verfügung. Erfahrungsaustausch ist immer eine gute Basis für die eigene Entscheidungsfindung.

Doch Obacht: Es gibt zahlreiche Faktoren, warum aus dem Traumziel ein Alptraum werden kann. Oft sind das recht profane, aber entscheidenden Dinge wie beispielsweise das Klima. Was ist, wenn man während des Sommersemesters in Australien plötzlich feststellt, dass der eigene Kreislauf starke Hitze nicht verträgt? Oder man merkt, dass die ausgeprägte Geselligkeit der Südamerikaner überhaupt nicht zur eigenen Persönlichkeit passt?

Bei der Wahl des „richtigen“ Landes spielen außerdem finanzielle und persönliche Aspekte eine große Rolle. Möglicherweise ist das Praktikum in Singapur nicht möglich, weil die astronomischen Mietpreise das monatliche Budget bei weitem übertreffen. Oder die Studiengebühren an der Elite-Universität in den USA sind mit den eigenen Ersparnissen schlichtweg nicht kompatibel.

Die eigene Persönlichkeit hinterfragen

Wer ins Ausland möchte, sollte auch seinen Charakter genau hinterfragen. Wer sonst stets regen persönlichen Kontakt mit Freunden und Familie pflegt oder einen Partner hat, der im Heimatland bleibt, sollte besser ein Land wählen, zu dem es regelmäßige und bezahlbare Flug- oder Bahnverbindungen gibt. Wenn einem etwa in Australien akutes Heimweh plagt, kann der spontane Heimaturlaub sehr teuer werden. Manche junge Leute im Ausland konnten beispielsweise nicht zur Hochzeit der Geschwister anreisen, weil der weite Flug einfach zu teuer war. Derartige Situationen sollte sich jeder bei der Wahl des Aufenthaltslandes vergegenwärtigen.

Vor der Reise sollten unbedingt – am besten via Checkliste – wichtige Aspekte geklärt werden. Elementar sind die Fragen der Einreisebestimmungen, wenn es in ein Land außerhalb der EU geht. Eine Auslandskrankenversicherung ist außerhalb der EU ein absolutes Muss – unter anderem für die Einwanderungsbehörden – und innerhalb Europas empfehlenswert. Zwar gilt die gesetzliche Krankenversicherung dank der Europäischen Gesundheitskarte auch in allen anderen EU-Staaten, allerdings nicht für jede Leistung. Die Auslandskrankenversicherung schließt entsprechende Lücken. Ein ebenfalls entscheidendes Schlagwort ist die Finanzierung des Auslandsaufenthalts.

Viele Finanzierungsmöglichkeiten für den Auslandsaufenthalt

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es? Über die Erasmus-Programme gibt es Stipendien für Auslandssemester und –praktika. Infos dazu sind auf der Erasmus-Website bereitgestellt oder erhalten Interessierte beim Akademischen Auslandsamt beziehungsweise International Office der einzelnen Hochschulen. Auch der DAAD vergibt etliche Stipendien und hat dafür auf seiner Website eine Datenbank integriert. Darüber hinaus gibt es Auslands-BAföG, das auch jene Studierende zunächst beantragen können, die hierzulande nicht BAföG berechtigt sind. Es wird allerdings nur innerhalb der EU gezahlt. Zudem gibt es etliche private und politische Stiftungen, die Auslandsaufenthalte finanzieren. Zu nennen sind beispielsweise die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Fulbright-Stiftung für Aufenthalte in den USA oder die Heinrich Böll Stiftung. Zu guter Letzt bieten auch die Banken spezielle Bildungskredite für Auslandsvorhaben.

Die Erfahrungsberichte von jungen Menschen, die eine Weile im Ausland gelebt haben, sind fast allesamt positiv. Kaum jemand bereut den Viele Auslandsstudenten kehren nach der Ausbildung wieder in das damalige Aufenthaltsland zurück, um dort zu arbeiten, sich selbstständig zu machen oder weil sie ihren Partner dort kennengelernt haben. Der persönliche Gewinn, den ein längerer Auslandsaufenthalt nach sich zieht, sind ein bis zwei Semester mehr definitiv wert. Umgekehrt wiegt der Nutzen, das ein um zwei Semester schneller durchgezogenes Studium bringt, die Auslandserfahrung nicht auf.

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