Ab ins Ausland, aber wie?

Es gibt kaum jemanden unter jungen Menschen, der nicht ins Ausland möchte. Und in der Tat eröffnen sich etliche Möglichkeiten, Auslandserfahrung zu sammeln. Um die richtige Wahl zu treffen, sollte sich jeder zunächst fragen, was er vom Abenteuer Ausland erwartet. Möchte ich vor allem viel reisen und unterschiedliche Kulturen kennenlernen? Dann wäre ein Work & Travel Trip ideal.

Möchte ich mein Studium möglichst in der Regelstudienzeit absolvieren, dann ist ein Austauschsemester über Erasmus beziehungsweise Erasmus+ eine gute Option, da bei diesen Programmen die Wahrscheinlichkeit, Studienleistungen anerkannt zu bekommen, ziemlich hoch ist.

Wer bereits jetzt weiß, dass er später im sozialen Bereich oder sogar in der Entwicklungshilfe tätig sein möchte, für den eignet sich eines der vielen privaten oder staatlich geförderten Volunteer-Projekte. Bei der Entscheidung helfen auch Erlebnisberichte von bereits erfahrenen Globetrottern. Unter anderen stellt etwas der DAAD auf seiner Homepage Beiträge von ehemaligen Auslandsstudenten und –praktikanten zur Verfügung. Erfahrungsaustausch ist grundsätzlich eine gute Grundlage für die eigene Entscheidungsfindung.

Das perfekte Zielland gibt es nicht

Doch in welches Land soll es gehen? Eins vorab: Den perfekten Ort für Auslandserfahrung gibt es nicht. Viele zieht es in Länder, die sie etwa aufgrund einer Urlaubsreise oder Klassenfahrt bereits kennen und schätzen gelernt haben. Diese Erfahrung kann den Start später erleichtern, da man Land und Leuten bereits einmal live erlebt hat. Es gibt viele Gründe, weshalb aus dem Traumziel schlussendlich ein Alptraum werden kann. Tatsächlich sind dies oft recht simple, aber ausschlaggebende Umstände wie beispielsweise die Wetterzone. Was ist, wenn man während des Sommersemesters in Mexiko oder Australien plötzlich feststellt, dass der eigene Kreislauf die starke Hitze nicht verträgt? Oder man merkt, dass die ausgeprägte Geselligkeit der Südamerikaner und Italiener überhaupt nicht meine Sache ist?

Bei Umzug Möbel verkaufen

Bei der Wahl des „richtigen“ Landes sind außerdem finanzielle und persönliche Aspekte nicht zu unterschätzen. Manch einer kann das Praktikum in Los Angeles nicht antreten, weil die überdimensionierten Mietpreise das monatliche Budget bei weitem übertreffen. Oder die Studiengebühren an der Elite-Universität in Nordengland sind mit dem zur Verfügung stehenden Budget schlichtweg nicht kompatibel.

Die meisten jungen Menschen, die ins Ausland gehen wollen, sind nicht gerade mit einer Brieftasche gesegnet. Viele müssen ihr WG-Zimmer oder ihre Wohnung auflösen. Um etwas Taschengeld dazu zu gewinnen, kann es sinnvoll sein, alle oder einen Teil der Möbel zu verkaufen. Es gibt einige spezialisierte Kleinanzeigenportale, auf denen man gebrauchte Möbel inserieren – oder nach der Rückkehr ins Heimatland finden kann. Solche Portale geben auch Tipps, auf welchen Flohmärkten man als Verkäufer guten Umsatz und als Konsument jede Menge Schnäppchen macht.

Unabhängig von finanziellen Erwägungen gilt: Wer ins Ausland möchte, sollte auch seine Persönlichkeit genau kennen. Wem Freunde und Familie immens wichtig sind oder wer einen Partner hat, der im Heimatland bleibt, sollte besser ein Land wählen, zu dem es regelmäßige und bezahlbare Flug- oder Zugverbindungen gibt. Wer beispielsweise in Südafrika plötzlich großes Heimweh bekommt, kann der spontane Heimaturlaub sehr teuer werden. Solche Gedanken sollte sich jeder bei der Wahl des Aufenthaltslandes zuvor machen.

Mehr zum Thema:

PfeilJeder dritte Deutsche war im Ausland

Pfeil Die Bewerbung im Ausland- so geht‘s

Foto: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de