Immer mehr Internetnutzer in China

Ende Juli 2015 gab es mehr als 698 Millionen Internetnutzer in China, das heißt, dass rund 22 Prozent der Internetnutzer weltweit aus China kommen. Damit ist China das Land mit den meisten Internetbesuchern auf der ganzen Welt – trotz des Verbots von einigen populären internationalen Websites wie Facebook, Youtube, Twitter und Google. Als Reaktion auf das Verbot haben chinesische Internetakteure ihre eigenen gleichwertigen Websites erstellt. Die Tencent Group mit WeChat zum Beispiel hat mehr circa 549 Millionen Nutzer im Monat auf der Welt, und stellt damit natürlich einen wichtigen Akteur auf dem Internetmarkt in China dar (siehe Grafik).

Die Anzahl der Internetnutzer in China soll laut dem Forbes-Magazine in der Zukunft stark weiter wachsen – und das, obwohl das wirtschaftliche Wachstum in China sich in letzter Zeit verlangsamte. Chinas Internetversorgungsrate liegt aktuell bei etwa 49 Prozent, das heißt, dass fast jeder zweite Chinese einen Zugang zum Internet hat. Diese Rate ist deutlich geringer als in anderen Industriestaaten. In Deutschland liegt sie beispielsweise bei 89 Prozent. Im Vergleich sieht man, dass der chinesische Internetmarkt ein großes Wachstumspotenzial bietet. Mit einer Bevölkerung von 1,4 Milliarden Menschen könnte China in Zukunft eine Milliarde Internetnutzer haben. Das Wachstum des Internetmarktes in China ist nicht zu übersehen, dennoch gibt es eine große Kluft zwischen dem östlichen und dem westlichen Teil und ländlichen und städtischen Regionen Chinas.

 Top10-Internetnutzung

Quelle: http://www.internetlivestats.com/

Internetnutzer in China lieben chinesische Websites

Die wichtigsten chinesischen Internetakteure bauen ihre Internetseiten immer weiter aus und lassen die Internetnutzung immer attraktiver werden. Eine der wichtigsten Internetseiten in China trägt den Namen Baidu. Mit einem Marktanteil von mehr als 80 Prozent ist die Baidu die berühmteste chinesische Suchmaschine und Marktführer. WeChat ist das chinesische Äquivalent zu Whatsapp und Facebook und registriert monatlich rund 549 Millionen aktive Nutzer. Internetnutzer in China lieben die Seite Taobao, die unserem ebay ähnelt und mehr als 40 000 Verkäufe pro Minute zählt. Alle diese Websites sind chinesisch und profitieren von der wachsenden Zahl der Webbesucher in China.

Das Wachstum des Internets hat starke Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft. Zum Beispiel erreichen die Verkaufszahlen von Tabao einen täglichen Wert von 5,7 Milliarden US-Dollar. Dieser Wert soll sich in den nächsten fünf Jahren verdreifachen. Mit einem riesigen Angebot an Artikeln ist Taobao einer der wichtigsten Internetplattformen in China und beteiligt sich so stark am Wachstum der Internetnutzung in China.

Ein anderer chinesischer Internetakteur ist QQ, der mit 829 Millionen aktiven Konten das zweitgrößte soziale Netzwerk weltweit ist.

 Soziale Netzwerke weltweit nach aktiven Usern in Millionen

Quelle: http://www.statista.com/statistics/272014/global-social-networks-ranked-by-number-of-users/

Internetnutzung in China

Chinesische Behörden beschränken den Internetzugang einiger internationaler Websites wie Google, Youtube, Facebook. Manche Stimmen sagen, dass der Erfolg von QQ, Wechat und Co. nur auf der Politik Chinas gegen das amerikanische World Wide Web beruht. Soziale Netzwerke machen heutzutage einen großen Teil der Internetnutzung aus, deshalb hat China sich seine eigenen Netzwerke erstellt. Auch wenn Google ist definitiv der Weltmarktführer auf dem eigenen Internetmarkt ist, liegt sein Marktanteil in China nur bei bis zu drei Prozent.

Smartphones und die wachsende Internetnutzung in China

Der Smartphone-Markt in China ist riesig. Im Jahr 2011 wurde er zum größten Markt für Smartphones weltweit und löste damit den amerikanischen Markt ab. Im ersten Quartal des Jahres 2015 wurde dieser Markt zum ersten Mal seit sechs Jahren kleiner. Er schrumpfte um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das amerikanische Marktforschungs- und Beratungsunternehmen  IDC (International Data Corporation) sprach in diesem Zusammenhang von einer “Marktsättigung”. Dennoch finden sich neue Chancen- wie zum Beispiel der App-Markt in China, der boomt, weil immer mehr Internetnutzer in China auf mobiles Internet zurückgreifen.

Die Autorin:

Marieke Terhaar kleinMarieke Terhaar ist Studentin und absolviert zurzeit ein Praktikum beim Marktforschungsunternehmen Daxue Consulting in Shanghai.

 

 

 

 

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