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@ Fons Heijnsbroek Via Unsplash

Nutzung des Verkehrs nach der Pandemie: So pendeln Menschen weltweit

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit, Schule oder Universität zu pendeln war für viele Menschen weltweit vor der Pandemie noch Alltag, mit Homeoffice und Remote Learning entfallen diese Wege allerdings nun für einen Teil der Arbeitnehmenden, Schüler*innen und Studierenden. 

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit, Schule oder Universität zu pendeln war für viele Menschen weltweit vor der Pandemie noch Alltag, mit Homeoffice und Remote Learning entfallen diese Wege allerdings nun für einen Teil der Arbeitnehmenden, Schüler*innen und Studierenden. 

Rund ein Viertel der 2021 für den Statista Global Consumer Survey in Deutschland befragten Pendler haben angegeben, ihren Arbeits- oder Schulweg hauptsächlich mit dem ÖPNV zurückzulegen – 2019 waren es fünf Prozent mehr. In der Schweiz (39 Prozent) und Österreich (33 Prozent) nutzt mehr als ein Drittel der Befragten öffentliche Verkehrsmittel. Der größte Anteil an ÖPNV-Nutzenden wurde in Russland (50 Prozent) registriert, in den USA hingegen spielen öffentliche Verkehrsmittel so gut wie keine Rolle – nur etwa zehn Prozent der dort befragten Personen fahren mit Bus und Bahn zur Arbeit, Schule oder Universität. In den USA ist der Verkehr stark auf das Auto fokussiert und öffentliche Alternativen sind oft nur in den großen Metropolen vorhanden.

Deutschland hat größtes Schienennetz in Europa

Inwieweit der öffentliche Nahverkehr funktioniert hängt auch davon ab, wie gut die Schienennetze ausgebaut sind. Mit fast 40.000 Kilometern hat Deutschland das größte in Benutzung befindliche Eisenbahnnetz in Europa. Das geht aus durch die EU-Kommission aggregierten Daten zum Thema Transport hervor. Wie unsere Grafik zeigt, ist die Verfügbarkeit von Hochgeschwindigkeitstrassen hierzulande allerdings noch ausbaufähig. 

Lediglich vier Prozent des Gesamtnetzes ist für den Transport mit Geschwindigkeiten von mehr als 200 km/h geeignet. Aus der aktuellen Fernverkehrszugflotte der Deutschen Bahn liegt nur der zweistöckige Intercity 2 mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h unterhalb dieser Grenze, bereits im Jahr 2000 wurde mit dem ICE 3 ein Zugmodell eingeführt, das in der Theorie eine Maximalgeschwindigkeit von 330 km/h erreicht. Das eigens für Züge mit Geschwindigkeiten von mehr als 250 km/h gebaute Streckennetz beläuft sich in Deutschland auf rund 1.200 Kilometer.

Spitzenreiter hinsichtlich des Ausbaus von Hochgeschwindigkeitsbahnnetzen ist Spanien. Jeder fünfte Schienennetzkilometer ist für die Nutzung durch Hochgeschwindigkeitszüge geeignet, in Frankreich sind es noch rund zehn Prozent. Einen Sonderfall stellt die Ukraine dar: Mit rund 20.000 Kilometern besitzt das Land das drittgrößte Eisenbahnnetz in Europa, ein Ausbau für Hochgeschwindigkeitszüge fehlt allerdings.

Laut der 2018 verabschiedeten Transportstrategie unter dem Namen Drive 2030 will die Ukraine bis 2030 Hochgeschwindigkeitszugverkehr innerhalb des Landes und von der Hauptstadt Kiew in andere europäische Metropolen einführen. In welchem Ausmaß der Krieg gegen Russland die Prioritäten des Transportministeriums hin zum Wiederaufbau bereits bestehender Infrastruktur verschoben hat, ist bislang nicht klar.

Niederländer*innen setzen vor allem aufs Fahrrad

79 Prozent der Deutschen sind auf ein Transportmittel angewiesen, um Arbeitsplatz, Schule oder Universität zu erreichen. Von diesen Pendlerinnen und Pendlern nutzen 23 Prozent das eigene Fahrrad. Damit liegt das Zweirad hinter Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln auf Platz drei. Bei kürzeren Strecken steigt der Anteil der Fahrrad-Pendelnden auf über 30 Prozent. Im europäischen Vergleich steht Deutschland relativ gut da, wie der Blick auf Grafik zeigt. So ist der Drahtesel in Frankreich, Großbritannien oder Spanien deutlich unpopulärer. Es geht aber auch ein ganzes Stück besser: In den Niederlanden nutzen 36 Prozent der Pendelnden das Fiets (niederländisch für Fahrrad), um zur Arbeit zu kommen. Die Freizeitnutzung eingerechnet steigt dieser Wert sogar auf über 50 Prozent. Das liegt freilich auch an einer Verkehrspolitik, die dem Verkehrsmittel Fahrrad deutlich mehr Platz auf den Straßen einräumt.