Reisen
Eugen mit seiner Freundin Lisa

„Menschen aus anderen Kulturen zu treffen, öffnet einem die Augen“

Eugen Wolf betreibt mit Bringhand eine Mitfahrgelegenheit für Gegenstände, die auch an entlegenste Orte der Welt gelangen sollen. Zudem reist er  mit seiner Freundin Lisa Schantz seit sechs Jahren durch die Welt. Was sie dabei erlebt haben, welche Hürden Reisen manchmal mit sich bringen und was das Schöne am Weltenbummler-Dasein ist, berichtet Eugen im Interview.

Expat News: Wie kamen Sie auf die Idee, das Unternehmen Bringhand zu gründen?

Wolf: Wir waren vor circa fünf Jahren mit unserem Camper in Australien unterwegs. Währenddessen bekamen wir von unseren Eltern von Zeit zu Zeit Päckchen mit leckeren Sachen aus Deutschland zugesendet. Es dauerte jedoch immer einige Wochen, bis das Paket ankam. Manchmal wären wir zu der Zeit planmäßig überhaupt nicht mehr in dem Ort gewesen, das heißt, wir mussten unsere Reise wegen der Pakete umplanen. Das nervte uns zusehends. Auf die leckeren Sachen aus Deutschland wollten wir aber auch nicht verzichten. So kamen wir auf die Idee, eine Webseite ins Leben zu rufen, auf der man Mitfahrgelegenheiten für Gegenstände/Dinge anbieten kann. Also gründeten wir Brinhand. Dort können Menschen weltweit Gegenstände für andere einfach privat mitnehmen, wenn sie sowieso eine Strecke oder eine Reise zurücklegen. Danach kam dann das eine zum anderen.

Da wir viel herumreisen, entstand zusätzlich unser Blog www.bringhand.de/blog, in dem wir überwiegend über unsere Reisen, Camper-Ausbauten und Transporttipps berichten. Ich bin die meiste Zeit für die Webseite und den Blog von Bringhand verantwortlich. Lisa hat seit einigen Monaten ihren eigenen Blog: www.schoolpioneer.com, in dem sie unter anderem über Grundschulen berichtet, die sie als reisende Grundschullehrerin weltweit besucht. Jedes Mal, wenn wir in ein neues Land kommen, besucht Lisa einige lokale Grundschulen. Ab und zu gehe ich mit, weil man so mit der fremden Kultur abseits des Tourismus in Kontakt kommt und natürlich auch Spaß mit den Kindern hat.

„Reisen bedeutet Freiheit“

Expat News: Was ist das Schönste für Sie auf Reisen?

Wolf: Das Entdecken neuer Kulturen und Länder, die Freiheit von staatlichen Kontrollen und die Ortsunabhängigkeit ist für uns das Beste an unserer Weltreise. Wir können gehen wohin wir wollen und wann wir wollen. Wenn uns ein Ort nicht gefällt, dann reisen wir einfach weiter.

Immer wenn wir während einer unserer Reisen auf fremde Unterkünfte angewiesen sind, wissen wir vorher nie zu hundert Prozent, ob die Unterkunft gut oder schlecht ist. Das Gleiche gilt natürlich auch für den Ort oder das Land, das wir bereisen. So waren wir zum Beispiel vor kurzem in Playa Del Carmen in einer Unterkunft, die wir zwar für 15 Tage gebucht hatten, die jedoch überhaupt nicht den Beschreibungen glich, so dass wir am nächsten Tag wieder auszogen und uns eine bessere suchten.

Es kann zwar stressig werden, denn wer will schon ständig umziehen. Aber das ist der Preis der Freiheit und zugleich ist es ein Gewinn, dass man einfach weiterziehen kann. Zum Vergleich: Wenn wir in Deutschland eine Wohnung hätten und sagen wir mal, wir würden uns mit dem Nachbar nicht verstehen, dann kann man dort zwar auch die Unterkunft wechseln, der Aufwand ist jedoch viel höher, denn dann muss man erst einmal alle Verpflichtungen kündigen oder umändern und so weiter. Bei einem Eigenheim ist das noch komplizierter.

