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Reisen in die USA
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Ende des Einreisestopps: Das erwartet Reisende in den USA

Den 8. November haben sich USA-Fans rot im Kalender angestrichen: Ab diesem Tag erlauben die USA wieder die Einreise von Menschen aus Europa – sofern sie vollständig geimpft sind. Aber es hat sich so einiges im Land verändert. Die in den USA lebende Autorin Petrina Engelke („USA 151“, Podcast „Notizen aus Amerika“) klärt auf.

Über Monate haben Fluglinien, Hotelketten und andere Schwergewichte der Tourismusbranche darauf gedrängt, den im April 2020 verhängten Einreisestopp für Europa aufzuheben. Nun ist es soweit: Vollständig geimpfte Urlauber und Geschäftsreisende dürfen wieder in den USA landen.

Die neuen Einreisebestimmungen

Vor der Abreise in die USA müssen Erwachsene am Flughafen einen Impfnachweis und auch einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als drei Tage (72 Stunden) sein darf. Kinder sind von der Impfpflicht befreit, brauchen aber einen Corona-Test, sofern sie älter als zwei Jahre sind. Wer innerhalb von drei Monaten vor Abreise mit Covid-19 infiziert war, muss der Fluggesellschaft entsprechende Nachweise vorlegen. Und: Im Flugzeug und auch in den Flughäfen gilt eine strenge Maskenpflicht für alle.

Für Greencard-Inhaber und US-Staatsbürger ist es zudem möglich, auch ohne Impfnachweis in die USA einzureisen. Sie müssen dann aber einen Coronatest vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden ist. Sind sie geimpft, darf der Corona-Test bis zu drei Tage alt sein.

Nach der Ankunft können Besucher nach Belieben innerhalb der USA weiterreisen. Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt allerdings, innerhalb von drei bis fünf Tagen nach der Einreise einen weiteren Corona-Test zu machen.

Keine einheitlichen Corona-Regeln innerhalb der USA

Innerhalb des Landes wird es dann ein bisschen komplizierter, was die Corona-Regeln angeht. Im Vergleich zu Deutschland gab es in den USA zwar deutlich weniger Hin und Her bei den Corona-Maßnahmen, und inzwischen gelten die meisten Gegenden in den USA als „fully reopened“ – die Behörden haben ihre Corona-Maßnahmen dort beendet. Aber eine verbindliche, einheitliche Regelung für die USA gibt es nicht. Deshalb sollte man sich unbedingt informieren, was am Urlaubsort erwartet wird.

Unterschiedliche Herangehensweisen an die Pandemiebekämpfung wirken sich bis auf die offiziellen Tourismusseiten aus. Während beispielsweise Visit Arizona im Grand Canyon-Bundesstaat alle wichtigen Infos zu den Corona-Regeln bereithält und darauf gleich auf der Startseite hinweist, erweckt Visit Florida den Eindruck, es gäbe überhaupt keine Pandemie – dort fehlt jeglicher Hinweis auf Covid-19. Überblicksartige Artikel in US-Medien, etwa wie bei CNN helfen mit Kurzinfos und Links meist schneller als eine Suche auf der Webseite des jeweiligen Bundesstaats.

Tipps zur Reiseplanung für die USA

Dieser Blick aus dem Flugzeug bietet sich USA-Touristen endlich wieder. (Foto: Sean Valentine – Pexels)

„Ich denke, die Nachfrage wird durch die Decke gehen. Und das heißt, dass auch die Preise anziehen werden“, sagt Chris Heywood. Der Tourismus- und New York-Experte von der Agentur NYC & Company bescheinigt deutschen Touristen zwar Unerschrockenheit und Freude am Entdecken. Dennoch rät er dazu, jetzt bei der Reiseplanung nicht so viel dem Zufall zu überlassen.

In der Tat ist es clever, sich etwa vorab über die Eintrittsbedingungen bei Sehenswürdigkeiten zu informieren. Um ein dichtes Gedränge zu vermeiden, haben viele Museen und andere Attraktionen nämlich ein Reservierungssystem mit Zeit-Tickets eingeführt. So etwas verlangen jetzt auch die beliebtesten Nationalparks, darunter Yosemite, Rocky Mountain und Glacier – um die Natur zu schützen, die während des ersten Corona-Sommers unter einem Ansturm inner-amerikanischer Touristen gelitten hat.

Immer wieder gefragt: Impfnachweis plus Ausweis

Je nach Ort könnte der Impfpass bei einer USA-Reise glatt einen Stammplatz gleich neben der Kreditkarte bekommen, denn Aktivitäten vom Theater- bis zum Restaurantbesuch sind vielerorts auf Geimpfte beschränkt. Beim Empire State Building in New York etwa kontrollieren Mitarbeiter Impfnachweis plus Lichtbildausweis bei alle Besuchern ab 12 Jahren. Bislang geht das auch deshalb schnell, weil die Stadt eine Impf-App  eingerichtet hat, die Veranstalter nur zu scannen brauchen. Das wird sicher spannend, wenn internationale Gäste mit Impfnachweisen in allen möglichen Formen auftauchen und dann auch noch ihre ausländischen Ausweise dazulegen.

