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Familienplanung
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Wohnort beeinflusst Familienplanung in Westeuropa

Wenn es um Familienplanung geht, spielen viele Faktoren eine Rolle. Neben Finanzen, Familienpolitik und Karriere beeinflusst auch der Wohnort die Zahl der Kinder einer Familie. Demografische Wissenschaftler der Österreichischen Akademie der Wissenschaften haben am Beispiel Wien und Budapest die regionalen Unterschiede zwischen Ost und West sowie Stadt und Land untersucht.

Dabei kam heraus: Die Geburtenraten sind in Städten geringer als auf dem Land. Dabei haben sich die Studienleiter anhand von Daten des internationalen Generations & Gender Survey aus elf Ländern die Unterschiede zwischen Stadt und Land bei der Realisierung bestehender Kinderwünsche angesehen. Zusätzlich gingen sie dieser Frage in einer im Journal „Demografia“ erschienenen Analyse etwas detaillierter für Österreich und Ungarn nach. Hier untersuchten sie den Kinderwunsch von rund 10.270 Frauen und Männern im Alter von 21 bis 45 Jahren. Dabei verglichen sie die tatsächlich stattfindenden Geburten in den beiden Ländern. Das Ergebnis: Frauen in Städten bekommen weniger Nachwuchs, als sie sich eigentlich wünschen.

Städter verschieben Kinderwunsch häufiger auf später

Der Kinderwunsch sei trotz des Geburtenrückgangs in den letzten Jahrzehnten erstaunlich stabil geblieben – ohne nennenswerte Unterschiede zwischen der Stadt- und Landbevölkerung. Aber: In der Stadt gehen die Pläne öfter nicht auf. Kinderwünsche werden häufiger auf später verschoben. Irgendwann ist es dann womöglich zu spät. Vor allem die Wienerinnen blieben im Befragungszeitraum hinter den Vorstellungen von vor vier Jahren zurück. Dort gaben viele Frauen ihren anvisierten Kinderwunsch irgendwann auf – oder revidieren ihn nach unten. Das gilt allerdings vor allem für Westeuropa.

Anders ist es in Osteuropa der Fall. So waren etwa in Ungarn die Unterschiede zwischen Stadt- und Landbevölkerung viel geringer. Generell zeigen die Resultate aber auch, dass Frauen in Ungarn ihren angestrebten Kinderwunsch seltener umsetzen als Frauen in Österreich.

Familienplanung durch Karrieremöglichkeiten beeinflusst

Der allgemeine Geburtenrückgang hat auch mit einer seit Jahren bekannten Entwicklung zu tun: Frauen bekommen ihre Kinder immer später, wobei gilt: Umso später, desto weniger. Bessere Ausbildungs- und Jobmöglichkeiten würden eher zum Aufschieben des Kinderwunsches führen, heißt es in der europäisch-vergleichenden Studie.

Und: Auf Österreich bezogen sind Männer und Frauen mit Kinderwunsch in Wien durchschnittlich älter als im restlichen Land, häufig über 35 Jahre.