Expat News: Klingt nach großer Freiheit.

Wolf: Genau. Ein gutes Beispiel ist auch Camping. Wenn uns ein Ort besonders gut gefällt, haben wir die Freiheit, uns dort einfach hinzustellen und eventuell auch dort zu übernachten – vorausgesetzt, es ist kein Privatgrundstück. So campten wir während unserer langen Tour durch Australien ein Jahr wild (mit Ausnahme unserer ersten Übernachtung). Die Nähe zur Natur und die Freiheit, die wir fernab der Zivilisation hatten, war fantastisch. Gleichzeitig konnten wir uns einfach in unseren Camper setzen und beispielsweise nach Sydney CBD fahren, wenn uns danach war. Wir hatten also neben der freien Ortswahl, auch die freie Wahl, an einem Ort länger zu bleiben. Und diese Freiheit haben wir heute immer noch. Uns sitzt kein Arbeitgeber im Nacken, der uns eine bestimmte Arbeitszeit vorgibt. Wenn wir an einem Ort länger bleiben möchten, bleiben wir länger. Urlaubstage räumen wir uns selbst ein. Wir lieben beide unsere Arbeit und arbeiten wirklich viel, aber wir nehmen uns auch die Freiheit, einfach mal morgens zum Strand zu gehen und dafür abends zu arbeiten. Die freie Zeiteinteilung ist für uns sehr wertvoll – soweit zum Positiven.

Expat News: Was ist das Negative?

Wolf: Natürlich kommen wir nebenbei auch immer wieder an Orte, an denen man als Reisender nicht ganz so willkommen ist. In Tasmanien übernachteten wir zum Beispiel mit anderen Backpackern und Reisenden an einem erlaubten Parkplatz direkt am Strand. Einige aus der lokalen Bevölkerung waren anscheinend ziemlich fremdenfeindlich, so dass sie nachts die Fahrzeuge aller Reisender – unseres einbezogen -mit Eiern bewarfen und parallel dazu ihre Motoren aufheulen ließen. So etwas kann, muss man sich aber nicht antun. Da fährt man lieber weiter. Wir nahmen dann einfach unseren Camper und suchten einen anderen friedlicheren Ort.

Überhaupt lieben wir es, wenn wir ein Haus auf Rädern haben. Man kann es einfach irgendwohin bewegen, wo kein Nachbar einen nervt. Hier findet ihr den Artikel zu unserem ersten Camper, den wir in Australien ausbauten und in dem wir über ein Jahr lebten. Kein anderer Camper ist uns so sehr ans Herz gewachsen. Er war für ein Jahr unser Zuhause. Aber die zwei Quadratmeter für uns zwei Personen waren das schönste Zuhause, das wir bislang hatten.

„Als Weltreisender ist man weniger Kontrollen ausgesetzt“

Expat News: Warum habt ihr euch für diese Weltreise entschieden?

Wolf: Als Reisender ist man nicht so vielen staatlichen Kontrollen ausgesetzt, wie wenn man an einem festen Ort in Deutschland lebt. Die einzigen Kontrollen die man auf Reisen hat, sind meistens am Flughafen, also am Zoll zum Beispiel. Hat man die Grenze überquert, interessiert sich keiner mehr für einen, wenn man als Tourist herumreist. Ganz anders verhält es sich, wenn man zum Beispiel in Deutschland oder in einem anderen EU-Land Wurzeln schlägt. Viele staatliche Kontrollen greifen sofort, man muss sich innerhalb von einigen Wochen beim Meldeamt registrieren, bei der Krankenkasse melden, eine Wohnadresse angeben, GEZ bezahlen, Einkommen nachweisen, Steuern bezahlen, einen Job suchen, sich arbeitslos melden oder Hartz IV beantragen.

