© Jenny Sturm - Fotolia.com

Reiseverhalten der Deutschen: So hat es sich über die Generationen verändert

Eine aktuelle Umfrage des Online-Reisebüros Opodo hat 2.000 Deutsche verschiedener Generationen zu ihren Reisevorlieben befragt und die Entwicklung ihres Reiseverhaltens unter die Lupe genommen. Dabei wird schnell klar: die Deutschen reisen schon immer gerne. Damals wie heute am liebsten nach Italien, in die USA und nach Nordafrika. Auch die Ostsee und Trips in deutsche Städte erfreuen sich großer Beliebtheit, letzteres besonders bei den Millennials.

Lieblingsdestinationen im Ausland

Die Deutschen bleiben sich treu. Zumindest, wenn es um die Wahl ihres Reiseziels innerhalb Europas geht. So gaben die Befragten an, früher als Kind am häufigsten nach Spanien gereist zu sein, gefolgt von Besuchen nach Frankreich und nach Italien. Eben diese Destinationen stehen auch bei heutigen Familien hoch im Kurs. Die Balearen (25 Prozent) und die Kanaren (21 Prozent) sind auf der Beliebtheitsskala sogar noch weiter nach oben geklettert. Unangefochtener Spitzenreiter, auch heute: Spanien.

In puncto Fernreisen lassen sich hingegen deutliche Unterschiede bei den Generationen erkennen. So reisten Familien laut Umfrage früher am häufigsten nach Nordafrika (29 Prozent), gefolgt von den USA (24 Prozent), Afrika südlich der Sahara (13 Prozent), Südafrika (12 Prozent) und dem Mittleren Osten (11 Prozent). Heute führen die USA mit 36 Prozent die Liste der beliebtesten Fernreiseziele an. Zwar bleibt Nordafrika auf dem zweiten Platz (27 Prozent), bekommt aber Konkurrenz durch die Karibischen Inseln (20 Prozent) und Südostasien (17 Prozent). Der Mittlere Osten erfreut sich mit 16 Prozent heute größerer Beliebtheit, bleibt aber vorerst auf dem fünften Platz.

Die Ostsee ist das Italien Deutschlands

Doch nicht nur die Reiseziele haben sich über die Jahre verändert. Auch die Häufigkeit in der die Deutschen ihren Koffer packen, ist gestiegen. So gaben die Befragten an, deutlich mehr als noch vor zehn Jahren zu reisen und immer öfter in die Ferne. Fast ein Viertel aller Reisenden unternehmen demnach regelmäßig Fernreisen.

Die Beliebtheit der sogenannten „Staycation“, also der Urlaub im eigenen Land, hat zwar im Vergleich zu früher abgenommen; dennoch verreisen fast 60 Prozent der befragten Deutschen auch gerne im eigenen Land. Dabei gilt: Was Italien für die Deutschen in Europa ist, das ist die Ostsee seit jeher für die Deutschen im eigenen Land – nämlich das Lieblingsreiseziel. Mit heute 49 Prozent führt das Baltische Meer die Liste der beliebtesten Reisedestinationen der Deutschen im eigenen Land an. Auch die Millennials (18-29-Jährige) reisen gerne und häufig an die Ost- und Nordsee. Zudem werden Städtetrips bei den Deutschen immer beliebter und erfreuen sich mit 39 Prozent eines deutlichen Anstiegs gegenüber früher (24 Prozent). Urlaub in den Bergen hat hingegen an Beliebtheit etwas eingebüßt und landet nur noch auch Platz drei, mit 22 Prozent statt einstigen 26 Prozent.

So buchen die Deutschen

Wie und wo buchen die Deutschen eigentlich ihre Reisen? Laut Umfrageergebnissen gibt es hier einen deutlichen Trend zur Online-Buchung. Während vor zehn Jahren noch 50 Prozent über ein Reisebüro die schönste Zeit des Jahres buchte, sind es heute nur noch knapp 30 Prozent. Über die Hälfte (62 Prozent) nutzt dafür mittlerweile Onlinereiseportale – fast doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren (33 Prozent). Fast ein Viertel der befragten Millennials nutzen ihr Smartphone, um die Buchung abzuwickeln. Rund 60 Prozent der Befragten buchen häufig Flug und Unterkunft in einem Vorgang. Insgesamt geben die Deutschen durchschnittlich 13 Prozent ihres Einkommens für Reisen aus, die 40-49-Jährigen liegen dabei mit durchschnittlich 15 Prozent leicht vorne.

Über die Studie:

Befragt wurden 2.000 Personen in Deutschland (50 Prozent Frauen und 50 Prozent Männer) im Alter von 18 bis 50+.

Ergebnisse der globalen Studie „Travel Through Generations“ findet man hier: http://ots.de/T6hAI