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© nmann77, AdobeStock

Mehr als Freitag, der 13.: Aberglaube weltweit

Aberglaube hat im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte zwar immer mehr abgenommen. Allerdings halten sich gewisse Überzeugungen über Glück und Unglück auch heute noch in Kulturen weltweit. Denn selbst, wenn viele nicht wirklich an Unglückszahlen oder Talismane glauben, sind sie oft einfach Teil der Tradition.

Reisende, Expats und Ausgewanderte, die sich mit ihrem neuen kulturellen Umfeld befassen wollen, kommen insofern nicht herum, sich auch mit dem Aberglauben zu befassen. Und die können je nach Land sehr unterschiedlich ausfallen.

Aberglaube weltweit

Wer in Großbritannien einer Elster über den Weg läuft, sollte sie lieber artig grüßen: „Good morning Mister Magpie. How is your lady wife today?“ – „Guten Morgen, Herr Elster. Wie geht es heute ihrer Frau?“ Nur so sei sichergestellt, dass der Rest des Tages nicht unglücklich verläuft. Elstern treten normalerweise als Paar auf, eine einsame Elster bedeutet also Unglück. 

In Schweden ist es ein No-go, eine Spinne zu töten, weil es dann am nächsten Tag regnen soll. Und auch auf offener Straße drohen Unglücksbringer: In Schweden gibt es zwei Arten von Gullideckeln: die mit einem „A“ und die mit einem „K“ drauf. Es ist Brauch, nicht auf diejenigen mit einem „A“ zu treten. Denn dieses steht für unangenehme Sachen wie avbruten kärlek („verlorene Liebe“) oder arbetslöshet („Arbeitslosigkeit“).

Wer als Expat in der Türkei unterwegs ist, sollte selbst bei den Büroutensilien Acht geben: Jemandem in der Türkei eine Schere zu überreichen symbolisiert Streitlust. Schlimmstenfalls interpretiert die oder der andere gar als „Kriegserklärung“. Die Rache könnte darin bestehen, dass einem ein Feigenbaum vor der Tür gepflanzt wird. Das ist nicht als Geschenk zu verstehen, denn das Fällen eines Feigenbaumes soll Unglück bringen. Daraus leitet sich gar ein Sprichwort ab: Ocağıma incir ağacı diktin – „Du hast einen Feigenbaum in meinem Zuhause gepflanzt!“

Wer sich vorm Schlafengehen von bösen Geistern ablenken will, indem er oder sie ein Lied pfeift, bewirkt laut koreanischem Aberglauben eher das Gegenteil. Denn das Pfeifen in der Nacht soll die Geister überhaupt erst anlocken. Doch auch tagsüber im Büro lauern, wenn nicht gleich Gefahren, zumindest doch Fettnäpfchen: Den Namen anderer sollte man in Korea nicht mit roter Schrift schreiben. Denn da Grabsteine in Korea in rot beschrieben werden, bedeutete das laut koreanischer Tradition, man rufe oder wünsche gar den Tod für die jeweilige Person herbei. 

Zur (zumindest im Westen geltenden) Unglückszahl passend, hat das Sprachportal babbel.com 13 Unglücksbringer aus Kulturen weltweit aufgelistet. Der Artikel ist hier zu finden

2022 droht nur ein Unglückstag

An einem Freitag, den 13. geschehen laut Volksglauben mehr Unfälle und Unglücke. Woher dieser Aberglaube kommt, ist nicht ganz klar, allerdings gelten sowohl die Zahl 13 als auch der Freitag für sich schon lange als Unglückssymbole. Wie dieses Jahr dürfte auch Jahr 2022 dürfte für abergläubige Menschen einfacher werden, hat es doch nur einen der Unglückstage zu bieten. Am reichsten mit „Unglückstagen“ ausgestattet wird in den kommenden zehn Jahren 2026 sein, wenn es im Februar, März und November jeweils einen Freitag, den 13. gibt.

Auch, wenn manche es vielleicht nicht zugeben wollen, aber irgendwo achten doch einige Deutsche auf Glücksbringer… oder eher böse Omen. Knapp die Hälfte der Deutschen verbindet mit dem Aberglauben eher Negatives als Positives. Das geht aus einer gemeinsamen Umfrage von Statista und YouGov zum Thema Aberglaube in Deutschland hervor.

Wie die Grafik zeigt, sind sich allerdings längst nicht alle Befragten darüber im Klaren, wie genau sie Aberglauben einordnen würden. 24 Prozent der Befragten machten keine Angabe. Immerhin 28 Prozent der Teilnehmer:innen sehen Aberglauben als positiv, trotz Gegenbeispielen wie sieben Jahre Pech durch zerbrochene Spiegel oder eben Freitag den 13.

Ein Freitag wie jeder andere

Zumindest für Freitag den 13. kann die Zurich Gruppe Deutschland Entwarnung geben. Die Versicherungsgruppe hat einen Blick in die eigenen Zahlen aus der Sach- und Unfallversicherung geworfen. Das Ergebnis sollte alle Abergläubischen beruhigen: Auch wenn der 13. eines Monats auf einen Freitag fällt, besteht in der statistischen Langzeitbetrachtung kein Anlass zur Sorge. „Schauen wir uns mal die Zahlen vor der Corona-Pandemie an: Am letzten „Unglückstag“ vor der Pandemie, am Freitag, den 13. März 2020, wurden sogar fünf Prozent weniger Schäden als an allen Freitagen im Vorjahr gemeldet. Von einem Schaden-Hoch kann also keine Rede sein“, erklärt Bernd O. Engelien, Sprecher der Zurich Gruppe Deutschland.

Ohnehin dürften die meisten Menschen Aberglauben keine große Beachtung schenken, und ihn allenfalls als lustige Tradition abtun. Das suggeriert zumindest ein Blick in die USA. Laut einer im September 2019 durchgeführten YouGov-Studie haben die meisten Amerikaner keine Angst vor Freitag, dem 13. Fünfunddreißig Prozent der Menschen sagten, sie seien nicht sehr abergläubisch, und 31 Prozent sagten, sie seien überhaupt nicht abergläubisch. Nur 9 Prozent sagten, sie seien sehr abergläubisch.

Quellen: Pressetext, YouGov, Statista, babbel.de, Zurich