Das berühmte Hamsterrad beginnt sich sofort zu drehen, sobald man sich angemeldet hat. Es gibt kein Entkommen, da vieles bezahlt werden muss, denn es handelt sich nicht um freiwillige Zahlungen, sondern um Zwangsabgaben. Jeder der ein Haus in Deutschland mal gebaut hat, weiß, welcher Regulierungswahn bei den Behörden herrscht. Kreativität ist hier fehl am Platz. Deshalb gehen ja auch alle Architekten und andere Fachkräfte nach Südostasien oder Dubai.

Und dann noch die Sache mit den Dieselfahrzeugen, bald darf man keinen Diesel mehr in Deutschland fahren. Das ist unserer Meinung nach der größte Witz. Zweifelsohne sind wir für umweltbewusste Lösungen. Aber für weltweite Lösungen. Denn es hat keinen Sinn, in Deutschland den Diesel zu besteuern oder Dieselfahrzeuge zu verbieten und die Autos dann in Afrika oder Lateinamerika fahren zu lassen. Schließlich schaden sie dort der Umwelt genauso. Das Ganze ist also Augenwischerei. Mich würde es nicht wundern, wenn es bald Gesetze zur Dauer des Aufenthalts auf dem stillen Örtchen gibt. Das klingt jetzt sarkastisch, musste aber einfach mal sein. Jedenfalls hat man diese Kontrolltheater als Reisender in den meisten Fällen nicht. Wenn man als Backpacker unterwegs ist, kann man entspannt ohne viel Geld mehrere Wochen und Monate herumreisen und leben, wie man möchte.

„Die menschliche Basis ist überall die gleiche“

Hinzu kommt das Treffen von Menschen aus fremden Kulturen. Das öffnet einem die Augen. Es entsteht ein Aha-Effekt und das ist ebenfalls eines der schönen Dinge beim Reisen. Alleine die Bezeichnung fremde Kulturen ist unserer Meinung nach irreführend. Denn nach unseren Erfahrungen spielt für die meisten Menschen weltweit die Familie, ein gutes Essen und ein friedliches Miteinander die wichtigste Rolle. Wir haben schon sehr oft zu uns selbst gesagt „Die sind eigentlich wie wir“. Zwar ist die Lebensweise etwas anders, aber die menschliche Basis ist die Gleiche.

Expat News: Welcher Ort auf der Welt hat Sie am meisten beeindruckt und warum?

Wolf: Ich glaube, bei mir ist es das wilde Outback in Australien. Das Outback und die Wildnis in Australien strahlen etwas Besonderes aus. Nirgendwo sonst fühlte ich mich bislang besser als dort. Weit weg von jeder Zivilisation, die vollkommene Ruhe, die vielen Sterne am Himmel und die interessanten Tiere beeindrucken mich immer wieder. Wir waren bereits dreimal in Australien und jedes Mal erlebten wir ein neues Abenteuer.

Eines unserer Abenteuer fing in Sydney an. Wir kannten uns damals erst drei Tage, beschlossen aber, uns gemeinsam einen grünen VW T4 zu kaufen und auszubauen. Von Sydney aus machten wir einen Roadtrip, entlang der Ostküste runter bis Melbourne. Von dort aus setzten wir mit der Spirit of Tasmania nach Tasmanien über und setzten unseren Roadtrip in Tasmanien fort. Nach einigen Monaten in Tasmanien setzten wir wieder auf das Festland in Australien über und fuhren Richtung Adelaide, um von dort aus die berühmte „Nullarbor“ Strecke zu meistern. In Westaustralien angekommen, setzten wir unseren Roadtrip Richtung Kalgoorlie, zur größten Goldmine der Welt fort.

