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Ivy clad halls by front view at University of Chicago campus

Auslandspraktikum und -studium in den USA „Man lernt sich selbst neu kennen“

Ein Auslandspraktikum verändert die Sicht auf die Welt und auf sich selbst. Mit Stipendien-Programmen bietet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH jungen Menschen aus Deutschland Chancen für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung: weltweit Arbeitserfahrung sammeln, Sprachkenntnisse vertiefen, fremde Kulturen hautnah erleben.

Eines der Stipendien-Programme konzentriert sich ganz auf die USA: Das Parlamentarische Patenschaftsprogramm (PPP). Finanziert wird es vom Deutschen Bundestag und dem US-amerikanischen Kongress. Derya Dönmez hat teilgenommen und ein Jahr in den USA verbracht.

„Das Bewerbungsverfahren war nicht ohne“, sagt Derya Dönmez. Am Anfang stand die schriftliche Bewerbung mit einer Checkliste von 18 Punkten. Dann kam ein Assessment-Center mit Wissenstest, Präsentation, Gruppenarbeit und Englischtest. Und schließlich gab es noch ein Vorstellungsgespräch bei einem Bundestagsabgeordneten. Der entschied darüber, welcher Bewerber aus seinem Wahlkreis am Schluss ein Ticket für die USA in seinen Händen hält.

Was Derya Dönmez letzten Endes in seinen Händen hielt, war jedoch mehr als nur ein Ticket. „Wenn ich mir im Nachhinein anschaue, was im Stipendium alles enthalten ist, dann ist das schon ein beeindruckendes Paket“, sagt er.

Maximal förderbares Alter für Auslandspraktikum: 24 Jahre

Zunächst ging es zum Vorbereitungsseminar nach Berlin. Auf dem Plan dort standen Landeskunde, interkulturelles Training und Szenario-Übungen für das Verhalten in schwierigen Situationen. „Das alles war wichtig, weil wir das ganze Jahr in Gastfamilien untergebracht waren“, urteilt Dönmez. Als Voraussetzung musste Dönmez eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen und durfte nicht älter als 24 Jahre sein.

doenmez_gizIn den USA angekommen, fanden sich die 75 Teilnehmer aus Deutschland zunächst in einem weiteren Seminar in New York. „Dort bekamen wir zusätzliche Tipps für das Leben in den USA und erfuhren Details über unsere Aufenthaltsorte“, so Dönmez.

Generell gliedert sich das Jahr in den USA in zwei Phasen. Die ersten sechs Monate verbringen die Teilnehmer an Hochschulen. „Ich war am Parkland College in Champaign, Illinois“, sagt Dönmez, der vor seiner Ausreise eine Banklehre abgeschlossen und ein BWL-Studium begonnen hatte. „Dort belegte ich Kurse zu allgemeiner Betriebswirtschaftslehre, Finanzwesen und Buchhaltung.“ Die zweiten sechs Monate eines PPP-Aufenthalts sind für Praktika bei Unternehmen vorgesehen. „Und die muss man selbst eintüten“, erinnert sich Dönmez. Er fand einen Platz in Chicago bei Robert Bosch Power Tools, der Sparte für Werkzeuge und Haushaltsgeräte. „Dort war ich im Controlling eingesetzt. Es war spannend – weil wir auch für Mexiko und Kanada zuständig waren und ich mit einem eigenen, kleinen Projekt gleich Verantwortung übernehmen durfte. Außerdem haben die ein relativ gutes Gehalt gezahlt“.

Am Ende ihres Aufenthalts treffen sich alle Teilnehmer wieder, für ein Abschlussseminar in Washington D.C. – mit einer Menge Erfahrung im Gepäck. „Ich habe so viel gelernt“, sagt Dönmez. „Fachliche Dinge an der Uni, Arbeitsabläufe in einem Unternehmen, englische Sprache, amerikanische Kultur.“ Doch das ist nur die eine Seite, findet er. „Ich habe vor allem gelernt, zunächst einmal alleine zu sein und ein soziales Netzwerk von Null aufzubauen. Außerdem steht man gerade in einer Gastfamilie täglich in Kontakt mit einer fremden Kultur. Und mit den Gasteltern geht es natürlich auch darum, Grenzen zu erkennen, zu setzen und zu respektieren. Und das ist faszinierend. Man lernt sich selbst neu kennen.“

Bewerbungsunterlagen bis 14. September 2014 anfordern

Bewerbungsunterlagen für die nächste Runde des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms können bis 14. September angefordert werden bei: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, F110 Nordamerika, Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn, Tel.: 0228 / 4460 -1172 oder -1339. Informationen über weitere Auslandsaufenthalte erhalten Sie bei der Informations- und Beratungsstelle (IBS) in Bonn, Tel. 0228 / 4460 1123, http://www3.giz.de/ibs/. Die IBS arbeitet dabei im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Autor: Hans-Joachim Rabe (GIZ)

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Porträtfoto: GIZ

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