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© Christian Schwier - AdobeStock

Nerds oder Streber? Wie Musterschüler*innen in anderen Kulturen genannt werden

Im September hat in den meisten europäischen Ländern das neue Schuljahr begonnen. Die Online-Lernplattform Preply macht mit einer Karte über den Begriff  „Streber“ auf die Bedeutung von Bildung und guten Schülern aufmerksam.
Interessanterweise werden gerade Schüler, die besonders gut in der Schule sind, oftmals abwertend als Streber bezeichnet. Aber nicht nur in Deutschland ist dies so: weltweit gibt es unzählige Begriffe, die in verschiedenen Kulturen verwendet werden, um jemanden als Streber zu bezeichnen. Preply hat dazu eine genauere Untersuchung durchgeführt, welche interessante Trends aufzeigt.

Karte der Streber weltweit

Die Weltkarte zeigt, wie besonders fleißige und strebsame Personen in den einzelnen Ländern genannt werden. Grafik: Preply

Tierbezogene Begriffe für Streber

Syrer nennen fleißige Schüler „tays“ (Ziegen) und in der Türkei werden sie „İnek öğrenci“ (Kuh), genannt. In Albanien hingegen wäre man ein „budalla“, ein Begriff, der sich von dem Wort Gans ableitet. In diesen Fällen ist es die krampfhafte Art und Weise, wie diese Tiere grasen, die mit fleißigen Schülern in Verbindung gebracht werden, die viel Zeit für die Schule aufbringen.

Der spanische Begriff „empollón“ leitet sich von dem Akt des Ausbrütens ab und steht für die Zeit, die ein Schüler mit dem Lesen von Schulbüchern verbringt.

In asiatischen Ländern wie China, Indonesien und Vietnam werden Menschen, die viel lernen, als „Bücherwürmer“ bezeichnet. Dies ist eine gängige Bezeichnung für diejenigen, die Bücher viele verschlingen. In spanischsprachigen Ländern ist auch der Begriff „ratón” oder „rata de biblioteca” weit verbreitet.

Begriffe bezogen auf bekannte Persönlichkeiten

In Kuba wird der Begriff „Abelardito/a” verwendet um sehr intelligente Menschen zu bezeichnen. Er stammt von dem französischen Philosophen Pierre Abélard, der als eines der großen Genies in der Geschichte der Logik gilt. Allerdings wird dieser Begriff oft abwertend verwendet…„Sieh dir diesen Abelardito an“.

In Chile wird der Begriff „Mateo/a” verwendet. Dieser Begriff leitet sich von Prometheus ab, dem griechischen Gott des Feuers. Prometheus nutzte seine Intelligenz, um den Gott Zeus dazu zu bringen, den Sterblichen das Feuer zurückzugeben. Daher wird dieses Wort verwendet, um die klügste Person in der Klasse zu bezeichnen. Die heutige Bedeutung ist jedoch etwas anders und steht für „der Liebling des Lehrers“.

In Mexiko haben intelligente Schüler einen weltweit bekannten Spitznamen erhalten: „Ñoño“. Der Name steht für den Sohn von Herrn Barriga, einer Figur aus der berühmten Serie „El Chavo del 8” von Roberto Gómez Bolaños. Ñoño war der fleißigste und naivste Schüler der Klasse.

Hart arbeiten und Widerstand

In vielen Kulturen werden Menschen, die fleißig lernen, als harte und widerstandsfähige Objekte bezeichnet. Der italienische Begriff „secchione/a“ stammt von dem Wort „segiòn“ ab, was wiederum von einem lombardischen Wort „gamela“ stammt und einen robusten Aluminiumeimer, den Soldaten in Kriegszeiten zum Essen benutzten, bezeichnet.

Das britische Wort „swot“ impliziert ebenfalls, dass man sich anstrengen muss, um klug zu sein, da es sich vom altsächsischen Substantiv „swêt“ (Schweiß) ableitet.

In Portugal ist das Wort „marrão“ (ein Eisenhammer, der Steine bricht) oder in Brasilien „CDF“ („ cu de ferro”, ein Eisenesel), die übliche Bezeichnung für sehr intelligente Menschen.

Lernen bei Nacht

Der philippinische Begriff „Magsunog ng kilay“ bedeutet wörtlich „Feueraugen“ und wird so verstanden, dass die Augen des armen Schülers, welcher bei schlechter Beleuchtung lesen muss, erschöpft sind. In gleicher Weise wird in Saudi-Arabien der Begriff „daafour“ (Gasherd) verwendet.

Diese Länder geben am meisten Geld für Schulbildung aus

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) untersucht jährlich, wie es um die Bildung in den Mitgliedsländern steht. Dabei schneidet Norwegen am besten ab, gefolgt von Neuseeland und Großbritannien.

Auffällig ist , dass in Deutschland die Bildungsausgaben in absoluten Zahlen hoch sind, gerechnet auf das Bruttoinlandsprodukt des Landes, sind sie allerdings unterdurchschnittlich, wie die Grafik von Statista zeigt. Demnach liegen die Ausgaben im OECD-Durchschnitt bei 4,9 Prozent, Deutschland kommt auf 4,2 Prozent und liegt damit deutlich hinter Ländern wie Frankreich (5,2 Prozent), den USA (6,2 Prozent) und Spitzenreiter Norwegen (6,7 Prozent).

In Deutschland entwickelt sich dem Bericht aus dem Jahr 2020 zufolge die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung positiv, die meisten jungen Erwachsenen verlassen die Schule mindestens mit einem Abschluss des Sekundarbereichs II und nur etwa jeder zehnte 15- bis 29-Jährige befindet sich weder in Beschäftigung noch in Bildung oder Ausbildung. Zudem steigen die Zugangsquoten im Tertiärbereich, immer mehr junge Menschen nehmen also ein Studium auf. Der Anteil der 25- bis 34-Jährigen mit Tertiärabschluss bleibt jedoch deutlich unter dem OECD-Durchschnitt.