„Man lernt, minimalistisch zu leben“

Parallel arbeiteten wir immer auf Farmen. Nebenbei mussten wir Duschen, Sanitäranlagen oder manchmal auch eine Backstelle aufsuchen. Denn all das hatte unser Bus nicht. Handlungen, die im normalen Alltag unbemerkt nebenbei passieren, kosteten uns Unmengen an Zeit und Überlegungen. Die Not machte allerdings erfinderisch. Die Duschbrause wich einer Wasserflasche. Die Kuchenform einer Konstruktion aus Alu-Folie. Insgesamt dauerte unser Abenteuer mehr als ein Jahr. Wir verbrachten sehr viel Zeit in der Natur und lernten minimalistisch zu zweit auf zwei Quadratmetern 24/7 zu leben.

Ein anderes Abenteuer ist noch gar nicht so lange her. In diesem Jahr fuhren wir, nachdem wir einen Monat in Sydney und einen Monat in Melbourne verbrachten, 25 Tage lang quer durch das Herz Australiens von Melbourne bis Darwin. Diesmal hatten wir jedoch keinen Camper ausgebaut, sondern einen gemietet. Alles in allem legten wir in den 25 Tagen 5.600 Kilometer zurück. Das war eine aufregende, aber auch anstrengende Zeit.

Ich könnte noch hunderte weitere Geschichten erzählen, jedoch würde das den Rahmen des Interviews sprengen. Ich bin mir aber sicher, dass wir ein viertes Mal nach Australien reisen werden.

Expat News: Was ist das Schönste, das Sie bisher im Ausland erlebt haben?

Wolf: Da gibt es sehr viele Erlebnisse: Dazu gehört definitiv morgens mit Hilfe einer Plastikflasche kalt zu duschen. Das Grinsen bekommt man den ganzen Tag nicht mehr aus dem Gesicht. Stockbrot und frisch gefangener Fisch abends am Lagerfeuer im Outback zubereiten und danach die Sternschnuppen am Himmel zählen. Das Gesicht einer alten Frau aus Bali, die versucht mit Kleinverkäufen zu überleben. Das gemeinsame Schnorcheln an den vielen tollen Korallenriffen oder das Schwimmen mit einem Walhai in Australien.

Zu den schönsten Momenten gehört natürlich auch das erste Treffen meiner Freundin Lisa in Australien, mit der ich seit über sechs Jahren die Welt entdecke. Lisa lernte ich in Sydney kennen. Das Kuriose dabei ist, dass wir aus dem gleichen Ort „Pirmasens“ stammen. Allerdings kannten wir uns vorher nicht. Wir verbrachten nur drei Tage in Sydney zusammen, dann reiste sie wegen ihres Studiums vorübergehend zurück nach Deutschland. Drei Monate später kam sie dann wieder nach Australien. Als wir unser erstes Abenteuer in Australien starteten, waren wir Fremde, denn wir kannten uns ja vorher nur drei Tage. Es war ein Wagnis, das anscheinend aufging, denn wir reisen nach all den Jahren immer noch zusammen herum.

„Deutschland entfernt sich immer mehr für uns“

Expat News: Was vermissen Sie an Deutschland?

Wolf: Manchmal das Zusammensitzen mit der Familie und die Kochkünste meiner Mutter. Jedes Mal wenn ich in Deutschland bin, nehme ich zwei bis drei Kilo zu. Ab und zu vermisse ich auch die Alpen.

Expat News: Würden Sie wieder nach Deutschland zurückkehren?

Wolf: Wir reisen jetzt – mit einigen Unterbrechungen – schon seit mehreren Jahren um die Welt und haben viele verschiedene Länder und Lebensweisen kennengelernt. Wir können uns immer noch vorstellen, in Deutschland zu leben, aber je mehr Länder wir besuchen, desto mehr entfernt sich Deutschland von uns als Wohnort. Nicht weil wir es nicht mögen! Im Gegenteil, die Menschen, die deutsche Kultur, das Essen und unsere deutsche Sprache schätzen wir sehr. Was uns aber Sorgen macht, ist die Regierung. Die Überregulierungen, die staatlichen Kontrollen und das Ausbeuten der jungen Gesellschaft zu Gunsten der Alten, lässt kaum noch Raum für junge Familien, die etwas aufbauen und erreichen wollen.

