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Halloween-Fest: Gruseliges und Wissenswertes

Wer meint, dass das Halloween-Fest ein rein nordamerikanisches Fest sei, irrt sich. Der 31. Oktober lenkt in vielen Ländern den Blick der Leute auf die Welt der Toten. Und je nach Kultur bringt das ganz eigene Traditionen mit sich. Pünktlich zu Halloween listen wir hier spannende Fakten zum Gruselfest. Dazu gehören neben Traditionen auch wissenswerte Infos darüber, wie es im Corona-Jahr 2020 ums Feiern steht.

Corona durchkreuzt in den USA die Halloween-Pläne

Die steigenden Corona-Zahlen durchkreuzen die sonst so ausgelassenen Halloween-Traditionen in den USA. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 31 Prozent der US-Eltern aus Angst vor Covid-19 auf Süßes-oder-Saures-Pläne mit ihrem Kind verzichten wollen. 38 Prozent gaben jedoch an, dass sie trotz dieser Bedenken immer noch vorhaben, ihrem Kind in irgendeiner Form Süßes oder Saures zu erlauben.

Die Umfrage wurde allerdings erst Anfang September durchgeführt, als die Zahl der Neuinfektionen noch deutlich geringer war. Inzwischen dürften aufgrund der aktuellen Corona-Situation wesentlich mehr Eltern Vorsicht an Halloween walten lassen.

Infographic: Halloween Canceled for Third of Americans | Statista You will find more infographics at Statista

Nur jeder zehnte Deutsche findet Halloween-Fest wichtig

Wesentlich weniger verbreitet ist Halloween nach wie vor in Deutschland. Laut einer aktuellen Umfrage von Statista und YouGov findet weniger als die Hälfte der Deutschen das Halloween-Fest 2020 wichtig. Lediglich jeder Zehnte findet es sehr oder eher von Bedeutung. Und 29 Prozent der Befragten geben an, dass Halloween noch nie von Bedeutung für sie war.

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Von den 2.085 Befragten geben 43 Prozent an, dass es unwahrscheinlicher als im Vorjahr ist, dass sie in diesem Jahr Süßigkeiten an die Kinder verteilen. Nur für vier Prozent ist es wahrscheinlicher als sonst, dass sie dies machen und 39 Prozent geben an, dass es genauso wahrscheinlich ist wie sonst auch. 14 Prozent beantworten die Frage mit „weiß nicht“, wie die Statista-Grafik zeigt.

Infografik: Eher Saures als Süßes | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Vorsicht am Steuer

Vor den Corona-Maßnahmen, die kürzlich von der Bundesregierung angekündigt wurden, bietet Halloween die vorerst letzte Gelegenheit, ausgiebig zu feiern. Dennoch sollten Autofahrer zusätzlich zum Ansteckungsrisiko auch die Promillegrenze beachten. Ab 0,5 Promille beträgt das Bußgeld 500 Euro. Hinzukommen zwei Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot von einem Monat. Die gleichen Grenzen gelten übrigens auch bei E-Scootern.

Sollte man einen Autounfall im Kostüm verursachen, drohen dem Betroffenen weitere Konsequenzen, wie zum Beispiel eine Erhöhung des Gesamtstrafmaßes. Wenn nämlich die Wahrnehmung durch das Kostüm eingeschränkt war, hat der Fahrer gegen die allgemeine Sorgfaltspflicht verstoßen (§ 1 Abs. 2 StVO).

Der Führer eines Kraftfahrzeuges darf sein Gesicht nicht verdecken (§ 23 Abs. 4 StVO). In der Regel gilt deshalb, dass Auge, Nase und Ohren nicht verdeckt sein dürfen. Wird man dennoch vermummt hinterm Steuer erwischt, droht ein Bußgeld von 60 Euro. Kopfbedeckungen, Brillen sowie Gesichtsschmuck sind natürlich erlaubt. Was Verkehrsteilnehmer an Halloween ansonsten beachten müssen, verraten die Verkehrs-Experten von www.geblitzt.de.

Mund-Nasen-Schutz und Halloween-Masken

Doch wie sieht es mit der in diesem Jahr doch obligatorischen Mund-Nasen-Maske aus? Wer mit mehr als den zugelassenen Kontaktpersonen Auto fährt, muss beispielsweise in Frankfurt eine Maske tragen. Grundsätzlich gilt hier Ähnliches wie beim Halloweenkostüm. Der Fahrer muss erkennbar sein. Gerade bei selbstgemachten Masken kann dies manchmal ein Problem sein.

„Das Problem ist doch, dass es letztlich eine Einzelfallentscheidung ist und im Ermessen des Polizeibeamten liegt“, so Jan Ginhold, Betreiber von Geblitzt.de. „Die Zahlen steigen, die Maßnahmen werden wieder härter und kaum einer weiß, was er zu tun hat. Neben den Bundesländern, die alle unterschiedlich agieren, gibt es auch innerhalb der Länder keinen Konsens darüber, wie die Maske im Auto gehandhabt werden soll.“

An diesen Orten ist es besonders schaurig-schön

Egal ob Italien, Deutschland oder Mexiko – beinahe in jedem Land gibt es verlassene Gegenden, die man in der Dunkelheit besser meidet. Selbst wenn man die Geschichten nicht glauben mag, überkommt einen ein kalter Schauer. Das Reiseportal Urlaubsguru hat zum Halloween-Fest eine Liste mit den gruseligsten Orten weltweit zusammengestellt.

