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© pasja1000, Pixabay

Betrug mit Plakette und Vignette im Urlaub: So kann man sich schützen

Plakette oder Vignette in die Windschutzscheibe zu kleben, war oft Teil des Sommerurlaubs. Heute geht das oft digital. Doch gerade das ermöglicht neue Betrugsformen.

Das Chaos an vielen Flughäfen bringt Urlauber zum Umdenken und zurück auf die Straße. Doch wurde in der Vergangenheit mit dem Auto verreist, gehörte das Kleben von Vignetten in die Windschutzscheibe zu einer der ersten Urlaubsbeschäftigungen. Damit ist in vielen Ländern Schluss. Heute ist das bequem digital möglich. Cyberkriminelle wittern hier ihre Chance, um mit Fake-Webseiten Reisende in die Falle zu locken. Ein aktuelles Beispiel zeigt, wie Betrügerinnen und Betrüger französische Umweltplaketten für ihre Zwecke missbrauchen. Den Blog-Artikel hierzu mit weiteren Tipps gibt es auf WeliveSecurity.

Unnötige Dienstleistungen neben dem Verkauf der Plakette

Ob Slowenien, Tschechien, Österreich oder Ungarn: Mit den Digitalvignetten sind Urlaubsreisen deutlich einfacher geworden. Das Kennzeichen wird registriert und das Kleben auf der Windschutzscheibe entfällt. Diese Vereinfachung hat Betrug und Abzocke auf den Plan gerufen. Beim Kauf im Internet sollte man daher sorgfältig prüfen, wo man die Vignette erwirbt.

Aktuelle Fälle berichten von Shops, die neben der Vignette die Registrierung des Kennzeichens als Dienstleistung verkaufen. Das Gefährliche ist, dass diese Shops nicht illegal sind und bei Suchmaschinen weit oben in den Ergebnissen angezeigt werden. Aber auch Fake-Webseiten lassen sich zum Teil sehr leicht erstellen, wie das Beispiel der Umweltplakette in Frankreich zeigt.

Plakette nicht von Fake-Websiten erwerben 

In Frankreich benötigen Fahrerinnen und Fahrer in bestimmten Regionen eine spezielle Umweltplakette (Crit’Air). Diese Plakette ist auf einer offiziellen Webseite erhältlich, bereits bei der Suche im Internet tauchen verschiedene andere Seiten auf, die ebenfalls diesen Aufkleber anbieten. Eine Webseite zu fälschen, ist nicht schwer. Gerade in Bezug auf die französische Umweltplakette gibt es mehrere Berichte über Betrugsfälle. Erst recht, wenn die Webseite lediglich in der Landessprache verfasst ist, tun sich ausländische Urlauber bei der Prüfung auf Echtheit schwer.

So sieht die offizielle Webseite aus, die Crit’Air Vignetten verkauft

Reisende sollten daher selber bei den offiziellen Stellen eine Vignette oder Plakette kaufen. Das gibt die Sicherheit, dass es auch nach der Reise kein böses Erwachen gibt. Denn wird eine digitale Vignette nicht richtig angemeldet, besteht die Gefahr, dass es nach der Nutzung der Autobahnen zu einer nachträglichen und deutlich höheren Zahlungsaufforderung kommt. Gerade bei zwielichtigen Shops, wo Fahrerinnen und Fahrer möglicherweise gar keine Kaufquittung erhalten, sollte man vorsichtig sein. Dadurch ist nicht sichergestellt, dass die Verkaufsstelle die Zahlung bearbeitet und eine Vignette beauftragt hat.

Tipps der ESET Sicherheitsexpert*innen

  • Kaufen Sie nur in offiziellen Shops: Achten Sie beim Kauf darauf, dass es sich um die Webseite des jeweiligen Autobahnbetreibers handelt. Daher sollten Sie die Webseite vor der Bestellung sehr genau prüfen. Ein Indikator ist der Preis, denn dieser ist gesetzlich vorgeschrieben und lässt so keine Abweichungen zu. Im Zweifel können Sie Vignetten beispielsweise auch bei Verkehrsclubs kaufen.
  • Auf Impressum und Kontaktdaten achten: Gibt es gar kein Impressum, sollte man vom Kauf im Shop absehen. Ist keine Steuernummer ausgewiesen, ist ebenfalls Vorsicht geraten.
  • Bewertungen checken: Vor dem Kauf sollte man sehr genau im Internet den Anbieter recherchieren. Liegen vielleicht sogar Erfahrungsberichte anderer vor?
  • Quittung ist Pflicht: Ein Nachweis über den Kauf der digitalen Vignette ist von der Verkaufsstelle auszustellen. Nur so kann man nachweisen, dass man eine Vignette erworben hat. Wurde kein Beleg ausgestellt, sollte die Verkaufsstelle umgehend kontaktiert werden.

Wo gibt es die teuersten Mautstraßen?

Die Schweiz ist mit ihren vielen Alpenpässen und Tunneln ein teures Pflaster für Pkw-Fahrer. Eine Jahresvignette deckt üblicherweise alle Autobahnen ab. Daneben gibt es noch zwei Tunnel, die einen Extrazoll fordern.  Durchschnittlich kostet die Nutzung der Mautstraßen 21,90 Euro. In keinem anderen Land muss man so tief in die Tasche greifen. Budget Direct hat auf über 400 Straßen in 20 Ländern weltweit die Mautgebühren untersucht, das Ergebnis zeigt die Statista-Grafik. Demnach trennen Österreich (13,46 Euro) auf Platz zwei und die Färöer Inseln (13,45 Euro) auf Platz drei bloß ein Cent. In Deutschland sind Pkw-Mautstraßen eher unüblich. Die wenigen existierenden Wegzölle kosten hier durchschnittlich 3,15 Euro.

© Statista

Die teuerste Mautstraße weltweit mit rund 93,24 Euro ist die Pennsylvania Turnpike, welche den gleichnamigen US-Staat durchquert. Die kostspieligste Straße Europas befindet sich in Österreich. Die Großglockner-Hochalpenstraße ist wegen des beeindruckenden Alpenpanoramas besonders bei Touristen beliebt, fordert allerdings 37,50 Euro von allen Motoristinnen und Motoristen.

Rechtsschutz fürs Autofahren im Ausland

Wer im Ausland unterwegs ist, vielleicht gar für längere Zeit und mit dem eigenen Auto, ist ganz allgemein gut beraten, einen umfangreichen Rechtsschutz zu erwerben. Denn es gilt nicht nur im Straßenverkehr: Andere Länder, andere Regeln. Wer die Gesetzeslage nicht kennt, dürfte erhebliche Schwierigkeiten haben, im Ausland sein Recht durchzusetzen. Zudem kann dieser Versuch langwierig und teuer werden.

Kompetente Hilfe in allen Rechtsfragen rund um den privaten Lebens- und Verkehrsbereich bietet zum Beispiel die vom Auslandsversicherer BDAE gemeinsam mit der ARAG entwickelte Rechtsschutzversicherung EXPAT LEGAL.