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Amerika – so vertraut und doch so anders

Für die diesjährigen Austauschschüler steht im Spätsommer die Ausreise bevor – die meisten von ihnen zieht es nach Amerika. Höchste Zeit, sich mit den Sitten und Gebräuchen ihres Gastlandes USA oder Kanada vertraut zu machen. Viele deutsche Jugendliche kennen die amerikanische Lebensart aus Kinofilmen und Fernsehen. Und doch ist „vor Ort“ so manches ganz anders als erwartet. Damit der Einstieg gut gelingt, helfen ein paar Verhaltenstipps zu den wichtigsten kulturellen Unterschieden.

Schnelle Kontaktaufnahme – schnelle Freunde?

Amerikaner sind generell kontaktfreudiger und offener als Deutsche und gerade an kleinen Schulen ist das Interesse an Austauschschülern sehr groß. Das erleichtert den Einstieg, vermittelt deutschen Schülern allerdings den Eindruck,  dass sich dort schneller Freunde gewinnen lassen als in Deutschland. Nicht wundern, wenn begeisterte Mitschüler am nächsten Tag wenig Interesse zeigen. Auch in Amerika entstehen enge Freundschaften nicht von heute auf morgen: Gut Ding braucht auch dort Weile.

Cliquenbildung unter Austauschschülern vermeiden

Austauschschüler sollten sich nicht nur untereinander anfreunden. Sonst entsteht bei den amerikanischen Mitschülern schnell der Eindruck, man wolle unter sich bleiben und habe kein Interesse an neuen Kontakten. Dementsprechend sollten die Gastschüler vermeiden, untereinander zu viel Deutsch zu sprechen – das ist unhöflich und verunsichert die anderen. Lieber aktiv auf einheimische Schülern zugehen und hier Kontakte knüpfen.

Vom guten Umgang mit Kritik

Nordamerikaner kritisieren sehr vorsichtig. Sie empfinden offene Kritik als verletzend – die- se sollte daher „gut verpackt“ ausgesprochen werden: Viele positive Aspekte hervorheben, milde formulierte Kritik einfließen lassen und das Gespräch positiv beenden. Ein direktes „Nein“ lieber vermeiden und Formulierungen wie „I rather would…“ wählen. Im Umkehrschluss gilt für deutsche Schüler, aufmerksam zuzuhören, um Kritik seitens der Gastfamilien nicht zwischen positiven Äußerungen zu überhören.

Was Eltern sagen, ist Gesetz!

Im amerikanischen Familienleben gelten strengere Regeln als bei deutschen Eltern. Freunde werden zuerst den Eltern vorgestellt, Ausgehzeiten sind häufig kürzer als in Deutschland, Regeln werden nicht ausdiskutiert, sondern akzeptiert, Übernachtungen bei einem Partner sind nicht erlaubt – einheimische ebenso wie ausländische Jugendliche müssen die Regeln einhalten, sonst drohen Konsequenzen wie Ausgehverbot.

Realistische  Erwartungen

Austauschschüler sind neue Familienmitglieder auf Zeit. Sie können nicht von ihrer Gastfamilie erwarten, dass diese ihren Alltag für die gesamte Dauer des Aufenthalts komplett um- krempeln. Eher gilt es, dass sich die Austauschschüler an das Leben der Gastfamilie anpassen und dadurch neue Dinge kennenlernen.

Kontaktfreude ersetzt geschlossene Türen

Küche und Wohnzimmer sind die Schaltzentralen des Familienlebens – sei es beim Hausauf- gaben machen, beim gemeinsamen Fernsehen schauen, Kochen oder Essen. Alle Zimmertüren bleiben tagsüber geöffnet. Das signalisiert Kontaktfreudigkeit und Offenheit. Es ist unüblich, sich nach der Schule auf sein Zimmer zurückzuziehen, die Tür zu schließen und Musik zu hören.

Schule

In Amerika herrscht ein sehr freundschaftliches Schüler-Lehrer-Verhältnis. Die Lehrer sind engagiert und gerne bereit, nach Unterrichtsschluss länger zu bleiben, um Dinge zu erklären oder ein Sportteam zu leiten. Dafür gehen die Schüler respektvoll mit den Lehren um. Der sogenannte School Spirit wird großgeschrieben, es gibt ein ausgeprägtes Gemeinschafts- und Dazugehörigkeitsgefühl, vor allem beim Sport. Bunte Haare und Piercings sind nicht erlaubt.

Alkohol und Drogen

Alkohol ist bis zum Alter von 21 Jahren nicht erlaubt. Rauchen darf man erst ab 18 Jahren. Drogen sind in jedem Alter verboten. Die Kontrolle der Altersgrenze ist streng. Unbedingt zu beachten: Austauschschüler, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von dem Programm  ausgeschlossen!

Kirche als Familienaktivität

Amerikaner sind sehr tolerant gegenüber anderen Glaubensrichtungen und versuchen nicht, Austauschschüler zu missionieren. Die Kirche gehört jedoch als wichtiger Bestandteil des Soziallebens zum amerikanischen Alltag. Sie dient als soziales Umfeld, in dem man Menschen kennenlernt und Freunde trifft. Gottesdienste und Kirchenleben haben einen hohen Stellenwert als lebendige Familienaktivität, auch für Jugendliche. Von Austauschschülern wird erwartet, dass sie sich an den Aktivitäten beteiligen. Ein idealer Ort, um neue Kontakte zu schließen – also folglich nicht zu unterschätzen!

Ohne Auto läuft gar nichts

Was für Deutsche Bus und Bahn, ist für Amerikaner das Auto. Nur in den großen Städten gibt es öffentliche Verkehrsmittel. Amerikanische Jugendliche machen schon mit 15 Jahren ihren Führerschein. Es ist üblich, Fahrgemeinschaften zu bilden und dem Fahrer Spritgeld  zu zahlen. Will man zum Sport oder abends ins Kino, ist es selbstverständlich, vorher im Bekanntenkreis zu fragen, wer einen mitnehmen kann.

Hygiene – Herausforderung für Waschmaschine und Trockner

Körperpflege ist sehr wichtig. Neben dem täglichen Duschen und Haare waschen gehört vor allem bei den Mädchen das Rasieren der Achseln und Beine zum Pflichtprogramm. Die Garderobe wird täglich gewechselt und gewaschen, vor allem Kleidungsstücke, die auf der Haut liegen. Kleidungsstücke werden nicht zweimal hintereinander getragen.

Weitere Informationen sind unter www.carl-duisberg-schueleraustausch.de abrufbar.

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Foto: Carl Duisberg Centren