Vorhof zur Hölle: Centralia in Pennsylvania

Darunter fällt das nahezu verlassene Centralia in Pennsylvania. Abgesehen von ein paar mutigen Bewohnern, die ihre Häuser nicht aufgeben wollen, ist die kleine Stadt Centralia in den USA eine Geisterstadt. Denn ein Feuer in den Kohle-Minen schwelt bereits seit mehr als 50 Jahren unter der Stadt und hüllt die verlassenen Häuser und Straßen in beißenden Rauch. 2.500 Einwohner wohnten noch 1981 in der Stadt, heute sind es nur noch 10. Wenn die Sonne untergeht und der Rauch durch die Straßen wabert, erscheint die Stadt wie ein Vorhof zur Hölle.

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Geisterdorf in Italien

Italien ist eher bekannt für seine wunderschönen alten Dörfer und Städte, die jeden Besucher verzaubern. Wenn man zum Beispiel durch die alten Straßen und Gassen von Siena läuft, fühlt man sich wie in einem wunderschönen Traum. Doch diese typischen Straßenszenen sind im süditalienischen Craco bereits seit mehreren Jahrzehnten Vergangenheit. Zwischen 1959 und 1972 führten einige verheerende Erdbeben dazu, dass die Stadt beinahe vollständig zerstört wurde. Viele der Bewohner suchten sich eine neue Heimat, sodass verfallene Gebäude, menschenleere Straßen und verstreute Überbleibsel der Bewohner das Dorf zu einem beliebten Ziel für Geisterjäger machen. Gerade bei Nacht ist hier Gänsehaut vorprogrammiert.

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Weitere schaurige Reiseziele, die gruselig aussehen, und hinter denen meist auch eine düstere Geschichte steckt, zeigt dieser Artikel von Urlaubsguru.  

Kürbisse nicht nur zum Halloween-Fest beliebt

So wenig sich die Deutschen auch für Halloween begeistern, so sehr lieben sie doch den Kürbis. Schließlich ist der auch unabhängig von Feiereien lecker und vielseitig einsetzbar.  Gut 86.000 Tonnen Speisekürbisse wurden 2019 in Deutschland geerntet. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist die Erntemenge seit 2009 um 79 Prozent gestiegen. Am größten fiel die Ernte innerhalb dieses Zeitraums im Jahr 2017 aus, mit rund 92.000 Tonnen.

Die Tradition, Gesichter in Kürbisse zu schnitzen, findet ihren Ursprung übrigens in Irland. Der Legende nach durfte der Halunke Jack Oldfield, der gleich mehrere schlechte Deals mit dem Teufel gemacht hatte, nach seinem Tod weder in den Himmel, noch in die Hölle. Um sich zwischen den Welten im Dunkeln zurechtfinden zu können, soll er eine Rübe ausgehölt haben, um darin ein Licht zu zünden. Die Tradition, Rüben als Lampen zu verwenden, ist nach Amerika gewandert. Dort sind aber Kürbisse verbreiteter, und so entstand die Kürbislaterne. Die heißt auf Englisch passenderweise „Jack O’Lantern“, also Jack mit der Laterne.

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Halloween-Fest hat seinen Ursprung in Irland

Nicht nur das Kürbisschnitzen kommt aus Irland, das ganze Halloweenfest hat seine Wurzeln dort. An diesem Wochenende steht das Neujahrsfest an – zumindest nach dem keltischen Kalender. Samhain ist eines der vier großen irisch-keltischen Feste und läutet die dunkle Jahreszeit ein. In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November geistern Hexen, Vampire und Untote herum und vertreiben das Böse.

Der Tag der Toten in Mexiko

Statt Halloween feiert Mexiko vom 31. Oktober bis 2. November den „Dia de los Muertos“. Dieser Tag der Toten hat aber einen ganz anderen Charakter als das eigentlich Angst einflößende Halloween-Fest. Dem Volksglauben nach kehren die Verstorbenen an jenen Tagen zu ihren Familien zurück. Das wird alles andere als gruselig gesehen und gibt stattdessen Anlass für ein fröhliches und farbenprächtiges Fest.

Denn was durchaus makaber anmuten kann, soll auch an die Vergänglichkeit und die Schönheit des Lebens erinnern. Um die Verstorbenen gebührend zu begrüßen, werden eigene Altare aufgebaut und reich mit Speisen bestückt. Die Geister brauchen schließlich ausreichend Stärkung nach ihrer langen Reise. Vor allem Totenköpfe sind ein viel gesehenes Symbol, zumeist aus Zucker und Marzipan aber auch als aufwändige Gesichtsbemalung.

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