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Notfallregionen
© Austin Distel – Unsplash

Handy-App kartiert Notfallregionen

Eine von Geoinformatikern der Universität Heidelberg mitentwickelte Handy-App erstellt geographische Karten für Krisen- und Katastrophengebiete. Die über die App MapSwipe generierten Daten können zum Beispiel dazu verwendet werden, die Zahl der Bewohner in Notfallregionen zu ermitteln oder die Ausbreitung von Krankheiten zu bekämpfen, so Professor Dr. Alexander Zipf, Leiter der Abteilung Geoinformatik am Geographischen Institut der Ruperto Carola.

MapSwipe ist eine mobile Anwendung des Open-Source-Projekts „Missing Maps“. Ziel dieses humanitären Projekts ist es, präventiv Länder und Regionen zu kartieren, in denen besondere Risiken für Naturkatastrophen, Konflikte und Krankheitsepidemien bestehen. Mithilfe der App werden Freiwillige an der Generierung von Karten beteiligt: Sie erhalten Satellitenbilder zur Ansicht und müssen durch Klicken und Wischen – im Englischen swipe – Infrastrukturen wie Gebäude und Straßen ausfindig machen. Auf diese Weise sollen auch Veränderungen dokumentiert werden.

Notfallregionen

Handy-App MapSwipe

Unterstützung für Hilfsorganisationen in Notfallregionen

Diese Daten ermöglichen es Hilfsorganisationen, besser auf Krisen vor Ort zu reagieren. Mit den Aktivitäten im Rahmen von „Missing Maps“ wurden bereits die Flüchtlingshilfe in Kolumbien, Impfkampagnen im Tschad und der Kampf gegen Ebola in der Demokratischen Republik Kongo unterstützt, wie Benjamin Herfort, Mitarbeiter der Abteilung Geoinformatik, erläutert.

Die Heidelberger Wissenschaftler haben an der Entwicklung von MapSwipe von Anfang an entscheidend mitgewirkt und unter anderem den Crowdsourcing-Ansatz für die App entworfen. „Zur Verfügung gestellt haben wir Werkzeuge, die für die Verwaltung eines solchen globalen Projekts sowie für die effiziente Analyse und Nutzung der Daten erforderlich sind“, betont Alexander Zipf. Sein Team gestaltet darüber hinaus Tutorials, die den Nutzern helfen, bessere Daten beizusteuern.

MapSwipe wird mit Unterstützung des Britischen Roten Kreuzes, des HeiGIT, der OpenStreetMap Foundation sowie der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ gepflegt. Mittlerweile haben sich fast 30.000 Freiwillige über die App an dem Projekt „Missing Maps“ beteiligt und Bildmaterial für 29 verschiedene Länder mit einer Gesamtfläche von über 850.000 Quadratkilometern ausgewertet. Im Rahmen des Mobile World Congress hat die internationale Mobilfunkanbieter-Vereinigung GSM die Handy-App als beste mobile Innovation zur Unterstützung von humanitären Notfallsituationen ausgezeichnet.