Millennials
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Umfrage unter Millennials: Für Spaß im Job würden sie auf Geld verzichten

Millennials entscheiden sich eher für Spaß bei der Arbeit und gegen ein gutes Gehalt: Sieben von zehn jungen Europäern würden eine langweilige, aber sehr gut bezahlte Stelle gegen eine ansprechende, aber nur durchschnittlich bezahlte Stelle tauschen. Das zeigt eine internationale Arbeitsmarktstudie über die Denkweise von Millennials. Die Studie wurde von YoungCapital in Zusammenarbeit mit der Universität Utrecht durchgeführt und ist im New Generation Recruitment Guide 2017 – 2018 veröffentlicht. Es wurden Millennials aus folgenden acht Ländern befragt: Deutschland, Niederlande, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Spanien, Schweden und Österreich.

Auf die Frage, ob sie sich die Gruppe der 17 bis 36-Jährigen für eine langweilige, aber gut bezahlte Stelle oder einen ansprechenden Job mit moderatem Gehalt entscheiden würden, entschieden sich 69 Prozent für den interessanten Job.

Vor allem Spanier ziehen Spaß dem Geld vor

Spaß bei der Arbeit ist für 55 Prozent der jungen Deutschen entscheidend und damit sogar wichtiger als eine gute Bezahlung. Für junge Spanier (81 Prozent), Franzosen (77 Prozent) und Niederländer (71 Prozent) ist dies bei der Jobsuche sogar noch wichtiger. „Wir können sehen, dass die jungen Deutschen im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn noch deutlich mehr Wert auf das Gehalt legen“, sagt Karin van der Gragt, Managing Director YoungCapital Deutschland. „Jedoch entscheidet sich auch hierzulande die Mehrheit der jungen Arbeitnehmer für den Spaß bei der Arbeit. Deutsche Arbeitgeber können davon profitieren, wenn sie diesen Trend erkennen. Sie müssen jungen Talenten mehr als nur eine angemessene Bezahlung bieten. Wer eine dauerhafte Beziehung zu Millennials aufbauen möchte, muss sich wirklich in sie hineinversetzen.“

Unbefristete Verträge weniger wichtig für Millennials

Bei der Studie wurden ebenfalls die bei Millennials beliebtesten Vertragsformen unter die Lupe genommen. Auf die Frage, welche Vertragsform sie in ihrem derzeitigen Lebensabschnitt bevorzugen, gaben sechs von zehn jungen Europäern an, einen befristeten Vertrag zu wollen. In Deutschland gilt dies für 66 Prozent der Befragten. „Das ist überraschend”, so Karin van der Gragt. „Rational gesehen sollte ein unbefristeter Vertrag mit all seinen Sicherheiten für alle Arbeitnehmer in jedem Lebensabschnitt die beliebteste Vertragsform sein. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Gerade junge Leute möchten sich frei fühlen.“

Die Befragten gaben an, sich alle Möglichkeiten offen halten zu wollen, beispielsweise um reisen oder studieren zu können. Sie möchten sich so gut wie möglich entwickeln und bei verschiedenen Arbeitgebern tätig werden. Die Konsequenz: Jemand, der nicht bereit ist, sich für längere Zeit an einen Arbeitgeber zu binden, erwartet dies auch nicht von seinem Chef. Je jünger die Befragten, desto unbeliebter war ein befristeter Vertrag.

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Im Großen und Ganzen sind die Millennials mit der Anzahl ihren Arbeitsstunden und ihrer Vertragsform zufrieden. Von den Befragten, die mit kurzfristigen Zeitarbeitsverträgen, Halbjahresverträgen, Jahresverträgen oder unbefristeten Verträgen beschäftigt sind, war die Mehrheit noch immer zufrieden mit ihrer Vertragsform. Überraschend ist jedoch, dass 9,1 Prozent der jungen Deutschen mit einem unbefristeten Vertrag lieber einen befristeten Vertrag hätten. Die jungen Menschen von heute sind flexibler und erwarten dies auch von ihrem Job, beispielsweise in Form eines flexiblen Studentenjobs neben dem Studium.

Berufliche Entwicklung steht im Vordergrund

In allen acht europäischen Ländern finden junge Leute es wichtig, neue Dinge lernen zu können, und geben dies als das allerwichtigste Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers an. Das Gehalt steht nur an zweiter Stelle, gefolgt von einer deutlichen Erwartungshaltung: Junge Leute wollen genau wissen, was ihr Chef von ihnen erwartet.

Corporate Social Responsibility landet auf Rang vier: Für 68 Prozent der jungen Europäer ist sie wichtig bis sehr wichtig bei der Jobsuche. In Frankreich (79 Prozent), Österreich (77 Prozent) und Deutschland (72 Prozent) ist dieses Kriterium am wichtigsten. Für Österreicher (18,7 Prozent) ist der gute Ruf eines Unternehmens deutlich weniger entscheidend als für junge Deutsche (26,6 Prozent). Am wenigsten lassen sich Millennials jedoch von Gadgets wie Firmenhandy oder Laptop beeindrucken. Auch die Möglichkeit des Home Office beeinflusst die Wahl des Arbeitgebers nicht maßgeblich.