Mit Ausbeuten meine ich hier zum Beispiel den Generationenvertrag, also das Umlageverfahren zur dynamischen Finanzierung der Sozialversicherung. Wer kann zum Beispiel garantieren, dass das aktuelle Rentenkonzept noch in 10,20 oder 30 Jahren funktioniert? Durch den demografischen Wandel hat die Politik doch schon jetzt gewaltige Probleme mit diesem Konzept. Glauben sie tatsächlich, dass Sie nach 45 Jahren des Einzahlens jemals ihr Geld wiedersehen? Wäre die Regierung ein gewinnorientiertes Unternehmen, dann wäre dieses schon längst bankrott gegangen. Die Freiheit zu haben, über sein hart verdientes Geld im Ganzen jederzeit selbst zu entscheiden, sollte ein Grundrecht sein und niemals in die Hände einer Regierung abgegeben werden. Schließlich bezahlt man mit seiner Lebenszeit dafür.

Wir haben beide in Australien gearbeitet und hatten für diese Zeit ein Rentenkonto zugewiesen bekommen. Wir hatten nicht nur immer Zugriff auf unsere Rente, sondern konnten auch auswählen, ob die Rentenbeiträge in Fonds angelegt werden sollten, was ja auch sinnvoll ist, um der Inflation zu entgehen. Als wir Australien verlassen hatten, konnten wir uns jederzeit unsere Rentenbeiträge auszahlen lassen.

Expat News:  Wie haben Sie sich auf die Reisen vorbereitet?

Wolf: Das Reisen ist unsere Lebensweise und Vorbereitungen sind im Grunde Routine. Als Digitale Nomaden haben wir immer nur unsere Backpacker, unsere Laptops, unsere drei Kreditkarten, wenn mal eine gesperrt wird und eine gute Krankenversicherung im Hintergrund dabei – wir reisen also sehr minimalistisch. Die einzigen Vorbereitungen, die wir immer wieder treffen müssen, sind die Flüge für das nächste Land aussuchen, die Visabestimmungen für das jeweilige Land zu prüfen und die nächste Unterkunft für einige Wochen oder Monate mit Klimaanlage und Internet zu buchen. Größere Abenteuer planen wir natürlich etwas anders. Wenn wir zum Beispiel mit dem Camper für einige Monate losziehen, dann planen wir schon mal einige Tage grob die Strecken, die wir fahren. Auf all unseren Reisen spielt zudem die Sicherheit eine große Rolle und wir erkundigen uns immer hinsichtlich der aktuellen Lage im Land.

„Ein kleiner Wasserkocher sollte immer dabei sien“

Expat News: Welche größten Hindernisse hatten Sie bisher auf Reisen?

Wolf: Es gibt drei Sachen, die einem das Reisen schwer machen. Erstens, die begrenzten Visaaufenthalte. Zweitens, das absurde Vorgehen der Fluggesellschaften in den letzten Jahren bezüglich des Nachweises eines Rück- und Weiterflugtickets. Drittens, gesperrte Kreditkarten. Wenn man in kürzeren Zeiträumen in unterschiedlichen Ländern Geld abhebt, denken die Banken immer wieder, dass die Kreditkarten geklaut wurden. Die aufkommenden Kryptowährungen wie Bitcoin wären hier eine sehr gute Lösung für Reisende weltweit.

Natürlich gibt es auch interkulturelle Herausforderungen auf unseren Reisen. Vor allem die Sprache stellt oft ein Problem dar. Wir kommunizieren dann mit den Händen und einem Lächeln. Meistens klappt das ganz gut. Es gibt auch andere Beispiele. Als wir auf Bali waren, machten wir beispielsweise die Erfahrung, dass die Balinesen unter einer Spende etwas ganz anderes verstehen als wir. Als wir dort einen Tempel besichtigen wollten, stand da eine ganz normale Urne, in die man eine Spende einwerfen konnte. Wir verstanden das als etwas Freiwilliges. Die Balinesen verstanden die Spende als Forderung, ebenso wie sie bezüglich des Spendenwerts eine genaue Vorstellung hatten. Ein anderes Beispiel ist die offene Kultur Australiens. Dort ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Türen offenstehen und der Nachbar einfach reinspazieren kann, um sich zum Beispiel Milch oder Mehl zu borgen. Wir sind es eher gewohnt, dass man vorher anklopft oder sich ankündigt, bevor man unser Haus betritt.

