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Schulen in den USA
© Monkey Business - AdobeStock

Schulen in den USA: Warum eine öffentliche High School durchaus eine Alternative sein kann

Als wir unseren Expat-Aufenthalt in den USA planten, bereitete mir die Schulfrage einige schlaflose Nächte. Sollten meine Töchter (nach Beendigung der 9. Klasse eines deutschen Gymnasiums) in Minnesota auf eine private oder eine öffentliche High School gehen?

Meine Schlaflosigkeit wurde schnell durch einen Blick in unseren Expat-Vertrag beendet, denn in ihm gab es eine Klausel, wonach Schulgebühren fast komplett selbst getragen werden mussten. Bei zwei Kindern auf einer privaten, internationalen Schule im Großraum Minneapolis hätten wir locker um die 30.000 Dollar im Jahr Tuition bezahlt – wenn nicht noch mehr. Der schnöde Mammon führte letztendlich dazu, dass ich begann, mich intensiv mit dem Thema öffentliche High Schools auseinanderzusetzen.

Ich nehme das Fazit der dreijährigen Laufbahn meiner Töchter an einer öffentlichen Schule schon einmal vorweg: es gibt tolle Public High Schools in den USA und wir haben die Wahl unserer Schule, der Minnetonka High School, nie bereut.

Schulbewertungsportale als Orientierungshilfe

Über die Minnetonka High School bin ich damals auf www.niche.com gestolpert, eines der zahlreichen Schulbewertungsportale. Die Bewertungen waren durchweg positiv und auch der schuleigene Internet-Auftritt sah sehr einladend aus. Zudem bietet die Schule zahlreiche AP-Kurse und das komplette IB (International Baccalaureat) Programm an – was ein wichtiges Auswahlkriterium sein kann, wenn man den High School Abschluss bei einer Rückkehr in Deutschland anerkennen lassen möchte.

Als unsere Wahl gefallen war, galt es, zwei Plätze an dieser Schule zu bekommen. US-amerikanische Schulen bedienen immer einen bestimmten School District, das heißt, die Kinder, die im District ihren Wohnsitz haben, werden bei der Platzvergabe priorisiert. Daneben gibt es dann noch Plätze über das sogenannte Open Enrollment. Auf diese können sich Kinder bewerben, die nicht im District wohnen – kann klappen, muss aber nicht.

Wir beschlossen, auf Nummer sicher zu gehen. Also Anruf bei der US-amerikanischen Maklerin, die für uns schon auf Haussuche gegangen war und mich parallel zu meiner Schulsuche mit Exposés zuschüttete: “Wir müssen ein Haus im Minnetonka Public School District finden.” Stille am anderen Ende der Leitung, dann ein Grummeln, was ungefähr so klang wie “I´ll do my best.“

Ausstattung von Schulen in den USA abhängig vom Distrikt

Das Problem in den USA ist, dass eine hohe Qualität der Public Schools fast immer zu hohen Immobilienpreisen beziehungsweise Mieten in ihrem Umfeld führt und umgekehrt. Öffentliche Schulen in den USA finanzieren sich größtenteils über die sogenannte Property Tax, die in etwa mit der deutschen Grundsteuer vergleichbar ist und von den Gemeinden erhoben wird.

Wenn eine Schule, wie die Minnetonka High School, in einem eher wohlhabenden Viertel ihren Sitz hat, bedeutet das, dass sie gut mit öffentlichen Geldern versorgt wird und somit in der Regel sehr gut ausgestattet ist (von der Schwimmhalle über Tennisplätze bis zur eigenen Eislaufhalle) und Top-Lehrpersonal vorweisen kann. Je besser der Ruf der Schule, desto mehr Familien mit Kindern möchten wiederum im entsprechenden Distrikt wohnen, was die Immobilienpreise beziehungsweise Mieten in die Höhe treibt.

Wir hatten schließlich Glück. Unsere Maklerin fand für uns ein kleines Häuschen am Rande des School Districts und so stand der sofortigen Anmeldung der Kinder an besagter Schule nichts mehr im Wege – gefolgt von drei manchmal anstrengenden, aber immer spannenden Jahren amerikanischen High School Lebens.