Die große Maskenfrage

Generell müssen Besucher damit rechnen, dass in Verkehrsmitteln – inklusive Taxi – eine Maskenpflicht gilt, und zwar auch für Geimpfte. Dabei schreiben die US-Behörden aber nicht die Maskenarten vor. Einfache medizinische Masken sind weit verbreitet, FFP2-Masken sieht man eher selten (das US-Pendant heißt N95), dafür gehören aber die bunten Stoffmasken zum Alltag.

Außerhalb von Bus und Bahn wurde eine etwaige Maskenpflicht vielerorts im Mai 2021 aufgehoben, nachdem die USA große Fortschritte beim Impfen gemacht hatten. Mit der Ankunft der Delta-Variante des Coronavirus hat die US-Gesundheitsbehörde CDC Ende Juli aber zurückgerudert und rät seither in bestimmten Situationen – vor allem in Innenräumen – auch Geimpften zur Maske.

In Florida gibt es trotz zahlreicher Covid-19-Todesfälle keine Maskenpflicht. (Foto: Ethan Walsweer – Unsplash)

Die Bundesstaaten Hawaii, Illinois, Nevada, New Mexico, Oregon und Washington folgen dieser Empfehlung bis aufs I-Tüpfelchen. Der bei deutschen Touristen äußerst beliebte Bundesstaat Florida dagegen gehört zu den wenigen, die nie eine Maskenpflicht hatten. Gouverneur Ron DeSantis hinderte sogar Schulverwaltungen daran, Masken im Unterricht vorschreiben.

Damit badet der Republikaner in landesweiter Aufmerksamkeit; nur die Corona-Zahlen seines Bundesstaats kehrt er unter den Teppich. Mit fast 60.000 Todesfällen steht Florida auf Platz 3 unter allen Bundesstaaten. Mehr Corona-Tote beklagen nur Kalifornien und Texas. Unterschiede im Umgang mit der Maskenfrage beruhen in den USA oft eher auf Parteizugehörigkeit als auf Sachzwängen. Während 80 Prozent der Demokraten in einer Umfrage sagen, Covid-19 sei eine große gesundheitliche Bedrohung, stimmt dem nur ein gutes Drittel der Republikaner zu. Dagegen sind ähnlich viele Anhänger beider Parteien der Ansicht, dass die Pandemie eine Gefahr für die Wirtschaft darstellt.

Veränderungen im Alltag – auch für Touristen

Eine ganz neue Erfahrung für viele Amerikaner sind geschmälerte Öffnungszeiten in Geschäften. Selbst manche Eisdielen haben plötzlich Ruhetag. Doch der branchenübergreifende Personalmangel in den USA hat auch positive Folgen: Zart deutet sich eine Verbesserung der Lebensbedingungen an. Manche derjenigen Firmen, die bislang kaum einen Gedanken an die Bedürfnisse ihrer Arbeitnehmer verschwendeten, werben nun mit mehr Geld und besseren Arbeitsbedingungen um Personal.

Viele Tourismusunternehmen haben beim Service eine Schippe draufgelegt. Hotels bieten beispielsweise oft ein kontaktloses Einchecken mit Hilfe einer App an, und den ganzen Sommer lang gab es extrem kundenfreundliche Stornierungsbedingungen.

Vielerorts nutzen Geschäfte und Veranstalter aber auch das Recht, strengere Regeln vorzuschreiben als ihr Bundesstaat. Neu ist das nicht. Statt des altbekannten „No shirt, no shoes, no service“ hieß es diesen Sommer mancherorts sinngemäß: „Ist uns egal, ob ihr geimpft seid: Ohne Maske kommt ihr hier nicht rein.“ Meist fallen solche Hinweise aber deutlich höflicher aus, das gehört nämlich immer noch zum American Way of Life. Obendrein will niemand Feriengäste vergrätzen. Die USA haben schließlich gerade erst erlebt, was es heißt, wenn sie wegbleiben.

 

Bücher von Petrina Engelke

Reisen in die USAPetrina Engelke und Kai Blum: USA 151 – Das Land der unbegrenzten Überraschungen in 151 Momentaufnahmen

Conbook Verlag, 16,95 Euro

Premium-Paperback mit Einbandklappen, 288 Seiten

ISBN: 978-3-95889-324-5

https://www.conbook-verlag.de/buecher/usa-151/

 

Gabriele Frankemölle und Petrina Engelke: American Christmas – Die 60 schönsten Rezepte & Traditionen für eine echt amerikanische Weihnachtszeit von Thanksgiving bis New Year’s Day

Christian Verlag, 24,99 Euro

Hardcover, 224 Seiten

ISBN 9-783-959615952

https://verlagshaus24.de/american-christmas