Expat News: Was darf auf keiner Reise fehlen?

Wolf: Freundliche Leute, gute Laune, gutes Essen, Gesundheit und notwendigerweise Geld. Das Kennenlernen fremder Menschen auf Reisen, macht jedes Land erst so besonders. Ansonsten ein kleiner faltbarer Wasserkocher, den sollte man immer dabeihaben, um sich einen Kaffee oder Instantnudeln zu kochen – und die Freundin darf natürlich auch nicht fehlen.

Expat News: Warum haben Sie bei der BDAE Gruppe eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen lassen?

Wolf: Von der BDAE und dem Paket „Expat Private“ hatten wir von anderen Weltenbummlern erfahren, als wir nach einer Alternative zu unserer damaligen Reisekrankenversicherung suchten, deren Leistungen nicht mehr zu unserer Reiseart passten. Wir haben uns für das „Expat Private“ vor allem aus drei Gründen entschieden. Erstens, kann man eine Auslandskrankenversicherung bis zu fünf Jahren abschließen und diese später auch verlängern – auch wenn man sich Deutschland abgemeldet hat. Zweitens, ist man bei Reiseunterbrechungen oder wenn man seine Eltern in Deutschland besucht ebenfalls bis zu sechs Wochen am Stück oder insgesamt 180 Tage pro Jahr versichert. Drittens, besteht ein guter Versicherungsschutz, der zusätzlich Schwangerschaften absichert, was für junge Paare auf Reisen wichtig ist. Zum Schluss hat uns die Kontaktaufnahme per Telefon gefallen. Es gab keine langen Wartezeiten in der Telefonschleife und der Kundenservice nahm sich eine Stunde Zeit um all unsere Fragen geduldig zu beantworten. Die detaillierten Gründe haben wir in einem Blogbeitrag zusammengefasst.

Expat News: Welche Tipps können Sie anderen geben, die länger verreisen möchten?

Wolf: Bevor man abreist, sollte man unbedingt alle behördlichen Angelegenheiten in der Heimat erledigen. Damit man keine bösen Überraschungen erlebt, wenn man zurück nach Deutschland kommt. Außerdem sollte man einen guten Koffer oder einen stabilen Rucksack dabeihaben und nur das Wichtigste einpacken, da man alles Eingepackte herumschleppen muss. Nebenbei sollte man mindestens drei Kreditkarten haben und eine gute langfristige Krankenversicherung ist ebenfalls Pflicht. Insgesamt sollte man versuchen, Flugtickets und Unterkünfte frühzeitig zu buchen, da man sich dadurch häufig viel Geld spart. Und man sollte weniger in Hotels übernachten, sondern sich lieber Wohnungen bei den Einheimischen buchen. Und man sollte vor allem langsam reisen und das Reisen genießen!

Expat News: Wohin geht Ihre Reise als nächstes?

Wolf: Zurzeit sind wir noch in Mexiko am karibischen Meer. Da Kuba nur einen Katzensprung von Cancún in Mexiko entfernt ist, wird die Reise dorthin weitergehen.

Das Paar Lisa und Eugen über sich:

Wir sind manchmal digitale Nomaden und manchmal ganz gewöhnliche Bewohner an einem Ort. Wir lieben es, unterwegs zu sein und dabei neue Orte zu entdecken. Durch das Reisen bekommen wir viele Eindrücke und Ideen, die wir gerne mit anderen teilen.

Webseite: www.bringhand.de

Blog: www.bringhand.de/blog

Blog der reisenden Grundschullehrerin: www.schoolpioneer.com