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Fast jedes zweite deutsche Unternehmen will ins Ausland

Nahezu jedes zweite der deutschen Industrie-Unternehmen (46 Prozent) plant noch in diesem Jahr den Schritt ins Ausland – so viele wie nie zuvor. Besonders stark wächst dabei das Interesse an den USA. Das geht aus einer neuen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Das Ausland werde als Investitionsstandort für die hiesige Industrie immer attraktiver, berichtet DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der Tageszeitung „Die Welt“ von den Ergebnissen der Erhebung. Doch: „Die finanziellen Volumina, mit denen die einzelnen Unternehmen ins Ausland gehen, entwickeln sich dabei etwas zurückhaltender.“

Die Verunsicherungen in Bezug auf die Schuldenkrise und deren Folgen für die Wirtschaft wirkten weiter nach, so Treier weiter. Alles in allem kämen in diesem Jahr zu den über sechs Millionen Menschen, die bereits heute bei deutschen Unternehmen im Ausland arbeiten, weitere 300.000 hinzu.

Wichtigstes Auslandsziel weiterhin China

In ihrer Gesamtheit ändert sich die globale Orientierung der Unternehmen kaum, sagt der DIHK-Außenwirtschaftschef. Wichtigstes Ziel sei auch in diesem Jahr China.

Dabei zieht Nordamerika deutlich mehr deutsche Industrieunternehmen an als noch 2012. Treier: „Der Standort – allen voran die USA – wird zum ‚Rising Star‘ unter den Adressaten deutscher Investoren.“ Zurückzuführen sei dies auf die gute konjunkturelle Entwicklung in den letzten anderthalb Jahren mit sinkenden Arbeitslosenzahlen und steigenden Unternehmensgewinnen. Gleichzeitig punkte der Standort Nordamerika wegen seiner geringeren Energiekosten besonders für energieintensive Investitionen.

Allerdings hielten die Unternehmen auch den etablierten Märkten in Europa die Treue, so Treier weiter. „Reformen und sinkenden Kosten vor Ort machen viele Standorte allmählich wieder attraktiver. Das große Reformtempo um Deutschland herum sollte aber auch Ansporn sein.“

Dass die Schere zwischen ausländischen und inländischen Investitionsplänen 2013 wieder größer wird, wertet er als „ein Warnsignal für den Wirtschaftsstandort Deutschland“. Hierzulande komme die „Verbesserung der Standortfaktoren in punkto Arbeitskosten, Steuern und Energiekosten nicht mehr voran“, kritisiert Treier.

Die komplette Umfrage „Auslandsinvestitionen in der Industrie, Frühjahr 2013“ sowie einen deutschen und einen englischen Flyer mit den wesentlichen Ergebnissen finden hier zum Download.

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